Beschäftigungsumfang des pädagogischen Personals in Horten und Hortgruppen

Der pädagogische Alltag wird neben der quantitativen Ausstattung mit Personal auch durch die arbeitsvertraglich vereinbarten Beschäftigungszeiten des pädagogischen Personals mitbestimmt. So können lange Betreuungszeiten der Kinder in Kombination mit geringen Beschäftigungsumfängen auf Seiten des pädagogischen Personals dazu führen, dass die Kinder im Tagesverlauf mehrmals einen Personalwechsel erleben. Dies kann den Aufbau und das dauerhafte Erleben stabiler und kontinuierlicher Beziehungen der Kinder zu den verantwortlichen Fachkräften möglicherweise beeinträchtigen. Für eine genauere Bewertung der tatsächlichen Situation in den Horten und Hortgruppen müssten die Betreuungszeiten der Kinder sowie die Öffnungszeiten in Relation zu den Wochenarbeitsstunden des Personals gestellt werden. Auf der Basis einer solchen Gesamtanalyse könnte dann möglicherweise beurteilt werden, ob die Strukturierung des Beschäftigungsumfangs angemessene Rahmenbedingungen für eine "gute" Qualität der pädagogischen Arbeit liefert.

Aus Sicht der Beschäftigten stellen sich die Präferenzen hinsichtlich des Beschäftigungsumfangs möglicherweise anders dar. So deuten die Ergebnisse einer Studie zur „Strukturqualität und Erzieher_innengesundheit“ in KiTas (STEGE-Studie) darauf hin, „dass nicht per se eine Vollzeittätigkeit von den Beschäftigten in Kindertageseinrichtungen gewünscht und angestrebt wird, sondern für viele eine Teilzeittätigkeit eher ihren Wünschen und Vorstellungen entspricht“ (Viernickel u. a. 2013: 63). Die vorliegenden Daten weisen die Verteilung der vertraglich vereinbarten Wochenarbeitsstunden von pädagogisch tätigen Personen in Horten und Hortgruppen aus. 

Für das Datenjahr 2020 zu berücksichtigen, dass aufgrund der zeitweiligen Schließung bzw. des eingeschränkten Betriebs der Kindertageseinrichtungen durch die Corona-Pandemie einige Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen ihre Daten nicht rechtzeitig übermitteln konnten. Bei den entsprechenden Daten muss von einer Untererfassung von ca. 50 KiTas mit ca. 2.000 betreuten Kindern und dem jeweiligen Personal ausgegangen werden.

Quelle

Daten ab 2019:
FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sowie Statistisches Bundesamt, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; berechnet vom LG Empirische Bildungsforschung der FernUniversität in Hagen.

Literatur
Fuchs-Rechlin, Kirsten/Strunz, Eva (2014): Die berufliche, familiäre und ökonomische Situation von Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen Sonderauswertung des Mikrozensus 2012. Im Auftrag der Max-Träger-Stiftung der GEW. Frankfurt a.M.

Viernickel, Susanne/Voss, Anja/Mauz, Elvira/Schumann, Maria/Gerstenberg, Frauke (2013): STEGE – Strukturqualität und Erzieher_innengesundheit in Kindertageseinrichtungen. Wissenschaftlicher Abschlussbericht. Berlin: Alice Salomon Hochschule. [Download von: http://www.gew.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=20674&token=9d0413d1612a043e64cd74e9e71d51fccefd13ec&sdownload= (28.07.2021)].