Qualifikation des Hortpersonals{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].map.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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In den vergangenen Jahren ist eine breite Vielfalt ganztägiger Bildungs- und Betreuungsangebote für Schulkinder entstanden, deren Entwicklung und Inanspruchnahme sich zwar zwischen den Bundesländern stark unterscheidet (s. Indikator „Bildungsbeteiligung von Kindern in Hort oder schulischer Ganztagsbetreuung“), die sich aber auf institutioneller Ebene im Wesentlichen auf Ganztagsschulen und Horte als Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe aufteilen (vgl. Autorengruppe Bildungsberichterstattung 2014: 78). Zur Gewährleistung der Qualität dieser Angebote ist eine hohe Qualifikation des in diesen Einrichtungen pädagogisch tätigen Personals unerlässlich (vgl. ebd.: 81 sowie Deutscher Verein 2015: 9). Welches Qualifikationsniveau die Fachkräfte, die in Horten und in reinen Hortgruppen (Schulkindergruppen) beschäftigt sind, aufweisen, kann mit Hilfe der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik dargestellt werden (s. methodische Hinweise).

Zum 01.03.2017 verfügen 57,4 % der pädagogisch Tätigen in westdeutschen Horten (ohne Bremen) über einen Qualifikationsabschluss an einer Fachschule, zumeist als Erzieherinnen. Noch deutlicher ist die Dominanz der an Fachschulen ausgebildeten Fachkräfte in Ostdeutschland (ohne Thüringen), dort haben 86,9 % der in Horten pädagogisch Tätigen einen Abschluss auf Fachschulniveau. Dies trifft insbesondere auf Mecklenburg-Vorpommern zu (91 %). In einigen Bundesländern fällt der hohe Anteil der Fachkräfte in Horten mit einem einschlägigen Hochschulabschluss auf: So haben beispielsweise in Hessen 15,7 % und in Nordrhein-Westfalen 15,4 % der Tätigen in Horten ein einschlägiges Hochschulstudium abgeschlossen. Auf der anderen Seite hat in einigen Bundesländern ein größerer Anteil der pädagogisch Tätigen lediglich einen Abschluss an einer Berufsfachschule erworben. In Bayern sind dies 25,6 % und in Schleswig-Holstein 16,6 % der Tätigen in Horten. An Berufsfachschulen kann beispielsweise ein Abschluss als Kinderpflegerin oder Sozialassistentin erworben werden. Ein durchschnittlich höherer Anteil an Fachkräften in Horten, die über eine sonstige Ausbildung verfügen, zeigt sich in Baden-Württemberg (24,5 %) sowie in Hamburg (20,9 %).  

Während für Horte, die im Verantwortungsbereich der Kinder- und Jugendhilfe liegen, in der Regel die vorgeschriebenen Fachkräftestandards der Ausführungsgesetze zum SGB VIII der Länder gelten, findet sich in den Ganztagsschulen ein heterogen qualifiziertes Personal, wie zum Beispiel pädagogische Fachkräfte, fachspezifisches Personal, Eltern oder ehrenamtlich Tätige (vgl. Deutscher Verein 2015: 13). Landesspezifische Angaben zu den Qualifikationsanforderungen des Personals in den Schulhorten bzw. Horten in schulischer Verantwortung sind im Indikator "Regelungen zur Ausstattung von Ganztagsgrundschulen" zu finden.

In dem vorliegenden Indikator werden pädagogisch Tätige in Horten und in reinen Hortgruppen (Schulkindergruppen) nach ihrem Qualifikationsniveau ausgewiesen. Dadurch wird nicht das gesamte pädagogische Personal, das in Kindertageseinrichtungen mit Schulkindern arbeitet, abgebildet. So bleibt dasjenige pädagogische Personal unberücksichtigt, das gruppenübergreifend in Kindertageseinrichtungen tätig ist, in denen neben Schulkindergruppen noch andere Gruppen sind, sowie pädagogisches Personal, das nicht zu dem überwiegenden Teil ihrer Arbeitszeit in Schulkindergruppen tätig ist und pädagogisches Personal, das in altersgemischten Gruppen tätig ist, in denen neben Schulkindern auch jüngere Nichtschulkinder betreut werden.

Das Qualifikationsniveau der Beschäftigten wird im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik anhand diverser Berufsausbildungsabschlüsse erfasst. Diese werden in dem vorliegenden Indikator zu den folgenden Qualifikationsniveaus zusammengefasst:

  • (Einschlägiger) Fachschulabschluss: Erzieher/-in, Heilpädagoge/-pädagogin (Fachschule), Heilerzieher/-in, Heilerziehungspfleger/-in

  • (Einschlägiger) Berufsfachschulabschluss: Kinderpfleger/-in, Familienpfleger/-in, Assistent/-in im Sozialwesen, soziale und medizinische Helferberufe

  • Sonstige Ausbildungen: Sonstige soziale/sozialpädagogische Kurzausbildung, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/-in, Psychologischer Psychotherapeut/Psychologische Psychotherapeutin, Psychologe/Psychologin mit Hochschulabschluss, Beschäftigungs- und Arbeitstherapeut/-in (Ergotherapeut/-in), Bewegungspädagoge/-pädagogin, Bewegungstherapeut/-in (Motopäde/Motopädin), Arzt/Ärztin, (Fach-)Kinderkrankenschwester/-pfleger, Krankenschwester/-pfleger, Altenpfleger/-in, Krankengymnast/-in, Masseur/-in, Masseur und med. Bademeister/Masseurin und med. Bademeisterin, Logopäde/Logopädin, Sonderschullehrer/-in, und sonstige Berufsausbildungsabschlüsse

    • Daten bis 2014 sowie 2016 und 2017: In Ausbildung: Praktikant/-in im Anerkennungsjahr, anderweitig noch in Ausbildung

    • Daten bis 2014 sowie 2016 und 2017: Ohne Abschluss: Ohne abgeschlossene Ausbildung

    • Daten 2015: In Ausbildung/ohne Abschluss: Praktikant/-in im Anerkennungsjahr, anderweitig noch in Ausbildung, ohne abgeschlossene Ausbildung (Anders als die Jahre zuvor und als 2016 und 2017 mussten die Kategorien „In Ausbildung“ und „Ohne Abschluss“ aus Gründen der Geheimhaltung zusammengelegt werden.) 

Aus Gründen des Datenschutzes sind 2016 in der Kategorie "Sonstige Ausbildungen" die pädagogisch Tätigen mit „(einschlägigem) Berufsfachschulabschluss“ aus Bremen sowie pädagogisch Tätige aller Qualifikationsniveaus aus Thüringen zusammengefasst.

In Berlin sind 2005 die Horte aus der Trägerschaft der Kinder- und Jugendhilfe in schulische Verantwortung übertragen worden. Entsprechend gibt es in Berlin keine Schulkinder, die ein Hortangebot der Kinder- und Jugendhilfe nutzen und somit auch kein entsprechendes Personal, da hier ausschließlich das Qualifikationsniveau des Personals in Horten und Hortgruppen in Trägerschaft der Kinder- und Jugendhilfe ausgewiesen wird.

In Thüringen sind die Horte in schulischer Verantwortung. Diese zentrale Rolle von Schulhorten ist bundesweit konzeptionell einmalig. Daneben werden auch einige wenige Schulkinder in Kindertageseinrichtungen betreut; ganz vereinzelt gibt es auch reine Schulkindergruppen in Kindertageseinrichtungen. Statistisch lässt sich auch das in diesen reinen Schulkindergruppen tätige Personal mit dem jeweiligen Qualifikationsniveau ausweisen. Es handelt sich jedoch um eine äußerst geringe Fallzahl. Zudem handelt es sich dabei um kein explizit durch landespolitische Maßnahmen gesteuertes konzeptionelles Angebot. Um die Anzahl der pädagogisch Tätigen in Schulkindergruppen und Kindertageseinrichtungen dennoch ausweisen zu können, wurden 2016 aus Gründen des Datenschutzes alle Qualifikationsniveaus unter der Kategorie „Sonstige Ausbildungen“ zusammengefasst.

Angaben zu den Qualifikationsanforderungen des Personals in den Schulhorten bzw. Horten in schulischer Verantwortung in Thüringen und Berlin sind im Indikator "Primarbereich - Anforderungen an die Qualifikation des pädagogischen Personals in schulischer Ganztagsbetreuung" zu finden.

Für die Daten aus 2017 gilt aus Gründen des Datenschutzes, dass die Angaben für Ostdeutschland mit Berlin, aber ohne Thüringen und für Westdeutschland ohne Bremen ausgewiesen werden. Die Werte für Gesamtdeutschland sind inklusive der Werte aus allen Bundesländern. 

Weitere nähere Angaben können dem Datenblatt entnommen werden (s. rechts).

Quelle

Daten ab 2017: FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2017; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2018.

Daten 2011 bis 2016: FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; Berechnungen des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund, 2017.

Daten 2010: Statistisches Bundesamt: Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege 2010; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund, 2011. 

Literatur
Autorengruppe Bildungsberichterstattung (2014): Bildung in Deutschland 2014. Ein indikatorengestützter Bericht mit einer Analyse zur Bildung von Menschen mit Behinderungen. Bielefeld.

Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e.V. (2015): Empfehlungen des Deutschen Vereins zur öffentlichen Erziehung, Bildung und Betreuung von Kindern im Alter von Schuleintritt bis zum vollendeten 14. Lebensjahr. Berlin.