Hochschulausgebildete nach Arbeitsbereich{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
{{selectedIndicatorSet.name}}

Angesichts der zunehmend komplexeren und vielfältigeren Anforderungen an das pädagogische Personal in KiTas, wie zum Beispiel die Bildung, Betreuung und Erziehung von unter dreijährigen Kindern, Qualitätsüberprüfungen oder die Erfüllung von Bildungsprogrammen, und aufgrund der Bedeutsamkeit des formalen Qualifikationsniveaus der Fachkräfte für die Qualität der pädagogischen Arbeit erfährt dieses Berufsfeld eine wachsende Professionalisierung und Akademisierung (vgl. z. B. Autorengruppe Fachkräftebarometer 2014; Balluseck 2008; Blossfeld u. a. 2012; Züchner u. a. 2014). So ist in den vergangenen Jahren neben Veränderungen im berufsfachschulischen Ausbildungssystem eine Vielzahl an Studiengängen im Bereich der Frühen Kindheit entstanden. Auf welchen Positionen Fachkräfte mit einem fachlich einschlägigen Hochschulabschluss in KiTas arbeiten, kann anhand der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik analysiert werden. So gibt der hier ausgewertete Indikator Auskunft darüber, in welchem ersten Arbeitsbereich in einer KiTa Hochschulabsolventinnen mit einem fachlich einschlägigen Abschluss in den einzelnen Bundesländern eingesetzt werden (s. methodische Hinweise). Differenziert wird dabei nach den folgenden drei Arbeitsbereichen der pädagogischen Fachkräfte: erstens die Personen, die in Gruppen bzw. gruppenübergreifend tätig sind, zweitens die Personen, die überwiegend für die Förderung von Kindern mit (drohender) Behinderung nach SGB VIII/XII zuständig sind sowie drittens die Personen, die als Leitungspersonal angestellt sind.

Bundesweit sind zum 01.03.2017 mehr als zwei Drittel der Fachkräfte mit einem Hochschulabschluss in Gruppen oder gruppenübergreifend tätig (69,7 %), weitere 22,6 % sind als Leitung beschäftigt und 7,7 % sind für die Förderung von Kindern mit (drohender) Behinderung zuständig.

Zwischen den Bundesländern ergeben sich auffällige Differenzen bei der Besetzung der Hochschulausgebildeten nach Arbeitsbereichen: Während in Baden-Württemberg 82,5 % des pädagogisch tätigen Personals mit Hochschulabschluss in Gruppen oder gruppenübergreifend beschäftigt ist, so trifft dies in Hamburg auf etwas mehr als die Hälfte aller hochschulausgebildeten Fachkräfte zu (51,4 %). In diesem Stadtstaat ist hingegen fast die Hälfte des Personals auch als Leitung beschäftigt (44,8 %). Dies trifft ebenso auf einen Großteil der Fachkräfte in Sachsen (42,4 %) und Bremen (37,9 %) bzw. umso seltener auf Fachkräfte in Baden-Württemberg und Bayern (13,9 % bzw. 14 %) zu. Auffällig häufig sind hochschulausgebildete Fachkräfte in Bayern und im Saarland für die Förderung von Kindern mit (drohender) Behinderung zuständig (15,6 % bzw. 15,2 %), wohingegen dies in Sachsen nur auf 3,1 % bzw. in Rheinland-Pfalz nur auf 3,3 % des Personals zutrifft. 

Im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik werden jährlich zum 01.03. die Berufsausbildungsabschlüsse der in KiTas beschäftigten Personen erfasst. Die folgenden Kategorien werden zu den Personen mit einem Hochschulabschluss zusammengefasst: Dipl.-Sozialpädagoge/-pädagogin oder Dipl.-Sozialarbeiter/-in oder Dipl.-Heilpädagoge/-pädagogin (FH oder vergleichbarer Abschluss), Dipl.-Pädagoge/-Pädagogin oder Dipl.-Erziehungswissenschaftler/-in oder Dipl.-Sozialpädagoge/-pädagogin (Universität oder vergleichbarer Abschluss). Ab 2012 werden auch die staatlich anerkannten Kindheitspädagogen/-pädagoginnen (Bachelor/Master) im Rahmen der Statistik erfasst. Für die Jahre davor ist davon auszugehen, dass diese Abschlüsse den zuvor genannten Hochschulabschlüssen zugeschrieben wurden. Unklar bleibt, ob fachlich einschlägige Bachelor- und Masterabschlüsse, die aber nicht der Fachrichtung Kindheitspädagogik angehören, den Kindheitspädagogen/-pädagoginnen oder beispielsweise den einschlägigen Diplomabschlüssen zugeordnet werden.

Ebenso werden im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik die folgenden Arbeitsbereiche des Personals in KiTas sowie die für diese Bereiche vertraglich vereinbarten Wochenstunden erfasst: Gruppenleitung, Zweit- bzw. Ergänzungskraft, gruppenübergreifend tätig, Förderung von Kindern mit (drohender) Behinderung, Leitung und Verwaltung. In der vorliegenden Auswertung werden die ersten drei genannten Arbeitsbereiche zusammengefasst sowie der Arbeitsbereich Verwaltung nicht berücksichtigt. Erst ab 2011 erfolgte in der amtlichen Statistik eine Abfrage des ersten und zweiten Arbeitsbereiches, so dass ein Vergleich zu den Daten des Vorjahres nur eingeschränkt möglich ist. So wurden vor 2011 beispielsweise bei den Leitungstätigen nur die vollständig freigestellten Leitungstätigen ausgewiesen. In den Daten ab 2011 werden in der vorliegenden Auswertung unter Leitung alle Tätigen erfasst, die im ersten Arbeitsbereich Leitungsaufgaben wahrnehmen, unabhängig davon, ob sie vollständig für Leitungsaufgaben frei gestellt oder noch in einem zweiten Arbeitsbereich tätig sind.

Quelle
Statistisches Bundesamt: Kinder und tätige Personen in Kindertageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund, 2017. 

Literatur
Autorengruppe Fachkräftebarometer (2014): Berufliche und akademische Ausbildungen, in: Autorengruppe Fachkräftebarometer (2014): Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2014. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. München, S. 64-77.

Balluseck, Hilde von (Hrsg.) (2008): Professionalisierung der Frühpädagogik. Perspektiven, Entwicklungen, Herausforderungen. Opladen.

Blossfeld, Hans-Peter/Bos, Wilfried/Daniel, Hans-Dieter/Hannover, Bettina/Lenzen, Dieter/Prenzel, Manfred/Roßbach, Hans-Günther/Tippelt, Rudolf/Wößmann, Ludger (2012): Professionalisierung in der Frühpädagogik. Qualifikationsniveau und -bedingungen des Personals in Kindertagesstätten. Gutachten. Münster.

Züchner, Ivo/Fuchs-Rechlin, Kirsten/Theisen, Christiane/Göddeke, Lorette/Bröring, Manfred (2014): Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen im Beruf. Ein neues pädagogisches Ausbildungsprofil im Übergang in den Arbeitsmarkt, in: Hanssen, Kirsten/König, Anke/Nürnberg, Carola/Rauschenbach, Thomas (Hrsg.) (2014): Arbeitsplatz Kita. Analysen zum Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2014. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. München, S. 31-46.