Pädagogisches Personal: Entwicklung von Voll- und Teilzeitbeschäftigung{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].map.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
{{selectedIndicatorSet.name}}

In den vergangenen Jahren hat das Arbeitsfeld der Kindertagesbetreuung enorm an Bedeutung gewonnen. Dies zeigt sich unter anderem an dem quantitativen Zuwachs pädagogisch tätiger Personen in KiTas von 2006 zu 2016: In diesem Zeitraum ist die bundesweite Anzahl der Beschäftigten von knapp 352.800 pädagogisch Tätigen in KiTas auf rund 570.700 Personen angestiegen, dies entspricht einem prozentualen Anstieg von 61,8 %. In den einzelnen Bundesländern wurde die Anzahl der pädagogisch Tätigen zwischen 35,8 % (Sachsen-Anhalt) und 96,7 % (Bayern) erhöht. Inwiefern sich die Anzahl der Tätigen mit 38,5 und mehr Wochenarbeitsstunden (hier bezeichnet als Vollzeittätige) und der Beschäftigten mit einem geringerem wöchentlichen Arbeitsstundenvolumen (hier bezeichnet als Teilzeittätige) entwickelt hat, kann mit Hilfe der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik analysiert werden (s. methodische Hinweise). Diese Daten liefern jedoch keine Informationen darüber, seit wann die einzelnen Personen pädagogisch in KiTas tätig sind. Aus diesem Grund ist keine genaue Information darüber möglich, zu welchen Anteilen die neuen Stellen Vollzeit- bzw. Teilzeitbeschäftigungsverhältnisse sind. Analysiert wird damit auch nicht die Entwicklung des Gesamtbeschäftigungsvolumens in KiTas. 

Die Anzahl der Beschäftigten ist zwischen 2006 und 2016 um insgesamt rund 217.900 pädagogisch Tätige in KiTas angestiegen. Die Anzahl der Tätigen mit 38,5 und mehr Wochenarbeitsstunden (Vollzeittätige) ist um ungefähr 87.700 Personen (40,3 %) und die Anzahl der Tätigen mit weniger Wochenarbeitsstunden (Teilzeittätige) um fast 130.200 Personen (59,7 %) gewachsen. Dies bedeutet, dass auch aktuell mehr Teilzeitverträge abgeschlossen werden als das pädagogisch Tätige mit Vollzeitverträgen ausgestattet werden, d.h. es gibt keine Indizien, dass sich an der Prägung des Arbeitsfeldes durch Teilzeitbeschäftigung etwas grundlegendes ändert. Dies bedeutet aber nicht, wie bereits dargestellt, dass 87.700 Vollzeitstellen neu entstanden sind, so kann beispielsweise eine Tätige ihr Arbeitszeitvolumen von 30 auf 38,5 Wochenarbeitsstunden aufgestockt haben, sie würde dann in den hier dargestellten Daten zunächst bei den Teilzeittätigen, aktuell aber bei den Vollzeitbeschäftigten erfasst werden.

In den ostdeutschen Bundesländern ist in dem genannten Zeitraum die Anzahl der Vollzeitstellen um 19.200 Personen und der Teilzeitstellen um 21.800 Personen gestiegen (46,8 % bzw. 53,2 %). In Westdeutschland hingegen ist die Anzahl der Teilzeitstellen stärker gestiegen als in Ostdeutschland, und zwar fallen hier 61,3 % der Stellen auf Beschäftigte mit einer Arbeitszeit von unter 38,5 Wochenstunden.

Zwischen den Bundesländern gibt es enorme Differenzen bezüglich der Entwicklung der Beschäftigungszahlen nach Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigten. Während in Sachsen rund 2.400 Vollzeit- (22,1 %) und 8.500 Teilzeitbeschäftigte (77,9 %) mehr im Jahr 2016 als noch 2006 in KiTas angestellt sind, so belaufen sich diese Anteile in Thüringen auf 66,9 % bzw. 33,1 %.

Im Indikator wird dargestellt, wie viele Personen im März 2006 bzw. März 2016 in Kindertageseinrichtungen pädagogisch tätig waren, dabei wurden auch die Leitungstätigen berücksichtigt. In der Spalte „Entwicklung 2006 – 2016 | Insgesamt“ wird die Differenz zwischen der Anzahl der Tätigen in 2006 und 2016 ausgewiesen. In den Spalten „Entwicklung 2006 – 2016 | Vollzeittätige“ bzw. „Entwicklung 2006 – 2016 | Teilzeittätige“ wird ausgewiesen, wie viel mehr oder weniger pädagogisch Vollzeittätige bzw. Teilzeittätige es in diesem Zeitraum gab. In den Spalten „Anteil an der Gesamtentwicklung in %“ wird ausgewiesen, wie hoch jeweils der Anteil der Vollzeit- bzw. Teilzeittätigen an der „Entwicklung 2006 – 2016 | Insgesamt“ ist.

Zu berücksichtigen ist, dass die KJH-Statistik lediglich den Stundenumfang der Tätigkeit erfasst, nicht aber den Anteil an einer Vollzeitbeschäftigung. Es gibt je nach Tarifvertrag unterschiedliche Stundenumfänge für eine Vollzeitbeschäftigung. In diesem Kontext wird davon ausgegangen, dass ein Beschäftigungsumfang von 38,5 Wochenarbeitsstunden und mehr einer Vollzeitbeschäftigung entspricht.

Quelle
Statistisches Bundesamt: Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege 2006; FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2016, zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund, 2017.