Hort-Gruppengröße im Vergleich

Neben dem Personalschlüssel in Hortgruppen zählt auch die Gruppengröße zu den Strukturqualitätsmerkmalen von Hortgruppen. Diese Merkmale weisen besonders sichere Zusammenhänge mit der Qualität pädagogischer Prozesse und der kindlichen Entwicklung auf (vgl. zum Forschungsstand Viernickel/Fuchs-Rechlin 2015). So belegen internationale Studien positive Zusammenhänge zwischen kleinen Gruppen und besserer Prozessqualität, kindlichem Verhalten und kindlicher Entwicklung (vgl. ebd.). Darüber hinaus stellen unzureichende strukturelle Rahmenbedingungen, wie beispielsweise zu große Gruppen, für pädagogische Fachkräfte häufig eine Belastungsquelle dar (vgl. Viernickel/Voß 2013). Zu große Gruppen bedeuten für die Kinder und das Fachpersonal übermäßigen Stress, etwa durch Lautstärke, und führen dazu, dass entwicklungsangemessene Aktivitäten nicht ausreichend durchgeführt werden können (vgl. Viernickel/Fuchs-Rechlin 2015). Während es für die anderen Gruppentypen Empfehlungen und Forderungen zu Gruppengrößen gibt, liegen diese für Hortgruppen nicht vor. Wie viele Kinder pro Gruppe in den KiTas mit Gruppenstruktur im Durchschnitt betreut werden, lässt sich anhand der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik analysieren (s. methodische Hinweise). 

Die Zuordnung von Gruppen in KiTas und Horten zu einem bestimmten Gruppentyp wird nicht von den Einrichtungen selbst vorgenommen, sondern erfolgt im Rahmen der Auswertung der Daten der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik. Dabei erfolgt die Zuordnung primär anhand der Alterszusammensetzung der Kinder in der Gruppe. Allerdings findet in bestimmten Fällen auch die Größe der Gruppe Berücksichtigung.

Folgender Gruppentyp mit folgenden Merkmalen wurden anhand der Angaben in der Kinder- und Jugendhilfestatistik gebildet:

- „Hortgruppen“: Hierunter fallen diejenigen Gruppen, in denen sich ausschließlich Schulkinder befinden.

Kategorisierung unabhängig von landesrechtlichen Regelungen
Zu berücksichtigen ist, dass es für den hier vorgenommenen Bundesländervergleich einerseits notwendig ist, solche Gruppendefinitionen vorzunehmen, diese Gruppendefinitionen aber andererseits nicht zwangsläufig mit landesrechtlichen Vorgaben für bestimmte Gruppenarten übereinstimmen müssen. Es ist durchaus möglich, dass es Bundesländer gibt, die in ihren landesrechtlichen Bestimmungen hinsichtlich der Altersstruktur und Größe von Gruppen andere rechtliche Rahmenbedingungen setzen. Auch die Bezeichnung von Gruppentypen (z. B. ‚Kindergartengruppe‘) muss nicht unbedingt mit Bezeichnungen in landesrechtlichen Vorgaben übereinstimmen. Zu beobachten ist auch, dass im Landesrecht zunehmend auf solche Bezeichnungen verzichtet wird und die Beschreibung von unterschiedlichen Gruppen ausschließlich über Vorgaben erfolgt, beispielsweise indem maximale Gruppengrößen bzw. Vorgaben hinsichtlich der Alterszusammensetzung der Kinder in den Gruppen formuliert werden.

Empirisch ist über die letzten Jahre zu beobachten, dass zum einen der ganz überwiegende Anteil von Kindern in KiTas weiterhin in Gruppen betreut wird und die hier vorgenommenen Gruppendefinitionen außerdem eine hohe empirische Entsprechung haben.

Für die verschiedenen gebildeten Gruppentypen wurde analysiert, wie viele Kinder pro Gruppe im Durchschnitt betreut werden. 

Für das Datenjahr 2020 ist zu berücksichtigen, dass aufgrund der zeitweiligen Schließung bzw. des eingeschränkten Betriebs der Kindertageseinrichtungen durch die Corona-Pandemie einige Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen ihre Daten nicht rechtzeitig übermitteln konnten. Bei den entsprechenden Daten muss von einer Untererfassung von ca. 50 KiTas mit ca. 2.000 betreuten Kindern und dem jeweiligen Personal ausgegangen werden.

Quelle

Daten ab 2019:
FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; berechnet vom LG Empirische Bildungsforschung der FernUniversität in Hagen.

Literatur
Viernickel, Susanne/Fuchs-Rechlin, Kirsten (2015): Fachkraft-Kind-Relationen und Gruppengrößen in Kindertageseinrichtungen. Grundlagen, Analysen, Berechnungsmodell, in: Viernickel, Susanne/Kirsten Fuchs-Rechlin, Kirsten/Strehmel, Petra/Preissing, Christa/Bensel, Joachim/Haug-Schnabel, Gabriele: Qualität für alle. Wissenschaftlich begründete Standards für die Kindertagesbetreuung. Freiburg, S. 11–130.

Viernickel, Susanne/Voss, Anja (2013): STEGE. Strukturqualität und Erzieher_innengesundheit in Kindertageseinrichtungen. Wissenschaftlicher Abschlussbericht. Berlin.