Pädagogische Konzeption{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].map.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
{{selectedIndicatorSet.name}}

Nach § 22a SGB VIII dient die pädagogische Konzeption einer KiTa als Grundlage für die Erfüllung des Förderauftrags. Es wird deshalb davon ausgegangen, dass jede KiTa über eine solche Konzeption verfügt. Ziel einer Befragung der für Kindertagesbetreuung zuständigen Landesministerien war es, mehr Transparenz darüber herzustellen, welche Impulse und Hilfestellung die Bundesländer den KiTas und ihren Trägern bei der (Weiter-)Entwicklung und beim Einsatz der pädagogischen Konzeption geben und inwiefern Anforderungen durch landeseinheitliche Regelungen definiert sind.

In zwölf Bundesländern gibt es eine geregelte Verpflichtung zur Erstellung einer pädagogischen Konzeption für KiTas, die über die Regelungen in § 22a Abs. 1 und 4 SGB VIII hinausgeht; die Formen der Regelungen sind dabei primär Gesetze und Vereinbarungen. Die Bundesländer Baden-Württemberg, Hessen und Schleswig-Holstein haben keine weitergehende Verpflichtung für eine pädagogische Konzeption auf Landesebene definiert. Allerdings gibt es sowohl in Baden-Württemberg als auch in Hessen Empfehlungen für die Erstellung einer solchen Konzeption seitens der KiTas. In Schleswig-Holstein können die Heimaufsichten der Kreise und kreisfreien Städte in eigener Zuständigkeit über den § 22a SGB VIII hinausgehende eigene Verpflichtungen festlegen.

Eine pädagogische Konzeption muss in 14 Bundesländern durch den Träger bzw. die KiTa mit dem Antrag auf die Erteilung einer Betriebserlaubnis vorgelegt werden. Nur in Brandenburg ist sie für diesen Antrag nicht erforderlich. Darüber hinaus ist eine pädagogische Konzeption in zwölf Bundesländern auf Anfrage bei Änderungen der Betriebserlaubnis vorzulegen; Ausnahmen bilden Brandenburg, Bremen und Nordrhein-Westfalen. Darüber hinaus geben neun Bundesländer Anlässe an, zu denen KiTas ihre pädagogische Konzeption vorlegen müssen. Genannt werden dabei beispielsweise in Bayern eine allgemeine Prüfquote von 20 % der geförderten Einrichtungen, in Niedersachsen die Auswahl zur Konsultationskita, der Verdacht auf oder Fälle von Kindeswohlgefährdung oder auch Bewerbungen für ein Förderprogramm. In Rheinland-Pfalz muss sie vorgelegt werden bei einer Änderung der Angebotsform (z. B. bei der Aufnahme von Schulkindern oder Einrichtung von Ganztagsangeboten).

Bei der pädagogischen Konzeption müssen in 14 Bundesländern bestimmte Inhalte berücksichtigt werden, lediglich in Sachsen bestehen hier keine Vorgaben. Die Mehrzahl der Bundesländer gibt an, dass für die pädagogische Konzeption das jeweilige Bildungsprogramm oder der jeweilige Bildungsplan berücksichtigt werden muss oder die Angebote der Einrichtung beschrieben werden müssen. Darüber hinaus werden auch einzelne Themen benannt, die in der Konzeption zu erörtern sind, beispielsweise in Nordrhein-Westfalen die „Erziehungspartnerschaft mit den Eltern“ oder die „Sicherung der Rechte der Kinder“. In Rheinland-Pfalz werden zudem Ausführungen zur Zusammenarbeit von Leitung/Team und Träger erwartet. Insgesamt entsteht der Eindruck, dass der pädagogischen Konzeption einer KiTa eine Steuerungsfunktion zugeschrieben wird, zumal in den meisten Ländern auch eine Verknüpfung mit dem geltenden Bildungsplan bzw. ‑programm hergestellt wird. Wie sich die Verpflichtung zur Erstellung bzw. Weiterentwicklung einer pädagogischen Konzeption für die pädagogische Qualität in den KiTas konkret auswirkt, ist mit den vorliegenden Informationen nicht feststellbar. Denkbar ist beispielsweise, dass der gemeinsame Entwicklungsprozess einer solchen Konzeption in der KiTa beispielsweise die Handlungs- und Wertorientierungen bei den pädagogischen Mitarbeiterinnen entwickelt und stabilisiert und damit auch die Qualitätsentwicklung unterstützen kann.

In zwölf Bundesländern kann es Konsequenzen nach sich ziehen, wenn Vorgaben zur Konzeption nicht eingehalten werden. So wird beispielsweise eine Betriebserlaubnis nicht erteilt, oder es erfolgt, wie in Rheinland-Pfalz, eine intensive Beratung durch das Landesjugendamt.

Insgesamt entsteht der Eindruck, dass die meisten Bundesländer die pädagogische Konzeption für eine KiTa als durchaus bedeutsame – indirekte – Steuerungsform nutzen, um die pädagogische Arbeit in ihren Grundzügen beeinflussen zu können, beispielsweise indem verlangt wird, dass die landesspezifischen Zielsetzungen für FBBE in dieser Konzeption berücksichtigt werden müssen. Aus Bundesperspektive ist festzuhalten, dass eine Vielzahl von unterschiedlichen Vorgehensweisen und Anforderungen in Bezug auf die Entwicklung von bzw. den Umgang mit pädagogischen Konzeptionen in KiTas besteht. 

Quelle
Daten 2015: Angaben der Bundesländer zu landesseitigen Regelungen zur pädagogischen Konzeption von Angeboten der Kindertagesbetreuung im Rahmen der schriftlichen Befragung der Bertelsmann Stiftung für den Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme (Stand März 2015).