Beschäftigungsumfang nach Träger{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Der pädagogische Alltag wird neben der quantitativen Ausstattung mit Personal auch durch die vertraglich vereinbarten Beschäftigungszeiten der Beschäftigten mitbestimmt. So können lange Betreuungszeiten der Kinder in Kombination mit geringen Beschäftigungsumfängen auf Seiten des pädagogischen Personals dazu führen, dass die Kinder im Tagesverlauf mehrmals einen Personalwechsel erleben. Dies kann möglicherweise hinderlich dafür sein, dass Kinder stabile und kontinuierliche Beziehungen zu den verantwortlichen Fachkräften aufbauen sowie dauerhaft erleben können. Unter Berücksichtigung von pädagogischen Anforderungen sind beispielsweise Arbeitszeiten hinsichtlich ihres zeitlichen Umfangs und ihrer Strukturierung so zu gestalten, dass Kinder wenige Personalwechsel im Laufe eines Tages erleben.

Des Weiteren ist mit einzubeziehen, dass sich aus Sicht der Beschäftigten die Präferenzen hinsichtlich des Beschäftigungsumfangs möglicherweise anders darstellen (vgl. z. B. Fuchs-Rechlin/Strunz 2014: 20; Strunz 2014: 73). Mit Blick auf die Beschäftigungsumfänge pädagogisch tätiger Personen in KiTas (s. auch Indikator „Beschäftigungsumfang“) zeigt sich, dass es zwischen den Bundesländern große Unterschiede hinsichtlich der vertraglich vereinbarten Wochenarbeitszeiten gibt. Die Beschäftigungsumfänge unterscheiden sich jedoch auch nach Trägerschaft der KiTa. Für die fachpolitische Debatte ist dabei interessant, ob sich Differenzen zwischen den Beschäftigungsbedingungen je nach Träger identifizieren lassen. Nicht zuletzt stellt sich dabei auch die Frage, ob bestimmte Träger attraktivere Beschäftigungsbedingungen anbieten und deshalb im Wettbewerb um Fachkräfte als Arbeitgeber erfolgreicher sind.

Die Beschäftigungsumfänge unterscheiden sich nach Trägerschaft der KiTa: So zeigen die Daten der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik zum 01.03.2017 für Deutschland, dass mit 67,7 % ein deutlich größerer Anteil der pädagogisch Tätigen in privat-nichtgemeinnützig organisierten KiTas über einen Arbeitsvertrag verfügen, der 32 Stunden und mehr umfasst, als in KiTas in katholischer Trägerschaft (z. B. Caritas) mit 53,9 %. Auf der anderen Seite haben 20,3 % der pädagogisch Tätigen in KiTas in katholischer Trägerschaft einen Arbeitsvertrag mit unter 21 Wochenarbeitsstunden. Dieser Anteil liegt deutlich höher als der niedrigste Wert, den die Gesamtheit der KiTas in Trägerschaft des Deutschen Roten Kreuzes mit 10,6 % erreicht.

Im hier dargestellten Indikator werden zum 01.03.2017 Daten zum Beschäftigungsumfang sowohl unter Berücksichtigung der Trägerschaft als auch des Bundeslandes dargestellt. In dieser gemeinsamen Betrachtung treten einige Besonderheiten hervor. Beispielsweise können die Arbeitszeiten zwischen den Trägern innerhalb eines Bundeslandes stark oder weniger stark differieren: So verfügen in Brandenburg fast drei Viertel (75 %) der pädagogisch Tätigen in KiTas in Trägerschaft der Arbeiterwohlfahrt über einen Arbeitsvertrag, in dem mindestens 32 Wochenarbeitsstunden festgelegt sind, bei den KiTas in katholischer Trägerschaft ist dieser Anteil mit 45,6 % fast 30 Prozentpunkte niedriger. Diese Spannweite ist in Nordrhein-Westfalen mit gut 7 Prozentpunkten (Caritas: 60,3 %; sonstige freigemeinnützige Träger: 67,5 %) um ein Vielfaches kleiner. 

Hier sind genauere Analysen notwendig, um einerseits die Ursachen der teilweise starken Schwankungen bei gleicher landesrechtlicher Rahmung zu eruieren und andererseits die pädagogischen aber auch personalbezogenen Wirkungen der unterschiedlichen Arbeitszeitgestaltung bewerten zu können.

Im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik werden die Träger der Kindertageseinrichtungen erfasst. In der vorliegenden Auswertung wurden die folgenden Träger zu den folgenden Kategorien zusammengefasst:

  • Öffentliche Träger: Jugendamt (örtlicher Träger), Landesjugendamt (überörtlicher Träger), Oberste Landesjugendbehörde (Ministerium), Gemeinde oder Gemeindeverband ohne eigenes Jugendamt, ohne Elterninitiativen
  • Arbeiterwohlfahrt oder dessen/deren Mitgliedsorganisationen, ohne Elterninitiativen
  • Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband oder dessen/deren Mitgliedsorganisationen, ohne Elterninitiativen
  • Deutsches Rotes Kreuz oder dessen/deren Mitgliedsorganisationen, ohne Elterninitiativen
  • Diakonie Deutschland/sonstige der EKD angeschlossene Träger
  • Deutscher Caritasverband/sonstige katholische Träger
  • Sonstige freigemeinnützige Träger: Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland oder jüdische Kultusgemeinden, sonstige Religionsgemeinschaften des öffentlichen Rechts, Jugendgruppen, Jugendverband, Jugendring, sonstige juristische Personen, andere Vereinigungen
  • Privat-nichtgemeinnützige Träger: Unternehmens-/Betriebsteil, selbständig privat-gewerblich, natürliche oder andere juristische Personen

Für einige Bundesländer mussten aufgrund von zu geringen Fallzahlen und somit aus Datenschutzgründen Werte bestimmter Kategorien zusammengefasst werden. 2015 konnten aus diesem Grund keine Daten ausgewiesen werden.

Ab 2016 werden zusätzlich noch Elterninitiativen ausgewiesen: Unter Elterninitiativen sind Einrichtungen ausgewiesen, die von Eltern oder anderen Personensorgeberechtigten gemäß § 5 SGB VIII selbst organisiert sind auch wenn sie sich einem anderen Träger angeschlossen haben.

Quelle

Daten ab 2017:

FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2017; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2018.

Daten bis 2016: 

FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; Berechnungen des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund. 

Literatur

Fuchs-Rechlin, Kirsten/Strunz, Eva (2014): Die berufliche, familiäre und ökonomische Situation von Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen Sonderauswertung des Mikrozensus 2012. Im Auftrag der Max-Träger-Stiftung der GEW. Frankfurt a. M.

Strunz, Eva (2014): Wie vereinbaren Erzieherinnen Familie und Beruf? Eine Bestandsaufnahme auf Basis des Mikrozensus, in: Hanssen, Kirsten/König, Anke/Nürnberg, Carola/Rauschenbach, Thomas (Hrsg.) (2014): Arbeitsplatz Kita. Analysen zum Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2014. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. München, S. 59-81.

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