Kinder nach Migrationshintergrund in Kindertagespflege

Kinder und Jugendliche wachsen heutzutage zunehmend in einer multikulturellen Gesellschaft auf, und dies insbesondere vor dem Hintergrund der steigenden Anzahl an Kindern mit Fluchtgeschichte in Deutschland. Der Kindertagespflege kommt dabei eine wichtige Funktion für die Integration, Bildung und Teilhabe an der Gesellschaft und der Förderung des Spracherwerbs von Kindern mit einem Migrationshintergrund zu (vgl. Peter/Spieß 2015; s. methodische Hinweise). 

Mit Hilfe des vorliegenden Indikators wird abgebildet, wie viele Kinder, die sich in Kindertagespflege befinden, einen Migrationshintergrund besitzen. Dies ist jedoch nicht zu verwechseln mit der Inanspruchnahmequote von FBBE von Kindern mit und ohne Migrationshintergrund. Diese liegt aus methodischen Gründen nur auf Ebene der Bundesländer vor.

Im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik wird die Anzahl der Kinder mit oder ohne Migrationshintergrund in Kindertagespflege erfasst. Ein Migrationshintergrund wird den Kindern zugeschrieben, von denen mindestens ein Elternteil ausländischer Herkunft ist. Hierbei darf nicht übersehen werden, dass die auf diese Weise erfasste Gruppe an Kindern mit Migrationshintergrund eigentlich sehr heterogen hinsichtlich ihrer (sozio-)ökonomischen und sozialen Lebenslage, Kultur, etc. ist.

Bei der vorliegenden Auswertung werden drei- bis unter sechsjährige Kinder bis zum Schulbesuch in Kindertagespflege betrachtet. Nicht berücksichtigt werden drei- und vierjährige Kinder in (vor-)schulischen Einrichtungen. Dies kann zu geringfügigen Abweichungen zu anderen Tabellen im Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme führen, in denen ab dreijährige Kinder bis zum Schulbesuch in Kindertagespflege, inklusive der drei- und vierjährigen Kinder in (vor-)schulischen Einrichtungen, betrachtet werden.

Quelle

Daten ab 2018:
FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sowie Statistisches Bundesamt, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; berechnet vom LG Empirische Bildungsforschung der FernUniversität in Hagen.

Daten bis 2017:
Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Statistik der Kinder- und Jugendhilfe, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2018.

Literatur
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Becker, Rolf/Tremel, Patricia (2006): Auswirkungen vorschulischer Kinderbetreuung auf die Bildungschancen von Migrantenkinder, in: Soziale Welt 57, S. 397-418.

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Lokhande, Mohini (2013): Hürdenlauf zur Kita: Warum Eltern mit Migrationshintergrund ihr Kind seltener in die frühkindliche Tagesbetreuung schicken. Policy Brief herausgegeben vom Forschungsbereich beim Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (SVR). Berlin.

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Peter, Frauke/Spieß, C. Katharina (2015): Kinder mit Migrationshintergrund in Kindertageseinrichtungen und Horten: Unterschiede zwischen den Gruppen nicht vernachlässigen! in: DIW-Wochenbericht, ISSN 1860-8787, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin, Vol. 82, Iss. 1/2, S. 12-21.

Riedel, Birgit/Lüders, Kilian (2016): Flüchtlingskinder in der Kita - Zugänge gestalten, Kooperationen stützen!. Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis, 61, 138-142.