Befristete Arbeitsverhältnisse nach Alter{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Vor dem Hintergrund des regionalspezifischen Fachkräftebedarfs sowie der sich daraus ergebenden Herausforderung, qualifizierte Fachkräfte im Arbeitsfeld Kindertagesbetreuung zu gewinnen und zu binden, können „attraktive“ Beschäftigungsbedingungen von enormer Bedeutung sein (vgl. Arbeitsgruppe Fachkräftegewinnung für die Kindertagesbetreuung 2014). Ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis kann ein solches Merkmal sein. Dies gilt insbesondere für die Gewinnung und Bindung gerade jüngerer Arbeitskräfte. Das Merkmal Befristung wurde in der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik mit dem Erhebungsstichtag 01.03.2014 erstmals seit 2002 wieder erfasst (s. methodische Hinweise). Die amtlichen Daten veranschaulichen, dass gerade jüngere Fachkräfte in besonderem Maße von Befristung betroffen und sehen sich somit mit einer schwierigen Berufseinmündungsphase konfrontiert.

Deutschlandweit sind 30,5 % der unter 30-jährigen Fachkräfte in KiTas befristet tätig, wohingegen es bei den 60-Jährigen und Älteren nur 5,7 % sind. Das Befristungsrisiko ist also unter den 30-Jährigen sechsmal so hoch wie bei den älteren Beschäftigten. Mit zunehmendem Alter sinkt der Anteil befristet angestellter Fachkräfte; liegt er bei den 30- bis unter 40-Jährigen noch bei 16,9 %, sinkt er bei den 40- bis unter 50-Jährigen auf 11,1 %. Diese Tendenz zeigt sich auch in den einzelnen Bundesländern, jedoch in unterschiedlichem Ausmaß.

Das höchste Befristungsrisiko besitzen die unter 30-jährigen pädagogisch Tätigen in Nordrhein-Westfalen: Hier haben 42,1 % der jüngeren Fachkräfte einen befristeten Arbeitsvertrag. Mecklenburg-Vorpommern dagegen weist in dieser Altersgruppe mit 16,5 % die niedrigste Befristungsquote eines Bundeslandes aus. Für die 60-Jährigen und Älteren besteht das höchste Befristungsrisiko in Bayern mit 9 %, das geringste in Sachsen-Anhalt mit 3 %. Die größte Differenz zwischen der Befristungsquote bei der Gruppe der jüngsten Fachkräfte (unter 30 Jahre) und der Gruppe der ältesten Fachkräfte (60 Jahre und älter) zeigt sich in Nordrhein-Westfalen: Hier liegen zwischen den Befristungsquoten der beiden Altersgruppen 36 Prozentpunkte, demgegenüber sind es in Mecklenburg-Vorpommern nur 11,5 Prozentpunkte. 

Im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik wird mit dem Erhebungsjahr 2014 erstmals wieder das Merkmal der Befristung erfasst. Bei der vorliegenden Auswertung werden diejenigen tätigen Personen berücksichtigt, die im ersten Arbeitsbereich pädagogisch tätig sind (ohne Verwaltungstätige sowie Tätige im hauswirtschaftlichen und technischen Bereich) und als Angestellte, Arbeiterinnen oder Beamte beschäftigt sind. Unberücksichtigt bleiben Personen, die sich in Ausbildung, Praktikum, freiwilligen sozialen Jahr oder einer sonstigen Stellung, wie beispielsweise Ordensangehörigkeit befinden. Dadurch ergeben sich Abweichungen zu anderen Auswertungen, die alle pädagogisch Tätigen einbeziehen.

Quelle

Daten ab 2017:

FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2017 Jahre; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2018.

Daten bis 2016:

FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; Berechnungen des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund. 

Literatur
Arbeitsgruppe Fachkräftegewinnung für die Kindertagesbetreuung (2014): Diskussionspapier zur Bindung von pädagogischem Personal in Kindertageseinrichtungen. Berlin.