KiTas mit Hochschulausgebildeten{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Angesichts der zunehmend komplexeren und vielfältigeren Anforderungen an das pädagogische Personal in KiTas, wie zum Beispiel die Bildung, Betreuung und Erziehung von unter dreijährigen Kindern, Qualitätsüberprüfungen oder die Erfüllung von Bildungsprogrammen, und aufgrund der Bedeutsamkeit des formalen Qualifikationsniveaus der Fachkräfte für die Qualität der pädagogischen Arbeit erfährt dieses Berufsfeld eine wachsende Professionalisierung und Akademisierung (vgl. z. B. Autorengruppe Fachkräftebarometer 2014; Balluseck 2008; Blossfeld u. a. 2012; Züchner u. a. 2014). So ist in den vergangenen Jahren neben Veränderungen im berufsfachschulischen Ausbildungssystem eine Vielzahl an Studiengängen im Bereich der Frühen Kindheit entstanden. Inwiefern diese Akademisierungstendenzen in den Bundesländern fortgeschritten sind, kann anhand des Anteils der KiTas, in denen mindestens eine tätige Person über einen fachlich einschlägigen Hochschulabschluss verfügt (s. methodische Hinweise), analysiert werden.

Deutschlandweit ist zum 01.03.2017 in jeder dritten KiTa (34,7 %) mindestens eine pädagogische Fachkraft mit einer fachlich einschlägigen Hochschulausbildung beschäftigt. Dieser Anteil schwankt zwischen den Bundesländern erheblich. In Hamburg (60,7 %) und in Sachsen (61 %) ist in über der Hälfte der KiTas mindestens eine an einer Hochschule ausgebildete Fachkraft tätig. Auch in Bremen (50,3 %) und Hessen (52,8 %) werden diesbezüglich hohe Anteile erreicht. Demgegenüber gibt es in Brandenburg nur in jeder fünften KiTa (21,4 %) mindestens eine hochschulausgebildete Fachkraft. In Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, im Saarland sowie in Sachsen-Anhalt gibt es ebenso einen geringen Anteil an KiTas mit Hochschulausgebildeten (27,5 %, 28,4 %, 28,1 %, 26,2 % und 27 %).

Die zunehmende Bedeutung der akademischen Ausbildung in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung lässt sich auch bei einem Vergleich der amtlichen Daten von 2010 und 2017 erkennen. In allen Bundesländern ist seit 2010 der Anteil der KiTas mit mindestens einer an einer Hochschule ausgebildeten Fachkraft gestiegen. Der stärkste Anstieg ist mit + 27,3 Prozentpunkten in Thüringen zu verzeichnen: Waren es 2010 noch 15,5 % der KiTas mit mindestens einer hochschulausgebildeten Fachkraft, so sind es mittlerweile 42,8 %. In Bremen und Niedersachen sind mit circa + 3 Prozentpunkten die geringsten Anstiege zu verzeichnen. In Bremen wurde allerdings stets ein hohes Niveau erreicht (aktuell 50,3 %).  

Im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik werden jährlich zum 01.03. die Berufsausbildungsabschlüsse der in KiTas beschäftigten Personen erfasst. Die folgenden Kategorien wurden zu den Personen mit einem Hochschulabschluss zusammengefasst: Dipl.-Sozialpädagoge/-pädagogin oder Dipl.-Sozialarbeiter/-in oder Dipl.-Heilpädagoge/-pädagogin (FH oder vergleichbarer Abschluss), Dipl.-Pädagoge/-Pädagogin oder Dipl.-Erziehungswissenschaftler/-in oder Dipl.-Sozialpädagoge/-pädagogin (Universität oder vergleichbarer Abschluss). Ab 2012 werden auch die staatlich anerkannten Kindheitspädagogen/-pädagoginnen (Bachelor/Master) im Rahmen der Statistik erfasst. Für die Jahre davor ist davon auszugehen, dass diese Abschlüsse den zuvor genannten Hochschulabschlüssen zugeschrieben wurden. Unklar bleibt, ob fachlich einschlägige Bachelor- und Masterabschlüsse, die aber nicht der Fachrichtung Kindheitspädagogik angehören, den Kindheitspädagogen/-pädagoginnen oder beispielsweise den einschlägigen Diplomabschlüssen zugeordnet werden.

Quelle

Daten ab 2017:

FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2017; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2018.

Daten bis 2016:

FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; Berechnungen des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund, 2017. 

Literatur
Autorengruppe Fachkräftebarometer (2014): Berufliche und akademische Ausbildungen, in: Autorengruppe Fachkräftebarometer (2014): Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2014. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. München, S. 64-77.

Balluseck, Hilde von (Hrsg.) (2008): Professionalisierung der Frühpädagogik. Perspektiven, Entwicklungen, Herausforderungen. Opladen.

Blossfeld, Hans-Peter/Bos, Wilfried/Daniel, Hans-Dieter/Hannover, Bettina/Lenzen, Dieter/Prenzel, Manfred/Roßbach, Hans-Günther/Tippelt, Rudolf/Wößmann, Ludger (2012): Professionalisierung in der Frühpädagogik. Qualifikationsniveau und -bedingungen des Personals in Kindertagesstätten. Gutachten. Münster.

Züchner, Ivo/Fuchs-Rechlin, Kirsten/Theisen, Christiane/Göddeke, Lorette/Bröring, Manfred (2014): Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen im Beruf. Ein neues pädagogisches Ausbildungsprofil im Übergang in den Arbeitsmarkt, in: Hanssen, Kirsten/König, Anke/Nürnberg, Carola/Rauschenbach, Thomas (Hrsg.) (2014): Arbeitsplatz Kita. Analysen zum Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2014. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. München, S. 31-46.