Schulkinder in Ganztagsbetreuung nach Angebotsform{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Um Vereinbarkeit von Familie und Beruf von Eltern gewährleisten zu können, werden nicht nur im Bereich der Kindertagesbetreuung, sondern auch im Grundschulbereich verlässliche Betreuungsstrukturen von den Institutionen erwartet. Zudem möchten Eltern schulpflichtiger Kinder Unterstützung bei der Bildung und Erziehung erfahren sowie Angebote zur Freizeitgestaltung der Kinder, insbesondere in den Schulferien, erhalten, für die wiederum als zentraler Bedarf für ihr Entwicklungsstadium das soziale Leben und Miteinander mit gleichaltrigen Kindern angesehen werden kann (vgl. Deutscher Verein 2015: 4). Vor diesem Hintergrund wurden in den vergangenen Jahren ganztägige außerunterrichtliche Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsangebote für Schulkinder in vielfältiger Form ausgebaut (vgl. Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2014: 78). Vorrangig zählen zu diesen Angeboten zum einen Horte im Verantwortungsbereich der Kinder- und Jugendhilfe, deren Aufgabe es auch ist, für Kinder im schulpflichtigen Alter ein bedarfsgerechtes Angebot an Plätzen in Tageseinrichtungen und in der Kindertagespflege vorzuhalten (§ 24 Absatz 2 SGB VIII). Zum anderen liegt der Fokus in vielen Bundesländern aber auch auf Angeboten von Ganztagsschulen, die in offener oder gebundener Form realisiert werden. Welche Angebotsform von den Schulkindern, die ein ganztägiges außerunterrichtliches Angebot nutzen, in Anspruch genommen wird, unterscheidet sich zwischen den Bundesländern enorm, dies zeigen die Daten der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik sowie die Daten der Kultusministerkonferenz (KMK) zu den allgemeinbildenden Schulen (s. methodische Hinweise).

Mit Blick auf die ganztägigen außerunterrichtlichen Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsangebote für Kinder der Primarstufe zeigt sich 2016 im Trend, dass in Ostdeutschland der Hort die vorherrschende Angebotsform ist. In Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt beispielsweise spielen schulische Angebote im Vergleich zu Hortangeboten nur eine sehr untergeordnete Rolle, so sind hier 96,3 % bzw. 94,9 % der Schulkinder, die ein ganztägiges Angebot nutzen, in Kindertageseinrichtungen in Verantwortung der Kinder- und Jugendhilfe anzutreffen. Auch für Sachsen ist zu berücksichtigen, dass die schulischen Ganztagsangebote überwiegend als Kooperation von Hort und Grundschule realisiert werden. In Thüringen überwiegen zwar die offenen Ganztagsschulen, so sind 91,5 % der Schulkinder in dieser Angebotsform zu finden, konzeptionell sind dies jedoch Grundschulen mit einem Schulhort, also einem Hortangebot in schulischer Verantwortung, in welchem aber im Trend eher Standards der Kinder- und Jugendhilfe gelten, wie insbesondere das Fachkräftegebot.

Anders und durchaus heterogener zeigt sich das Bild in Westdeutschland: Hier ist die offene Ganztagsschule die zahlenmäßig stärkste Angebotsform. In Nordrhein-Westfalen werden 97,7 % der Angebote als offene Ganztagsangebote realisiert. Auch im Saarland sind die meisten der Schulkinder, die ein außerunterrichtliches ganztägiges Angebot in Anspruch nehmen, in offenen Ganztagsangeboten zu finden (77,1 %). Hingegen stellen beispielsweise in Rheinland-Pfalz gebundene Ganztagsschulen die Mehrzahl (56,3 %) der Angebote. Ein ähnliches Bild zeigt sich auch in Bremen (53,9 %). Auffällig ist aber auch, dass unter anderem in Bayern die Horte einen Großteil (63,2 %) der Angebote realisieren.

Dieser Indikator gibt Auskunft darüber, wie sich die Kinder der Primarstufe, die ein ganztägiges Angebot nutzen, auf verschiedene ganztägige Angebotsformen verteilen. Berücksichtigt werden in der Darstellung Schulkinder unter elf Jahren in Hortangeboten nach der Kinder- und Jugendhilfestatistik sowie Grundschulkinder in einem offenen oder gebundenen Ganztagsschulbetrieb laut KMK-Statistik. Bei der Interpretation der Daten ist zu berücksichtigten, dass Kinder, die mehrere dieser Angebote in Anspruch nehmen, bei jeder genutzten Angebotsform ausgewiesen werden, d.h. diese Kinder werden möglicherweise bei zwei Angeboten aufgeführt. Genauere Informationen zu solchen Doppelzählungen sind beim Indikator Bildungsbeteiligung von Kindern in Hort und schulischer Ganztagsbetreuung zu finden.

Quelle
Statistisches Bundesamt: Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2016; Sekretariat der Ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder: Allgemein bildende Schulen in Ganztagsform in den Ländern in der Bundesrepublik Deutschland, Berlin, Statistik 2011 bis 2015; Berechnungen des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund, 2017.

Literatur
Autorengruppe Bildungsberichterstattung (2014): Bildung in Deutschland 2014. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zur Bildung von Menschen mit Behinderungen. Bielefeld.

Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. (2015): Empfehlungen des Deutschen Vereins zur öffentlichen Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern im Alter von Schuleintritt bis zum vollendeten 14. Lebensjahr. Berlin.