Personalschlüssel nach Träger{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Ein zentrales und vielfach diskutiertes Qualitätsmerkmal von frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung ist der sogenannte Personalschlüssel in KiTas. Dieser Indikator gibt das Verhältnis von Anzahl der betreuten Kinder zu einer Fachkraft wieder. Bisherige, insbesondere internationale, Studien zeigen: Bessere Personalschlüssel ermöglichen positive pädagogische Interaktionen und bildungsanregende Aktivitäten für die Kinder (vgl. zum Forschungsstand Viernickel/Schwarz 2009: 13ff.). Zudem lassen sich bei einem vergleichsweise guten Personalschlüssel eine positive Entwicklung der sprachlich-kognitiven Fähigkeiten und eine Steigerung des emotionalen Wohlbefindens der Kinder erkennen (vgl. ebd.). Die Daten der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik veranschaulichen, dass die Personalressourcen der KiTas in den Bundesländern sehr unterschiedlich ausgestaltet und die strukturellen Rahmenbedingungen sehr heterogen sind. Auch nach Trägerschaft einer KiTa unterscheiden sich die Personalschlüssel. Dies wird erstmalig für 2016 ausgewiesen.

Zum 01.03.2017 variiert der Personalschlüssel in den Gruppen mit ausschließlich Kindern unter drei Jahren zwischen 1:3,1 in Baden-Württemberg und 1:6,4 in Sachsen. Diese Qualitätsunterschiede setzen sich auch in Gruppen mit Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt fort (1:7,1 in Baden-Württemberg und 1:13,4 in Mecklenburg-Vorpommern). 

Auf Ebene der Trägerschaft der KiTas zeigt sich innerhalb der Bundesländer ein sehr heterogenes Bild: In Brandenburg und Nordrhein-Westfalen gibt es nur geringe Unterschiede zwischen den Personalschlüsseln in Krippengruppen der KiTa-Träger (jeweils Spannweite von 0,4), wohingegen in Berlin die Personalschlüssel zwischen den KiTa-Trägern stärker variieren (Spannweite von 2,0). In den Kindergartengruppen gibt es noch größere Spannweiten zwischen den KiTa-Trägern: Während in Thüringen zwischen dem günstigsten bzw. ungünstigsten durchschnittlichen Personalschlüssel eines KiTa-Trägers die geringste Spannweite zu verzeichnen ist (von 1,3), so liegt diese Spannweite in Berlin auf einem Niveau von 4,4. 


Demnach sind die Unterschiede bei der Personalausstattung zwischen den Bundesländern größer als die Unterschiede innerhalb eines Bundeslandes zwischen den KiTas unterschiedlicher Trägerschaft. Das bedeutet, bei der Höhe des Personalschlüssels ist der Einfluss bundeslandspezifischer Regelungen stärker als der Einfluss des jeweiligen Trägers innerhalb eines Bundeslandes.

Wie viel Prozent der KiTa-Kinder im Alter von unter drei Jahren bzw. ab drei Jahren in dem Gruppentyp „Krippengruppe“ bzw. „Kindergartengruppe“ betreut werden, kann dem Indikator „Gruppentypen“ entnommen werden.

Zum Thema „Personalschlüssel“
Der für jedes Bundesland ausgewiesene Personalschlüssel ist eine mit Hilfe der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik ermittelte rechnerische Größe (vgl. Fuchs-Rechlin 2013; Strunz 2013; Lange 2008). Der Wert gibt Auskunft darüber, wie viele ganztags betreute Kinder (Ganztagsbetreuungsäquivalente) von einer Vollzeit arbeitenden Fachkraft (Vollzeitäquivalent) betreut werden. Es geht also um den Personalressourceneinsatz, und somit um die Relation zwischen den vertraglich vereinbarten Betreuungszeiten aller Kinder und den vertraglich vereinbarten Arbeitszeiten der Mitarbeiterinnen, die für eine Gruppe eingesetzt werden. Die vertraglich vereinbarte Arbeitszeit umfasst die unmittelbare pädagogische Arbeit mit den Kindern sowie die mittelbare pädagogische Arbeit, die auch Vorbereitungszeiten, Teamsitzungen, Elterngespräche, usw. beinhaltet. Des Weiteren sind darin Urlaub und Fortbildungszeiten – sogenannte Ausfallzeiten – enthalten. Der vorliegende Personalschlüssel umfasst die Arbeitszeiten des pädagogischen Gruppenpersonals sowie anteilig die Arbeitszeiten des gruppenübergreifenden Personals, jedoch nicht die Arbeitszeit der Leitungskräfte (im Gegensatz zu dem Indikator „Personalschlüssel (mit Leitungsstunden)“). Die Arbeitszeiten des Verwaltungspersonals sowie der Beschäftigten, die für die Förderung von Kindern mit (drohender) Behinderung zuständig sind, werden bei dem vorliegenden Indikator nicht berücksichtigt. Der Personalschlüssel gibt nicht an, wie viele Kinder zu jedem Zeitpunkt am Tag von einer Fachkraft betreut werden. Dies wiederrum wird mit Hilfe der sogenannten Fachkraft-Kind-Relation dargestellt, die sich tatsächlich nur auf die direkte pädagogische Arbeitszeit in den Gruppen bezieht.

Ausgewiesen werden die Personalschlüssel für verschiedene Gruppentypen, die sich wie folgt zusammensetzen:

  • "Krippengruppen": Dies sind alle Gruppen, in denen ausschließlich Kinder unter drei Jahren betreut werden.
  • "Kindergarten, Kinder ab drei Jahren bis Schuleintritt": Dies sind alle Gruppen, in denen ausschließlich Kinder von drei Jahren bis zum Schuleintritt sind, also die klassischen Kindergartengruppen.

Die Zuordnung von Gruppen in KiTas zu einem bestimmten Gruppentyp wird nicht von den Einrichtungen selbst vorgenommen, sondern erfolgt im Rahmen der Auswertung der Daten der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik. Dabei erfolgt die Zuordnung primär anhand der Alterszusammensetzung der Kinder in der Gruppe.

Gruppen in denen Kinder mit einer (drohenden) Behinderung betreut werden, werden in der Berechnung nicht berücksichtigt.

Weitere methodische Erläuterungen zum Personalschlüssel sind zu finden unter „Methodik“.

Zum Thema „Trägerschaft der KiTas“
Im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik wird die Trägerschaft der KiTas erfasst. In der vorliegenden Auswertung wurden die folgenden Träger zu den folgenden Kategorien zusammengefasst:

  • Öffentliche Träger: Jugendamt (örtlicher Träger), Landesjugendamt (überörtlicher Träger), Oberste Landesjugendbehörde (Ministerium), Gemeinde oder Gemeindeverband ohne eigenes Jugendamt, ohne Elterninitiativen
  • Arbeiterwohlfahrt oder dessen/deren Mitgliedsorganisationen, ohne Elterninitiativen
  • Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband oder dessen/deren Mitgliedsorganisationen, ohne Elterninitiativen
  • Deutsches Rotes Kreuz oder dessen/deren Mitgliedsorganisationen, ohne Elterninitiativen
  • Diakonie Deutschland/sonstige der EKD angeschlossene Träger
  • Deutscher Caritasverband/sonstige katholische Träger
  • Sonstige freigemeinnützige Träger: Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland oder jüdische Kultusgemeinden, sonstige Religionsgemeinschaften des öffentlichen Rechts, Jugendgruppen, Jugendverband, Jugendring, sonstige juristische Personen, andere Vereinigungen
  • Privat-nichtgemeinnützige Träger: Unternehmens-/Betriebsteil, selbständig privat-gewerblich, natürliche oder andere juristische Personen
  • Elterninitiativen: Unter Elterninitiativen sind Einrichtungen ausgewiesen, die von Eltern oder anderen Personensorgeberechtigten gemäß § 5 SGB VIII selbst organisiert sind, auch wenn sie sich einem anderen Träger angeschlossen haben.

Quelle
FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, auf Grundlage der von der Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik (AKJStat) entwickelten Methodik zur Berechnung des Personalschlüssels, 2018. 
Literatur
Fuchs-Rechlin, Kirsten (2013): Genauer hingeschaut - Personalausstattung in KiTas schlechter als gedacht, in: KomDat Jugendhilfe, Heft 1/2013, S. 12-15.

Lange, Jens (2008): Personalschlüssel in Kindertageseinrichtungen, Berechnungsgrundlagen und empirische Ergebnisse eines vielbeachteten Indikators, in: FORUM Jugendhilfe, H. 3/2008, S. 41-44.

Strunz, Eva (2013): Wie viel Personal für wie viele Kinder? - Der Personalressourceneinsatz in Kindertageseinrichtungen 2013, in: FORUM Jugendhilfe, Heft 4/2013, S. 33-40.

Viernickel, Susanne/Schwarz, Stefanie (2009): Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung – Wissenschaftliche Parameter zur Bestimmung der pädagogischen Fachkraft-Kind-Relation. Expertise. Herausgegeben vom Paritätischen Gesamtverband, dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche Deutschland (EKD) e.V. und der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Berlin.

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