Befristete Arbeitsverhältnisse in KiTas{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Vor dem Hintergrund des regionalspezifischen Fachkräftebedarfs sowie der sich daraus ergebenden Herausforderung, qualifizierte Fachkräfte im Arbeitsfeld Kindertagesbetreuung zu gewinnen und zu binden, können „attraktive“ Beschäftigungsbedingungen von enormer Bedeutung sein (vgl. Arbeitsgruppe Fachkräftegewinnung für die Kindertagesbetreuung 2014). Ein unbefristetes Beschäftigungsverhältnis kann ein solches Merkmal sein. So empfiehlt auch der DGB (2018) zur Gewinnung und Sicherung von Fachkräften (Erzieher*innen) in der Kindertagesbetreuung, die systematische Befristung von Fachkräften nach ihrem Abschluss zu vermeiden. Darüber hinaus ist genauer zu prüfen, ob befristete Arbeitsverträge auch Auswirkungen auf die Prozessqualität der pädagogischen Arbeit haben. Das Merkmal Befristung wurde in der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik mit dem Erhebungsstichtag 01.03.2014 erstmals seit 2002 wieder erfasst (s. methodische Hinweise).

Es zeigt sich, dass aktuell zum 01.03.2018 die pädagogisch Tätigen in den ostdeutschen KiTas seltener befristet angestellt sind, und zwar zu 11,9 %, als in Westdeutschland (15,8 %). 2014 lagen die Anteile bei 10,7 % bzw. bei 16,1 %. Die Differenz zwischen den Gebieten ist also geringer geworden. Neben den Unterschieden zwischen Ost- und Westdeutschland bestehen enorme länderspezifische Differenzen bei der Befristungsquote der Fachkräfte: Während sie in Nordrhein-Westfalen bei 19,0 % und in Bayern bei 18,0 % liegt, beträgt sie in Mecklenburg-Vorpommern nur 6,7 %. Auch Sachsen-Anhalt, Sachsen sowie Thüringen kommen auf einen unterdurchschnittlichen niedrigen Wert (9,8 %, 10,2 % bzw. 10,8 %).

Ein direkter Vergleich der ermittelten Befristungsquote von Beschäftigten in KiTas mit den Befristungsquoten anderer Berufsgruppen ist im Rahmen der amtlichen Statistik zur Kindertagesbetreuung nicht möglich. Aus methodischen Gründen ist der Vergleich von Quoten, die auf unterschiedlichen Datenquellen basieren, nicht zulässig. Zur Orientierung der Befristungsquoten anderer sozialer Berufsgruppen wird auf eine Analyse im Rahmen des Fachkräftebarometers Frühe Bildung (2014) verwiesen: Laut einer Auswertung des Mikrozensus 2011 sind Erzieher*innen (16 %) und Kinderpfleger*innen (18 %) in der Frühen Bildung häufiger befristet beschäftigt als alle erwerbstätigen Frauen (11 %) und Männer (9 %) insgesamt sowie als Grundschullehrkräfte (8 %) oder Krankenpfleger*innen (8 %) (vgl. Autorengruppe Fachkräftebarometer 2014: 57). Beschäftigte aus den sozialen Berufen (18 %, jedoch inklusive FBBE-Personal) sind in etwa gleich häufig befristet beschäftigt wie das Personal aus der Frühen Bildung. Dieses Ergebnis wird auch in einer weiteren Auswertung des Mikrozensus 2012 zur beruflichen, familialen und ökonomischen Situation von Erzieher*innen und Kinderpfleger*innen bestätigt (vgl. Fuchs-Rechlin/Strunz 2014: 27f.): Erzieher*innen (13,6 %) und Kinderpfleger*innen (17,1 %) sind im Berufsgruppenvergleich häufiger befristet als alle Erwerbstätigen insgesamt (8,5 %), insbesondere zu Bank-, Bausparkassen- und Versicherungsfachleuten (2,7 %) besteht ein deutlicher Unterschied. Des Weiteren sind Erzieher*innen, die im Arbeitsfeld KiTa arbeiten, seltener befristet beschäftigt (12,3 %) als Erzieher*nnen, die in anderen Arbeitsfeldern tätig sind (16,4 %).

Im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik wird mit dem Erhebungsjahr 2014 erstmals wieder das Merkmal der Befristung erfasst. Bisher wurden diejenigen tätigen Personen bei der Auswertung berücksichtigt, die im ersten Arbeitsbereich pädagogisch tätig sind (ohne Verwaltungstätige sowie Tätige im hauswirtschaftlichen und technischen Bereich) und als Angestellte, Arbeiter*innen oder Beamt*innen beschäftigt sind. In 2018 weicht die Definition der pädagogisch Tätigen im Vergleich zum Vorjahr aus datenschutzrechtlichen Gründen jedoch leicht ab. Berücksichtigt werden die tätigen Personen, die im ersten oder zweiten Arbeitsbereich pädagogisch tätig sind (ohne Tätige im hauswirtschaftlichen und technischen Bereich) und als Angestellte, Arbeiter*innen oder Beamt*innen beschäftigt sind. Unberücksichtigt bleiben Personen, die sich in Ausbildung, Praktikum, Freiwilligen Sozialen Jahr oder einer sonstigen Stellung, wie beispielsweise Ordensangehörigkeit befinden. Dadurch ergeben sich Abweichungen zu anderen Auswertungen, die alle pädagogisch Tätigen einbeziehen.

Quelle

Daten ab 2018:
Quelle: FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2018; berechnet vom LG Empirische Bildungsforschung der FernUniversität in Hagen, 2019.

Daten 2017:
FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2017; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2018.

Daten bis 2016:
FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; Berechnungen des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund. 


Literatur
Arbeitsgruppe Fachkräftegewinnung für die Kindertagesbetreuung (2014): Diskussionspapier zur Bindung von pädagogischem Personal in Kindertageseinrichtungen. Berlin.

Autorengruppe Fachkräftebarometer (2014): Fachkräftebarometer Frühe Bildung 2014. Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte. München.

DGB (2018): DGB-Empfehlungen zur Gewinnung und Sicherung von Fachkräften (Erzieher*innen) in der Kindertagesbetreuung. [Download von: www.dgb.de/++co++838086c8-30ff-11e9-9072-52540088cada/DGB-Empfehlungen_Gewinnung_und_Sicherung_Fachkraefte_Kindertagesbetreuung.pdf (13.09.2019)].

Fuchs-Rechlin, K./Strunz, E. (2014): Die berufliche, familiäre und ökonomische Situation von Erzieherinnen und Kinderpflegerinnen Sonderauswertung des Mikrozensus 2012. Im Auftrag der Max-Träger-Stiftung der GEW. Frankfurt a.M.