Befristete Arbeitsverhältnisse in KiTas nach Qualifikationsniveau
Keine Dimension ausgewählt

Vor dem Hintergrund des regionalspezifischen Fachkräftebedarfs sowie der sich daraus ergebenden Herausforderung, qualifizierte Fachkräfte im Arbeitsfeld Kindertagesbetreuung zu gewinnen und zu binden, können „attraktive“ Beschäftigungsbedingungen von enormer Bedeutung sein (vgl. Arbeitsgruppe Fachkräftegewinnung für die Kindertagesbetreuung 2014). Ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis kann ein solches Merkmal sein. So empfiehlt auch der DGB (2018) zur Gewinnung und Sicherung von Fachkräften (Erzieher:innen) in der Kindertagesbetreuung, die systematische Befristung von Fachkräften nach ihrem Abschluss zu vermeiden. Darüber hinaus ist genauer zu prüfen, ob befristete Arbeitsverträge auch Auswirkungen auf die Prozessqualität der pädagogischen Arbeit haben. Das Merkmal Befristung wurde in der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik mit dem Erhebungsstichtag 01.03.2014 erstmals seit 2002 wieder erfasst (s. methodische Hinweise). Es zeigt sich, dass pädagogisch tätige Personen in der KiTa je nach Qualifikation unterschiedlich stark von Befristung betroffen sind.

Im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik wird mit dem Erhebungsjahr 2014 erstmals wieder das Merkmal der Befristung erfasst. Bisher wurden mit Ausnahme des Datenjahres 2018 diejenigen tätigen Personen bei der Auswertung berücksichtigt, die im ersten Arbeitsbereich pädagogisch tätig sind (ohne Verwaltungstätige sowie Tätige im hauswirtschaftlichen und technischen Bereich) und als Angestellte, Arbeiter:innen oder Beamt:innen beschäftigt sind. In 2018 weicht die Definition der pädagogisch Tätigen im Vergleich zum Vorjahr aus datenschutzrechtlichen Gründen jedoch leicht ab. Berücksichtigt werden die tätigen Personen, die im ersten oder zweiten Arbeitsbereich pädagogisch tätig sind (ohne Tätige im hauswirtschaftlichen und technischen Bereich) und als Angestellte, Arbeiter:innen oder Beamt:innen beschäftigt sind. Unberücksichtigt bleiben Personen, die sich in Ausbildung, Praktikum, Freiwilligem Sozialen Jahr oder einer sonstigen Stellung, wie beispielsweise Ordensangehörigkeit, befinden. Dadurch ergeben sich Abweichungen zu anderen Auswertungen, die alle pädagogisch Tätigen einbeziehen.

Ebenso werden im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik die Berufsausbildungsabschlüsse der pädagogisch Tätigen in KiTas erfasst. Diese wurden in der vorliegenden Auswertung zu den folgenden Qualifikationsniveaus zusammengefasst:

- (Einschlägiger) Hochschulabschluss: Dipl.-Sozialpädagog:in oder Dipl.-Sozialarbeiter:in oder Dipl.-Heilpädagog:in (FH oder vergleichbarer Abschluss), Dipl.-Pädagog:in oder Dipl.-Erziehungswissenschaftler:in oder Dipl.-Sozialpädagog:in (Universität oder vergleichbarer Abschluss), staatlich anerkannte:r Kindheitspädagog:in (Bachelor- oder Masterabschluss; Erfassung erst ab 2012)

- (Einschlägiger) Fachschulabschluss: Erzieher:in, Heilpädagog:in (Fachschule), Heilerzieher:in, Heilerziehungspfleger:in

- (Einschlägiger) Berufsfachschulabschluss: Kinderpfleger:in, Familienpfleger:in, Assistent:in im Sozialwesen, soziale und medizinische Helfer:innenberufe

- Sonstige Ausbildungen/Ohne Abschluss: Sonstige soziale/sozialpädagogische Kurzausbildung, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut:in, Psychologische:r Psychotherapeut:in, Psycholog:in mit Hochschulabschluss, Beschäftigungs- und Arbeitstherapeut:in (Ergotherapeut:in), Bewegungspädagog:in, Bewegungstherapeut:in (Motopäd:in), Arzt:Ärztin, (Fach-)Kinderkrankenpfleger:in, Krankenpfleger:in, Altenpfleger:in, Krankengymnast:in, Masseur:in, Masseur:in und med. Bademeister:in, Logopäd:in, Sonderschullehrkraft, sonstige Berufsausbildungsabschlüsse, ohne abgeschlossene Ausbildung

Für das Datenjahr 2020 ist zu berücksichtigen, dass aufgrund der zeitweiligen Schließung bzw. des eingeschränkten Betriebs der Kindertageseinrichtungen durch die Corona-Pandemie einige Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen ihre Daten nicht rechtzeitig übermitteln konnten. Bei den entsprechenden Daten muss von einer Untererfassung von ca. 50 KiTas mit ca. 2.000 betreuten Kindern und dem jeweiligen Personal ausgegangen werden.

Quelle

Daten ab 2018: 
FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; berechnet vom LG Empirische Bildungsforschung der FernUniversität in Hagen.

Daten 2017:
FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2017; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2018.

Daten bis 2016:
FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; Berechnungen des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund.

Literatur
Arbeitsgruppe Fachkräftegewinnung für die Kindertagesbetreuung (2014): Diskussionspapier zur Bindung von pädagogischem Personal in Kindertageseinrichtungen. Berlin.

Autorengruppe Fachkräftebarometer (2014): Berufliche und akademische Ausbildungen, in: Autorengruppe Fachkräftebarometer (2014): Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2014. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. München, S. 64-77.

Balluseck, Hilde von (Hrsg.) (2008): Professionalisierung der Frühpädagogik. Perspektiven, Entwicklungen, Herausforderungen. Opladen.

DGB (2018): DGB-Empfehlungen zur Gewinnung und Sicherung von Fachkräften (Erzieher*innen) in der Kindertagesbetreuung. [Download von: https://www.dgb.de/++co++838086c8-30ff-11e9-9072-52540088cada/DGB-Empfehlungen_Gewinnung_und_Sicherung_Fachkraefte_Kindertagesbetreuung.pdf (21.04.2020)].

Züchner, Ivo/Fuchs-Rechlin, Kirsten/Theisen, Christiane/Göddeke, Lorette/Bröring, Manfred (2014): Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen im Beruf. Ein neues pädagogisches Ausbildungsprofil im Übergang in den Arbeitsmarkt, in: Hanssen, Kirsten/König, Anke/Nürnberg, Carola/Rauschenbach, Thomas (Hrsg.) (2014): Arbeitsplatz Kita. Analysen zum Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2014. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. München, S. 31-46.