KiTas nach ihrem Anteil an Kindern mit nicht deutscher Familiensprache{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Eine erfolgreiche Teilhabe am deutschen Bildungssystem ist in erheblichem Maße davon abhängig, ob Kinder über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Insbesondere Kinder mit Migrationshintergrund (mindestens ein Elternteil ist ausländischer Herkunft), für die Deutsch ihre zweite oder auch dritte Sprache ist, brauchen deshalb möglichst früh Lebenskontexte, die es ihnen auch ermöglichen, Deutsch zu lernen. KiTas können einer dieser bedeutsamen Lebenskontexte sein: Zum einen fördern die dort tätigen Fachkräfte die Sprachfähigkeiten der Kinder gezielt und zum anderen lernen Kinder, die in ihren Familien nicht deutsch sprechen, von Kindern, die in ihren Familien deutsch sprechen. So konnten bisherige Studien belegen, dass Kinder mit Migrationshintergrund mit zunehmender Dauer des Kindergartenbesuchs seltener Probleme mit der deutschen Sprache aufweisen (vgl. z. B. Becker 2006). Ebenso ist das Potential der Mehrsprachigkeit auch als Chance für das Aufwachsen von Kindern zu verstehen. Mit Hilfe der amtlichen Daten der Kinder- und Jugendhilfestatistik wird die Anzahl der KiTas nach ihrem Anteil an Kindern mit nicht deutscher Familiensprache, die also zu Hause vorwiegend nicht deutsch sprechen, dargestellt (s. methodische Hinweise). Es kann also das Verhältnis von zu Hause vorwiegend nicht deutsch sprechenden Kindern zu Kindern, die zu Hause vorwiegend deutsch sprechen, abgebildet werden.

Zum 01.03.2017 werden in 87,8 % der ostdeutschen KiTas weniger als 25 % an Kindern mit nicht deutscher Familiensprache betreut. In Westdeutschland ist dieser Anteil deutlich geringer (68,2 %). Hier gibt es auch einen größeren Anteil an KiTas, die mehr als 25 bis unter 50 % an nicht deutsch sprechenden Kindern betreuen (17,6 %).

Diese Ost-West-Differenz setzt sich auf Ebene der Bundesländer noch stärker fort: Während in fast allen ostdeutschen Bundesländern der Anteil der KiTas mit weniger als 25 % an nicht deutsch sprechenden betreuten Kindern bei 96 % oder mehr liegt, schwankt dieser Anteil in den westdeutschen Bundesländern zwischen 52,2 % in Hessen bis hin zu 84,9 % in Schleswig-Holstein. Ausnahme von der Tendenz der ostdeutschen Bundesländer stellt Berlin dar: Hier werden in 52,5 % der KiTas weniger als 25 % nicht deutsch sprechender Kinder betreut. Der Anteil der KiTas, in denen mehr als 75 % der betreuten Kinder zuhause nicht deutsch sprechen, liegt in Berlin bei 8,9 %. Dies ist unter allen Bundesländern der höchste Anteil. 

Die Information, dass Kinder überwiegend eine andere Sprache als deutsch in ihren Familien sprechen, gibt wertvolle Hinweise für die besondere Funktion, die KiTas für diese Kinder beim Erlernen der deutschen Sprache zukommt. Vor diesem Hintergrund wäre es aufschlussreich festzustellen, ob das pädagogische Personal in den KiTas ausreichend qualifiziert ist, um Kindern mit Migrationshintergrund angemessene Bildungsgelegenheiten in KiTas zu eröffnen, und insbesondere, ob das Personal die Kinder, die in der Familie vorrangig nicht Deutsch sprechen, angemessen beim Zweitspracherwerb (Deutsch) begleiten kann.

Im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik wird erhoben, ob in der Familie des betreuten Kindes vorrangig deutsch oder nicht deutsch gesprochen wird. Hierbei darf nicht übersehen werden, dass die auf diese Weise erfasste Gruppe an Kindern mit Migrationshintergrund sehr heterogen hinsichtlich ihrer (sozio-)ökonomischen und sozialen Lebenslage, Kultur und Biografie, etc. ist. Es kann also mit Hilfe der amtlichen Statistik dargestellt werden, wie hoch der Anteil der betreuten Kinder mit nicht deutscher Familiensprache pro KiTa ist. Die Einteilung der Anteile (unter 25 %, 25 bis unter 50 %, …) erfolgte nicht von den Einrichtungen selbst, sondern wurde im Rahmen der Auswertung der Daten vorgenommen: Dafür wurden pro Einrichtung die Anzahl der Kinder mit nicht deutscher Familiensprache in Relation zur Anzahl der Kinder mit deutscher Familiensprache gesetzt und im Anschluss in die vorhandenen Kategorien (unter 25 %, 25 bis 50 %, 50 bis 75 % und über 75 %) eingeteilt.

Für 2017 ist die Kategorie „25 %  bis unter 50 %“ inklusive der Einrichtungen mit einem Anteil an Kindern mit nicht deutscher Familiensprache von 50 % bis unter 75 % aus Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie inklusive der Einrichtungen mit einem Anteil an Kindern mit nicht deutscher Familiensprache von 75 % und mehr aus Mecklenburg-Vorpommern. 

Quelle

Daten ab 2017:

FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sowie statistisches Bundesamt, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2017; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2018.

Daten bis 2016:

FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sowie statistisches Bundesamt, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2016; Berechnungen des Forschungsverbundes DJI/TU Dortmund, 2017. 

Literatur
Becker, Birgit (2006): Der Einfluss des Kindergartens als Kontext zum Erwerb der deutschen Sprache bei Migrantenkindern, in: Zeitschrift für Soziologie, 35. Jg., Heft 6, S. 449-464.