KiTas nach Träger{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Träger von Kindertageseinrichtungen können Träger der öffentlichen Jugendhilfe und Träger der freien Jugendhilfe sein. Innerhalb der freien Träger wird zwischen den (privat) freigemeinnützigen und den privat-nichtgemeinnützigen (auch Wirtschaftsunternehmen) unterschieden (s. methodische Hinweise). Die privat-nichtgemeinnützigen werden den freien Trägern zugeordnet, da die Gemeinnützigkeit kein konstitutives Merkmal der nicht-öffentlichen Träger ist.

Durch das Subsidiaritätsprinzip gilt im Bereich der Kindertagesbetreuung eine Arbeitsteilung zwischen freien und öffentlichen Trägern. Die öffentlichen Träger haben als örtliche und überörtliche Träger die rechtzeitige und ausreichende Bereitstellung von Angeboten der Kindertagesbetreuung zu gewährleisten. Traditionell gibt es in Deutschland mehr Einrichtungen in freier Trägerschaft, nach einer Übergangszeit gilt dies auch für Ostdeutschland (vgl. Lange 2007: 104).

Zwei Drittel (67 %) der KiTas in Deutschland befinden sich 2017 in Trägerschaft der freien Jugendhilfe (inkl. 7,9 % Elterninitiativen), entsprechend ist rund ein Drittel (33 %) in öffentlicher Trägerschaft. Hinsichtlich dieser Differenzierung gab es in den letzten Jahren eine deutliche Annährung zwischen Ost- und Westdeutschland: In Westdeutschland liegt der Anteil der KiTas in freier Trägerschaft mit 67,9 % nur noch leicht über dem entsprechenden Anteil in Ostdeutschland (63,7 %).

Bei den freien Trägern spielen weiterhin KiTas in konfessioneller Trägerschaft eine besondere Rolle: 32,6 % der KiTas sind entweder in Trägerschaft von Caritas bzw. sonstiger katholischer Träger oder der Diakonie bzw. sonstiger konfessioneller Träger, wie beispielsweise Kirchengemeinden. In Westdeutschland ist dieser Anteil traditionell deutlich höher: 37,8 % der westdeutschen KiTas befinden sich in einer christlich-konfessionellen Trägerschaft, während dieser Anteil in Ostdeutschland mit 12,6 % deutlich geringer ist, hier gibt es insbesondere kaum KiTas in katholischer Trägerschaft. Im Osten schließt sich demgegenüber ein größerer Anteil der KiTas dem Paritätischen Wohlfahrtsverband an (15,9 %) und ein höherer Anteil befindet sich in sonstiger Trägerschaft, wie zum Beispiel Jugendgruppen, sonstige Religionsgemeinschaften oder andere Vereinigungen (16 %). Die privat-nichtgemeinnützigen Träger, wie beispielsweise Wirtschaftsunternehmen, spielen eine nur untergeordnete Rolle: Sie betreiben lediglich 2,6 % der KiTas in Deutschland. Elterninitiativen sind bundesweit mit 7,9 % der KiTas vertreten.

Mit Blick auf Bundesländerdifferenzen fällt zunächst der sehr unterschiedliche Anteil der KiTas in öffentlicher Trägerschaft auf: In Hamburg, wo viele KiTas in ehemalig öffentlicher Trägerschaft in die „Hamburger Vereinigung“ überführt wurden, stellen KiTas in öffentlicher Trägerschaft lediglich noch einen Anteil von 1 % der KiTas, während der bundesweit höchste Wert in Sachsen-Anhalt (55,1 %) liegt.

Mit Blick auf die Trägerschaft von KiTas zeigen sich zudem deutliche Differenzen zwischen den Bundesländern bei KiTas in Trägerschaft des Paritätischen, der Diakonie und der Caritas (inkl. angeschlossener Träger). In Süddeutschland sind katholische Träger traditionell weit verbreitet: So sind in Bayern 29,5 % der KiTas in katholischer Trägerschaft und in Baden-Württemberg 20,8 %. Aber auch im Saarland (41,9 %), Rheinland-Pfalz (28 %) und in Nordrhein-Westfalen (24,7 %) werden diesbezüglich hohe Anteile erreicht. KiTas protestantischer Träger sind stärker in norddeutschen Ländern verbreitet: In Schleswig-Holstein betreibt die Diakonie 31,4 %, in Bremen 20,5 % und in Niedersachsen 20,6 % der KiTas. Privat-nichtgemeinnützige Träger treten nur regional hervor, so insbesondere in Hamburg mit 18,8 % der KiTas. Elterninitiativen sind mit 27,6 % der KiTas in Bremen und mit 23,5 % der KiTas in Berlin im Bundesländervergleich am stärksten vertreten. 

Im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik wird die Trägerschaft der Kindertageseinrichtungen erfasst. In der vorliegenden Auswertung wurden die folgenden Träger zu den folgenden Kategorien zusammengefasst:

  • Öffentliche Träger: Jugendamt (örtlicher Träger), Landesjugendamt (überörtlicher Träger), Oberste Landesjugendbehörde (Ministerium), Gemeinde oder Gemeindeverband ohne eigenes Jugendamt, ohne Elterninitiativen
  • Arbeiterwohlfahrt oder dessen/deren Mitgliedsorganisationen, ohne Elterninitiativen
  • Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband oder dessen/deren Mitgliedsorganisationen, ohne Elterninitiativen
  • Deutsches Rotes Kreuz oder dessen/deren Mitgliedsorganisationen, ohne Elterninitiativen
  • Diakonie Deutschland/sonstige der EKD angeschlossene Träger
  • Deutscher Caritasverband/sonstige katholische Träger
  • Sonstige freigemeinnützige Träger: Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland oder jüdische Kultusgemeinden, sonstige Religionsgemeinschaften des öffentlichen Rechts, Jugendgruppen, Jugendverband, Jugendring, sonstige juristische Personen, andere Vereinigungen
  • Privat-nichtgemeinnützige Träger: Unternehmens-/Betriebsteil, selbständig privat-gewerblich, natürliche oder andere juristische Personen

Ab 2016 werden zusätzlich noch Elterninitiativen ausgewiesen: Unter Elterninitiativen sind Einrichtungen ausgewiesen, die von Eltern oder anderen Personensorgeberechtigten gemäß § 5 SGB VIII selbst organisiert sind auch wenn sie sich einem anderen Träger angeschlossen haben.

Quelle
Statistisches Bundesamt: Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund, 2017.

Literatur
Lange, Jens (2007): Strukturmerkmale von Kindertageseinrichtungen, in: Deutsches Jugendinstitut/ Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik (Hrsg.) (2007): Zahlenspiegel 2007. Kindertagesbetreuung im Spiegel der Statistik. München/Dortmund, S. 73-112.