Befristete Arbeitsverhältnisse nach Arbeitsbereich{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Vor dem Hintergrund des regionalspezifischen Fachkräftebedarfs sowie der sich daraus ergebenden Herausforderung, qualifizierte Fachkräfte im Arbeitsfeld Kindertagesbetreuung zu gewinnen und zu binden, können „attraktive“ Beschäftigungsbedingungen von enormer Bedeutung sein (vgl. Arbeitsgruppe Fachkräftegewinnung für die Kindertagesbetreuung 2014). Ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis kann ein solches Merkmal sein. Darüber hinaus ist genauer zu prüfen, ob befristete Arbeitsverträge auch Auswirkungen auf die Prozessqualität der pädagogischen Arbeit haben. Das Merkmal Befristung wurde in der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik mit dem Erhebungsstichtag 01.03.2014 erstmals seit 2002 wieder erfasst (s. methodische Hinweise). Wie schon 2014 so zeigt sich auch mit den aktuellen Daten von 2017, dass pädagogisch tätige Personen in der KiTa je nach Arbeitsbereich unterschiedlich stark von Befristung betroffen sind. 

Bundesweit sind insbesondere Fachkräfte, die für die Förderung von Kindern mit einer (drohenden) Behinderung zuständig sind, befristet tätig (28,5 %), wohingegen Gruppen- oder Einrichtungsleitungskräfte nur zu 8,1 % befristet beschäftigt sind. Für 2017 konnte wie bereits für 2016 und 2015 aus Gründen des Datenschutzes nicht differenziert werden nach Einrichtungs- und Gruppenleitungen, für 2014 liegt diese Differenzierung jedoch vor. Personen, die als Zweit- bzw. Ergänzungskraft arbeiten (20,8 %) oder gruppenübergreifend tätig sind (21,3 %), sind in etwa gleich häufig von Befristung betroffen. Dass insbesondere Personen, die als Leitungskraft arbeiten seltener befristet tätig sind als Fachkräfte der anderen Arbeitsbereiche, mag unter anderem damit zusammenhängen, dass Leitungskräfte im Durchschnitt älter sind als die anderen pädagogisch Tätigen (s. Indikator „Alter nach Leitungsprofil“) und insbesondere ältere Fachkräfte ein geringeres Befristungsrisiko aufweisen als jüngere (s. Indikator „Befristete Arbeitsverhältnisse – Altersstruktur“).

Auch im Vergleich der Bundesländer sind die Gruppen- oder Einrichtungsleitungskräfte am seltensten von Befristung betroffen; hier reichen die Werte von 4,3 % in Mecklenburg-Vorpommern bis zu 12,4 % in Bayern. Die Befristungsquoten der Tätigen aus den anderen Arbeitsbereichen stellen sich jedoch zwischen den Bundesländern höchst unterschiedlich dar. So gibt es zum einen Bundesländer mit einem auffällig hohen Anteil befristet Tätiger, die für die Förderung von Kindern mit (drohender) Behinderung zuständig sind: Dazu gehören vor allem Hessen (50 %), Baden-Württemberg (42,8 %) und Nordrhein-Westfalen (42,2 %), hier sind ungefähr die Hälfte der Beschäftigten aus diesem Arbeitsbereich befristet tätig. Aber auch in Bremen (35,3 %) und Rheinland-Pfalz (30,1 %) ist das Befristungsrisiko für diese Arbeitsgruppe überdurchschnittlich hoch. Auf der anderen Seite haben diese Personen in Berlin (6,4 %), Hamburg (7,5 %), Sachsen-Anhalt (10,5 %) und Thüringen (10,4 %) in unterdurchschnittlichem Maße befristete Arbeitsverträge. In den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sind es die Zweit- bzw. Ergänzungskräfte in KiTas, die das höchste Befristungsrisiko aufweisen, in Niedersachsen und Schleswig-Holstein dagegen gruppenübergreifend Tätige. 

Im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik wird mit dem Erhebungsjahr 2014 erstmals wieder das Merkmal der Befristung erfasst. Bei der vorliegenden Auswertung werden diejenigen tätigen Personen berücksichtigt, die im ersten Arbeitsbereich pädagogisch tätig sind (ohne Verwaltungstätige sowie Tätige im hauswirtschaftlichen und technischen Bereich) und als Angestellte, Arbeiterinnen oder Beamte beschäftigt sind. Unberücksichtigt bleiben Personen, die sich in Ausbildung, Praktikum, freiwilligen sozialen Jahr oder einer sonstigen Stellung, wie beispielsweise Ordensangehörigkeit befinden. Dadurch ergeben sich Abweichungen zu anderen Auswertungen, die alle pädagogisch Tätigen einbeziehen.

Ebenso werden im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik die folgenden Arbeitsbereiche des Personals in KiTas ab 2011 erfasst: Gruppenleitung, Zweit- bzw. Ergänzungskraft, gruppenübergreifend tätig, Förderung von Kindern mit (drohender) Behinderung, Leitung und Verwaltung. In der vorliegenden Auswertung wird der Arbeitsbereich Verwaltung nicht berücksichtigt.

Quelle

Daten ab 2017:

FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2017; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2018.

Daten bis 2016:

FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; Berechnungen des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund. 

Literatur
Arbeitsgruppe Fachkräftegewinnung für die Kindertagesbetreuung (2014): Diskussionspapier zur Bindung von pädagogischem Personal in Kindertageseinrichtungen. Berlin.