Altersstruktur des pädagogischen Personals{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Das steigende Durchschnittsalter des pädagogischen Personals in Kindertageseinrichtungen bedeutet neue Herausforderungen in diesem Arbeitsbereich, beispielsweise müssen Arbeitsbedingungen so gestaltet werden, dass auch ältere Fachkräfte davon profitieren. Dazu gehören unter anderem Fortbildungen sowie Maßnahmen zur Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes (vgl. Fuchs-Rechlin 2010: 2). In KiTas gibt es viele Faktoren, die mit zunehmenden Alter als belastender empfunden werden: Hierzu zählen die Belastung durch Personalmangel, einseitige körperliche Belastungen, die Überforderung durch bestimmte Aufgaben sowie die Belastung, die durch den Geräuschpegel bei der Arbeit erzeugt wird (vgl. Fuchs-Rechlin 2007: 42, zit. n. Riedel 2008: 201). Wie alt das pädagogische Personal in KiTas ist, kann mit Hilfe der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik abgebildet werden. 

2016 sind bundesweit 12,4 % des pädagogischen KiTa-Personals jünger als 25 Jahre, 35,7 % sind zwischen 25 bis unter 40 Jahre und 35,5 % sind 40 bis unter 55 Jahre alt. Mehr als jede siebte Fachkraft (16,5 %) ist 55 Jahre und älter. Im Ost-West-Vergleich zeigen sich allerdings Unterschiede: Während in Westdeutschland das pädagogische KiTa-Personal etwa je zur Hälfte jünger als 40 Jahre bzw. 40 Jahre und älter ist, liegt in Ostdeutschland der Anteil der unter 40 Jährigen bei lediglich 40 %, der 40-Jährigen und Älteren bei 60 %. Insbesondere bei den Jüngsten und den Ältesten fallen die Unterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland besonders auf: So sind in Ostdeutschland 6,2 % des pädagogischen KiTa-Personals jünger als 25 Jahre, aber 21,6 % 55 Jahre und älter. In Westdeutschland sind 2016 noch 14 % jünger als 25 Jahre und 15,1 % 55 Jahre und älter. Das KiTa-Personal in Westdeutschland ist somit im Durchschnitt jünger als das in Ostdeutschland.

Zwischen den Bundesländern ergeben sich noch auffälligere Differenzen. Während in Bayern am meisten unter 25-Jährige (17,4 %) und am wenigsten 55-Jährige und Ältere (13,2 %) beschäftigt sind, sind lediglich 5 % der pädagogisch Tätigen in Brandenburg unter 25 Jahre und jede vierte Fachkraft (25,5 %) in Sachsen-Anhalt 55 Jahre und älter.

Im Zeitverlauf zeigt sich, dass das Alter des pädagogischen Personals bundesweit angestiegen ist. Während 2002 lediglich 5,4 % der Fachkräfte den 55-Jährigen und Älteren zuzuordnen waren, waren es 2016 in etwa das Dreifache (16,5 %). Bei den unter 25-Jährigen ist der Anteil mit 15,9 % in 2002 auf 12,4 % in 2016 leicht zurückgegangen. Die Verschiebung der Altersstrukturen ist im gesamten Bundesgebiet sichtbar. Somit zeichnet sich zukünftig „aufgrund des ‘Altersausstiegs‘‚ bei den pädagogischen Fachkräften und des damit verbundenen ‘Ersatzbedarfs‘‚ eine hohe Arbeitsmarktnachfrage nach pädagogischen Fachkräften ab“ (Schilling/Rauschenbach 2012 zit. n. Züchner u. a. 2014: 32). Vor dem Hintergrund des weiteren Ausbaus von KiTa-Plätzen, der erforderlichen Verbesserung des Personalschlüssels, der Erweiterung der Ganztagsangebote in KiTas für Kindergartenkinder in Westdeutschland und des Ausbaus der Ganztagsangebote in der Grundschule erscheint diese Entwicklung problematisch (vgl. Schilling 2014a/b). Die Arbeitsbedingungen für verschiedene Altersgruppen attraktiv zu gestalten und diese somit an das Arbeitsfeld langfristig zu binden, stellt somit eine bedeutsame Herausforderung dar.

Quelle
Statistisches Bundesamt: Tageseinrichtungen für Kinder 1998, 2002; Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen 2006, 2007, 2008; Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege verschiedene Jahre; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund, 2016.

Literatur
Fuchs-Rechlin, Kirsten (2010): Das Personal in Kitas, in: KomDat Jugendhilfe, Heft 3/2010, 13. Jg., S. 1-2.

Fuchs-Rechlin, Kirsten (2007): Wie gehts im Job? KiTa-Studie der GEW. Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (Hrsg.). Frankfurt.

Riedel, Birgit (2008): Das Personal in Kindertageseinrichtungen: Entwicklungen und Herausforderungen, in: Deutsches Jugendinstitut/Universität Dortmund (Hrsg.) (2008): Zahlenspiegel 2007. Kindertagesbetreuung im Spiegel der Statistik, S. 199-202.

Schilling, Matthias (2014a): Setzt sich der Fachkräftemangel in Kitas weiter fort?, in: KomDat. Kommentierte Daten der Kinder- und Jugendhilfe, Heft Nr. 1&2/2014, 17. Jg., S. 13-17.

Schilling, Matthias (2014b): Fachkräftebedarf und Fachkräftedeckung in der Kindertagesbetreuung 2014 bis 2025, in: Hanssen, Kirsten/König, Anke/Nürnberg, Carola/Rauschenbach, Thomas (Hrsg.) (2014): Arbeitsplatz Kita. Analysen zum Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2014. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. München, S. 95-109.

Schilling, Matthias/Rauschenbach, Thomas (2012): Personalbedarfsberechnung für den Bereich Kindertagesbetreuung für den Zeitraum von März 2011 bis August 2013. Aktualisierung und Erweiterung der Publikation „Der U3-Ausbau und seine personellen Folgen“ von Thomas Rauschenbach und Matthias Schilling, München 2010. Dortmund.

Züchner, Ivo/Fuchs-Rechlin, Kirsten/Theisen, Christiane/Göddeke, Lorette/Bröring, Manfred (2014): Kindheitspädagoginnen und Kindheitspädagogen im Beruf: Ein neues pädagogisches Ausbildungsprofil im Übergang in den Arbeitsmarkt, in: Hanssen, Kirsten/König, Anke/Nürnberg, Carola/Rauschenbach, Thomas (Hrsg.) (2014): Arbeitsplatz Kita. Analysen zum Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2014. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. München, S. 31-46.