Qualifikation des pädagogischen Personals{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].map.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Nach den vorliegenden Studien der Qualitätsforschung gelten die Personalressourcen in KiTas als zentrale strukturelle Rahmenbedingung, die die Qualität der pädagogischen Arbeit neben anderen Faktoren beeinflusst (vgl. Viernickel u. a. 2013: 20). Das Ausbildungsniveau der Fachkräfte wird dabei als ein Merkmal zur Bewertung der Personalressourcen eingestuft. Die Daten der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik liefern Informationen über die Berufsausbildungsabschlüsse des pädagogischen Personals in Deutschland bzw. den Bundesländern. Diese Daten werden unterschiedlichen Qualifikationsniveaus zugeordnet (s. methodische Hinweise).

Mit Blick auf das Qualifikationsniveau zeigt sich eine gewisse Konstanz: Zum 01.03.2016 verfügen nur 2,4 % des pädagogisch tätigen Personals in KiTas (ab 2016 ohne Horte) über keinen formalen Ausbildungsabschluss, d. h. fast alle haben eine Ausbildung absolviert. 70,2 % des pädagogisch tätigen Personals besitzen einen Fachschulabschluss, zumeist als Erzieherin. Der Anteil des pädagogisch tätigen Personals, das einen einschlägigen Hochschulabschluss, zum Beispiel als Diplom-Sozialpädagogin, erworben hat, ist im Bundesdurchschnitt seit 2010 leicht gestiegen, von 3,8 % auf 5,1 %.

Im Vergleich der Bundesländer zeigt sich allerdings, dass die Anteile des Personals mit Fachschulabschluss variieren, und zwar von 49,4 % in Bayern bis zu 92 % in Mecklenburg-Vorpommern. In den Bundesländern, in denen die entsprechenden Anteile unter dem Bundesdurchschnitt liegen, wie beispielsweise in Bayern, Hamburg und Schleswig-Holstein, sind insbesondere die Anteile derjenigen höher, die über einen Berufsfachschulabschluss, beispielsweise als Kinderpflegerin oder Sozialassistentin, verfügen. Zwischen den Bundesländern weist der Personalanteil mit Hochschulabschluss ebenso deutliche Unterschiede auf: Während in Hessen und Sachsen jeweils 9 % des Personals über dieses Qualifikationsniveau verfügen, sind es im Saarland und in Brandenburg noch nicht einmal 3 %. Insgesamt gilt, dass in den ostdeutschen Bundesländern das pädagogische Personal im Durchschnitt ein höheres formales Qualifikationsniveau besitzt als in den meisten westdeutschen Bundesländern: In Ostdeutschland haben 91 % der pädagogisch Tätigen einen Fachschul- oder Hochschulabschluss, ein Abschluss auf Berufsfachschulniveau ist hier eine Seltenheit. In Westdeutschland sind es 71,4 %.

Im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik werden die Berufsausbildungsabschlüsse der pädagogisch Tätigen in KiTas erfasst. Diese wurden in der vorliegenden Auswertung für die Jahre ab 2011 zu den folgenden Qualifikationsniveaus zusammengefasst:

  • (Einschlägiger) Hochschulabschluss: Dipl.-Sozialpädagoge/-pädagogin oder Dipl.-Sozialarbeiter/-in oder Dipl.-Heilpädagoge/-pädagogin (FH oder vergleichbarer Abschluss), Dipl.-Pädagoge/-Pädagogin oder Dipl.-Erziehungswissenschaftler/-in oder Dipl.-Sozialpädagoge/-pädagogin (Universität oder vergleichbarer Abschluss), staatlich anerkannter Kindheitspädagoge/staatlich anerkannte Kindheitspädagogin (Bachelor- oder Masterabschluss; Erfassung erst ab 2012)
  • (Einschlägiger) Fachschulabschluss: Erzieher/-in, Heilpädagoge/-pädagogin (Fachschule), Heilerzieher/-in, Heilerziehungspfleger/-in
  • (Einschlägiger) Berufsfachschulabschluss: Kinderpfleger/-in, Familienpfleger/-in, Assistent/-in im Sozialwesen, soziale und medizinische Helferberufe
  • Sonstige Ausbildungen: Sonstige soziale/sozialpädagogische Kurzausbildung, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/-in, Psychologischer Psychotherapeut/Psychologische Psychotherapeutin, Psychologe/Psychologin mit Hochschulabschluss, Beschäftigungs- und Arbeitstherapeut/-in (Ergotherapeut/-in), Bewegungspädagoge/-pädagogin, Bewegungstherapeut/-in (Motopäde/Motopädin), Arzt/Ärztin, (Fach-)Kinderkrankenschwester/-pfleger, Krankenschwester/-pfleger, Altenpfleger/-in, Krankengymnast/-in, Masseur/-in, Masseur und med. Bademeister/Masseurin und med. Bademeisterin, Logopäde/Logopädin, Sonderschullehrer/-in, und sonstige Berufsausbildungsabschlüsse
  • In Ausbildung: Praktikant/-in im Anerkennungsjahr, anderweitig noch in Ausbildung
  • Ohne Abschluss: Ohne abgeschlossene Ausbildung

Bis 2010 wurden Berufsausbildungsabschlüsse geringfügig anders zusammengefasst, dadurch ist ein Zeitreihenvergleich der Jahre 2010 und davor mit den Jahren ab 2011 nur eingeschränkt möglich.

Ab 2016 werden pädagogisch Tätige in Horten und Hortgruppen bei dem vorliegenden Indikator nicht mehr berücksichtigt. Aus diesem Grund ist ein Zeitreihenvergleich der vorliegenden Daten nur eingeschränkt möglich. Das Qualifikationsniveau des pädagogischen Personals in Horten und Hortgruppen ist zu finden unter „Qualifikationsniveau des Hortpersonals“.

Weitere methodische Erläuterungen zu diesem Indikator sind zu finden unter "Methodik".

Quelle
Daten 2006-2015: Statistisches Bundesamt: Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2006-2015; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund, 2016.

Daten 2016: FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2016; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund, 2017.

Literatur
Viernickel, Susanne/Nentwig-Gesemann, Iris/Nicolai, Katharina/Schwarz, Stefanie/Zenker, Luise (2013): Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung – Bildungsaufgaben, Zeitkontingente und strukturelle Rahmenbedingungen in Kindertageseinrichtungen. Hrsg. Der Paritätische Gesamtverband, Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Berlin.