Beitragsfreiheit für Kindertagesbetreuung{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].map.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Als erster Schritt für die Verbesserung der Bildungschancen von allen Kindern müssen ihnen Zugangsmöglichkeiten zu Kindertagesbetreuung gewährleistet werden und zwar unabhängig von weiteren Bedingungen, wie beispielsweise einer Erwerbstätigkeit der Eltern oder einer besonderen Bedarfslage des Kindes. Zu hohe Beiträge für Kindertagesbetreuung, die von Eltern gezahlt werden müssen, können dabei zu einer Zugangsbarriere werden. Aktuell ist die Gewährung einer generellen Beitragsfreiheit für die Eltern zwischen den Bundesländern unterschiedlich geregelt. In den Bundesländern in denen es keine generelle Beitragsfreiheit gibt, sind die Elternbeiträge nach - unterschiedlichen - Kriterien sozial gestaffelt. Der vorliegende Indikator gibt für alle Bundesländer einen Überblick über den Umfang der Beitragsfreiheit für Kindertagesbetreuung in einer KiTa oder der Kindertagespflege.

Die Situation bei der Gewährung einer generellen Beitragsfreiheit für Eltern ist in den Bundesländern uneinheitlich. Gegenwärtig ist in drei Ländern (Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen) das letzte Kindergartenjahr vor der Einschulung für die Eltern generell gebührenfrei. Eine umfassendere Gewährung von landesseitigen Beitragsfreistellungen gibt es in Berlin, Hamburg und Rheinland-Pfalz. In Hamburg existiert eine Beitragsfreiheit für alle Kinder für eine tägliche Betreuungszeit von fünf Stunden. In Berlin sind seit dem 1. August 2017 die letzten fünf Jahre vor Beginn der regelmäßigen Schulpflicht beitragsfrei; ab dem 1. August 2018 gibt es generell keine Elternbeiträge mehr. In Rheinland-Pfalz gilt dies ab dem vollendeten zweiten Lebensjahr. Zudem gibt es Bundesländer, in denen zwischenzeitlich für das letzte Kindergartenjahr keine Gebühren erhoben wurden, die diese Gebührenbefreiung aber wieder zurückgenommen haben (Saarland, Sachsen und Schleswig-Holstein). Für welchen zeitlichen Betreuungsumfang die Beiträge übernommen werden, variiert von Bundesland zu Bundesland. Eine Erweiterung der Beitragsbefreiung ist in Hessen, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen für die kommenden Jahre geplant bzw. wird diskutiert. Im Saarland und in Schleswig-Holstein steht eine Senkung der Beiträge zur Diskussion.  

Im Hinblick auf verbesserte Zugangschancen und höhere Teilhabequoten kann der Nutzen der Beitragsfreiheit für das letzte Kindergartenjahr als vergleichsweise gering eingestuft werden, da die Mehrheit aller Kinder in Deutschland im letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung ohnehin ein Angebot der FBBE in Anspruch nimmt. So sind 2017 rund 97,5 % aller fünfjährigen Kinder (ohne Schulkinder) in Kindertagesbetreuung oder in einer vorschulischen Einrichtung. Damit der Zugang zu FBBE Angeboten durch keine finanziellen Hürden verhindert wird, ist anzustreben, Kita-Eltern mit einem Haushaltseinkommen unterhalb der Armutsrisikogrenze von den Beiträgen zu befreien. Eine generelle Beitragsfreiheit sollte erst angestrebt werden, wenn der Qualitätsausbau finanziell gesichert ist.  

Quelle

Daten 2007 bis 2015: Angaben der Bundesländer zur Beitragsfreiheit im Rahmen verschiedener schriftlichen Befragungen der Bertelsmann Stiftung für den Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme. 

Daten 2017 und 2016: Eigene Recherchen.

Daten 2018: Eigene Recherchen und Angaben der Bundesländer zur Beitragsfreiheit auf ein Angebot der Kindertagesbetreuung im Rahmen einer schriftlichen Befragung der Bertelsmann Stiftung für das Ländermonitoring Frühkindliche Bildungssysteme (Stand Mai 2018).