Hochschulausgebildete nach Arbeitsbereich{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Angesichts der zunehmend komplexeren und vielfältigeren Anforderungen an das pädagogische Personal in KiTas erfährt dieses Berufsfeld eine wachsende Professionalisierung und Akademisierung (vgl. z. B. Autorengruppe Fachkräftebarometer 2014; Balluseck 2008; Blossfeld u. a. 2012; Züchner u. a. 2014Anforderungen sind unter anderen die Bildung, Betreuung und Erziehung von unter dreijährigen Kindern, Qualitätsüberprüfungen, die Erfüllung von Bildungsprogrammen und die zunehmende Bedeutsamkeit des formalen Qualifikationsniveaus der Fachkräfte für die Qualität der pädagogischen Arbeit So ist in den vergangenen Jahren neben Veränderungen im berufsfachschulischen Ausbildungssystem eine Vielzahl an Studiengängen im Bereich der Frühen Kindheit entstanden. Weitere Veränderungen sind in den nächsten Jahren durch einen erhöhten Fachkräftebedarf zu erwarten (vgl. Prognos AG 2018). Auf welchen Positionen Fachkräfte mit einem fachlich einschlägigen Hochschulabschluss in KiTas arbeiten, kann anhand der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik analysiert werden. So gibt der hier ausgewertete Indikator Auskunft darüber, in welchem ersten Arbeitsbereich in einer KiTa Hochschulabsolvent*innen mit einem fachlich einschlägigen Abschluss in den einzelnen Bundesländern eingesetzt werden (s. methodische Hinweise). Differenziert wird dabei nach den folgenden drei Arbeitsbereichen der pädagogischen Fachkräfte: erstens die Personen, die in Gruppen bzw. gruppenübergreifend tätig sind, zweitens die Personen, die überwiegend für die Förderung von Kindern mit (drohender) Behinderung nach SGB VIII/XII zuständig sind sowie drittens die Personen, die als Leitungspersonal angestellt sind.

Bundesweit sind zum 01.03.2018 mehr als zwei Drittel der Fachkräfte mit einem Hochschulabschluss in Gruppen oder gruppenübergreifend tätig (69,3 %), weitere 22,7 % sind als Leitung beschäftigt und 8,0 % sind für die Förderung von Kindern mit (drohender) Behinderung zuständig.

Zwischen den Bundesländern ergeben sich auffällige Differenzen bei der Besetzung der Hochschulausgebildeten nach Arbeitsbereichen: Während in Baden-Württemberg 82,0 % des pädagogisch tätigen Personals mit Hochschulabschluss in Gruppen oder gruppenübergreifend beschäftigt ist, so trifft dies in Hamburg auf etwas mehr als die Hälfte aller hochschulausgebildeten Fachkräfte zu (51,7 %). In diesem Stadtstaat ist hingegen fast die Hälfte des Personals auch als Leitung beschäftigt (45,6 %). Dies trifft ebenso auf einen Großteil der Fachkräfte in Sachsen (44,9 %) und Bremen (39,9 %) bzw. umso seltener auf Fachkräfte in Baden-Württemberg und Bayern (14,1 % bzw. 12,9 %) zu. Auffällig häufig sind hochschulausgebildete Fachkräfte in Bayern, Berlin und im Saarland für die Förderung von Kindern mit (drohender) Behinderung zuständig (17,1 % bzw. 15,9 % bzw. 13,5 %), wohingegen dies in Hamburg nur auf 2,6 % bzw. in Sachsen auf 2,7 % des Personals zutrifft.

Im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik werden jährlich zum 01.03. die Berufsausbildungsabschlüsse der in KiTas beschäftigten Personen erfasst. Die folgenden Kategorien werden zu den Personen mit einem Hochschulabschluss zusammengefasst: Dipl.-Sozialpäda*gin oder Dipl.-Sozialarbeiter*in oder Dipl.-Heilpädagog*in (FH oder vergleichbarer Abschluss), Dipl.-Pädagog*in oder Dipl.-Erziehungswissenschaftler*in oder Dipl.-Sozialpädagog*in (Universität oder vergleichbarer Abschluss). Ab 2012 werden auch die staatlich anerkannten Kindheitspädagog*innen (Bachelor/Master) im Rahmen der Statistik erfasst. Für die Jahre davor ist davon auszugehen, dass diese Abschlüsse den zuvor genannten Hochschulabschlüssen zugeschrieben wurden. Unklar bleibt, ob fachlich einschlägige Bachelor- und Masterabschlüsse, die aber nicht der Fachrichtung Kindheitspädagogik angehören, den Kindheitspädagog*innen oder beispielsweise den einschlägigen Diplomabschlüssen zugeordnet werden.

Ebenso werden im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik die folgenden Arbeitsbereiche des Personals in KiTas sowie die für diese Bereiche vertraglich vereinbarten Wochenstunden erfasst: Gruppenleitung, Zweit- bzw. Ergänzungskraft, gruppenübergreifend tätig, Förderung von Kindern mit (drohender) Behinderung, Leitung und Verwaltung. In der vorliegenden Auswertung werden die ersten drei genannten Arbeitsbereiche zusammengefasst sowie der Arbeitsbereich Verwaltung nicht berücksichtigt. Erst ab 2011 erfolgte in der amtlichen Statistik eine Abfrage des ersten und zweiten Arbeitsbereiches, so dass ein Vergleich zu den Daten des Vorjahres nur eingeschränkt möglich ist. So wurden vor 2011 beispielsweise bei den Leitungstätigen nur die vollständig freigestellten Leitungstätigen ausgewiesen. In den Daten ab 2011 werden in der vorliegenden Auswertung unter Leitung alle Tätigen erfasst, die im ersten Arbeitsbereich Leitungsaufgaben wahrnehmen, unabhängig davon, ob sie vollständig für Leitungsaufgaben freigestellt oder noch in einem zweiten Arbeitsbereich tätig sind.

Quelle

Daten ab 2018:
FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2018; berechnet vom LG Empirische Bildungsforschung der FernUniversität in Hagen, 2019.

Daten bis 2017:
Statistisches Bundesamt: Kinder und tätige Personen in Kindertageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund, 2017.

Literatur
Autorengruppe Fachkräftebarometer (2014): Berufliche und akademische Ausbildungen, in: Autorengruppe Fachkräftebarometer (2014): Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2014. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. München, S. 64-77.

Balluseck, Hilde von (Hrsg.) (2008): Professionalisierung der Frühpädagogik. Perspektiven, Entwicklungen, Herausforderungen. Opladen.

Blossfeld, Hans-Peter/Bos, Wilfried/Daniel, Hans-Dieter/Hannover, Bettina/Lenzen, Dieter/Prenzel, Manfred/Roßbach, Hans-Günther/Tippelt, Rudolf/Wößmann, Ludger (2012): Professionalisierung in der Frühpädagogik. Qualifikationsniveau und -bedingungen des Personals in Kindertagesstätten. Gutachten. Münster.

Prognos AG (2018): Zukunftsszenarien: Fachkräfte in der Frühen Bildung gewinnen und binden, Prognos AG , Berlin [Download von: https://www.bmfsfj.de/blob/131412/a0c3b93fcd6de48eedeb349a3c5d6532/prognos-studie-2018-data.pdf (13.09.2019)]. 

Züchner, Ivo/Fuchs-Rechlin, Kirsten/Theisen, Christiane/Göddeke, Lorette/Bröring, Manfred (2014): Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen im Beruf. Ein neues pädagogisches Ausbildungsprofil im Übergang in den Arbeitsmarkt, in: Hanssen, Kirsten/König, Anke/Nürnberg, Carola/Rauschenbach, Thomas (Hrsg.) (2014): Arbeitsplatz Kita. Analysen zum Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2014. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. München, S. 31-46.