Kinder nach Gruppentypen{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Die Alterszusammensetzung der betreuten Kinder in den Gruppen – die Spannweite der Altersmischung – steht in enger Beziehung zu den Strukturqualitätsmerkmalen des Personalschlüssels bzw. der Fachkraft-Kind-Relation, der Kontinuität des pädagogischen Personals sowie der Gruppengröße und sagt somit allein nicht viel über die Qualität einer KiTa aus. Zu welchem Anteil Kinder unter drei Jahren und Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt in den Bundesländern bestimmte Gruppentypen bzw. Einrichtungen ohne feste Gruppenstruktur nutzen, kann mit Hilfe der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik analysiert werden (s. methodische Hinweise). Grundgesamtheit sind alle Kinder bis zum Schuleintritt in Kindertageseinrichtungen. Unberücksichtigt bleiben Kinder in Kindertagespflege bzw. Kinder, die kein Angebot nutzen.

Deutschlandweit besuchen unter Dreijährige am häufigsten eine Krippengruppe (42,9 %), also Gruppen in denen ausschließlich unter dreijährige Kinder sind. Während im Osten 52,8 % der unter Dreijährigen in Krippengruppen sind, nutzen im Westen lediglich 38,3 % diesen Gruppentyp. Dieser Anteil ist jedoch in Westdeutschland seit 2008 (22,7 %) stetig angestiegen. Auffällig ist, dass in Mecklenburg-Vorpommern knapp drei Viertel (73,9 %) der Kinder diesem Gruppentyp zugehörig sind, dagegen in Nordrhein-Westfalen nur 16,5 %. Die für zweijährige Kinder bereits geöffneten Kindergartengruppen und Gruppen mit Kindern von Geburt bis Schule sind in dieser Altersgruppe eher zunehmend selten vertreten, bundesweit 9,8 % bzw. 10,9 %. Allerdings ist der Anteil der für Zweijährige geöffneten Kindergartengruppen in Nordrhein-Westfalen mit 31,2 % herausragend hoch, d. h. viele Kinder unter drei Jahren besuchen in diesem Bundesland eine Gruppe, in der Kinder ab zwei Jahren bis zum Schuleintritt betreut werden. In einigen Bundesländern ist es vor dem Hintergrund der Notwendigkeit, verstärkt jüngeren Kinder ein FBBE-Angebot zu unterbreiten, zur rechtlichen und konzeptionellen Öffnung von Kindergartengruppen für Kinder im Alter von zwei Jahren gekommen. Hier ist zu beobachten, ob dieser Gruppentyp nur ein „Übergangsphänomen“ bleibt. Bemerkenswert ist ebenfalls, dass in Bremen fast die Hälfte der Kinder in Gruppen mit ausschließlich unter vierjährigen Kindern sind (49 %).

Deutschlandweit besuchen ab dreijährige Kinder bis zum Schuleintritt am häufigsten Gruppen in der nur Kinder dieser Altersgruppe betreut werden (klassische Kindergartengruppe), insgesamt sind es 56,5 %. Der Unterschied zwischen Ost (58,8 %) und West (55,9 %) ist hier gering, dagegen ist der Unterschied zwischen den einzelnen Bundesländern groß: Während in Bremen 80,7 % der Kinder eine klassische Kindergartengruppe besuchen, sind es in Berlin nur 32,3 % und in Rheinland-Pfalz nur 38,6 %. Am zweithäufigsten wird in der Altersgruppe die für Zweijährige geöffnete Kindergartengruppe genutzt (Deutschland: 21,7 %), wobei dieser Gruppentyp in Westdeutschland mit 24,6 % mehr als doppelt so häufig wie in Ostdeutschland (10,6 %) vertreten ist. Auch hier ist die Bandbreite zwischen den Bundesländern groß: In Nordrhein-Westfalen sind 35,4 % der Kinder in für Zweijährige geöffnete Kindergartengruppen und in Bremen lediglich 2,9 %. Altersübergreifende Gruppen (9,2 %) werden von Kindern dieser Altersgruppe seltener besucht. 

Die Zuordnung von Gruppen in KiTas zu einem bestimmten Gruppentyp wird nicht von den Einrichtungen selbst vorgenommen, sondern erfolgt im Rahmen der Auswertung der Daten der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik. Dabei erfolgt die Zuordnung primär anhand der Alterszusammensetzung der Kinder in der Gruppe. Allerdings findet in bestimmten Fällen auch die Größe der Gruppe Berücksichtigung.
Folgende Gruppentypen mit folgenden Merkmalen wurden bei der Indikatorenentwicklung ab 2012 gebildet:

  • "Krippengruppen": Dies sind alle Gruppen, in denen ausschließlich Kinder unter drei Jahren sind.
  • "Für Zweijährige geöffnete Kindergartengruppen": Dies sind Gruppen mit 15 und mehr Kindern, in denen neben ab dreijährigen Kindern bis zum Schulbesuch auch bis zu fünf zweijährige Kinder betreut werden.
  • "Gruppen mit Kindern unter vier Jahren": Dies sind alle Gruppen, die nicht den Krippengruppen zugeordnet sind und in denen ausschließlich unter vierjährige Kinder sind. Bis 2011 ist dieser Gruppentyp in den altersübergreifenden Gruppen enthalten.
  • "altersübergreifende Gruppen": Hierunter fallen diejenigen Gruppen, die nicht den vorangegangenen Gruppentypen zugeordnet wurden, aber in denen unter Dreijährige sind, als auch ab Dreijährige bis zum Schuleintritt sind. Sprachlich exakt müsste diese Form "altersgruppenübergreifende Gruppen" heißen, da diese Gruppen sowohl von Kindern im Alter von unter drei Jahren (‚Krippenkinder‘) als auch von ab Dreijährigen bis zur Einschulung (‚Kindergartenkinder‘) genutzt werden. Unberücksichtigt bleiben Gruppen, in denen auch Schulkinder sind.
  • "Kindergartengruppen": Dies sind alle Gruppen, in denen ausschließlich ab drei Jährige bis zum Schuleintritt sind.
  • „Ohne feste Gruppenstruktur“: Dies sind Einrichtungen, die im Rahmen der amtlichen Statistik angegeben haben, dass sie ohne eine feste Gruppenstruktur arbeiten.

Kategorisierung unabhängig von landesrechtlichen Regelungen

Zu berücksichtigen ist, dass es für den hier vorgenommenen Bundesländervergleich einerseits notwendig ist, solche Gruppendefinitionen vorzunehmen, diese Gruppendefinitionen aber andererseits nicht zwangsläufig mit landesrechtlichen Vorgaben für bestimmte Gruppenarten übereinstimmen müssen. Es ist durchaus möglich, dass es Bundesländer gibt, die in ihren landesrechtlichen Bestimmungen hinsichtlich der Altersstruktur und Größe von Gruppen andere rechtliche Rahmenbedingungen setzen. Auch die Bezeichnung von Gruppentypen (z. B. ‚Kindergartengruppe‘) muss nicht unbedingt mit Bezeichnungen in landesrechtlichen Vorgaben übereinstimmen. Zu beobachten ist auch, dass im Landesrecht zunehmend auf solche Bezeichnungen verzichtet wird und die Beschreibung von unterschiedlichen Gruppen ausschließlich über Vorgaben erfolgt, beispielsweise indem maximale Gruppengrößen bzw. Vorgaben hinsichtlich der Alterszusammensetzung der Kinder in den Gruppen formuliert werden.
Empirisch ist über die letzten Jahre zu beobachten, dass zum einen der ganz überwiegende Anteil von Kindern in KiTas weiterhin in Gruppen betreut wird und die hier vorgenommenen Gruppendefinitionen außerdem eine hohe empirische Entsprechung haben.

Quelle

Daten ab 2017:

FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2017; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2018.

Daten bis 2016:

FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; Berechnungen des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund (AKJStat).