Unter Dreijährige: Ausbauentwicklung der Betreuungsplätze {{layer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || layer.year}}
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Inanspruchnahmequote von Kindern < 3 Jahren in Kindertagesbetreuung

Stichtag ab 2009 ist jeweils der 01.03. eines Jahres (2006–2008 der 15.03.).

Seit dem 01.08.2013 besteht bundesweit ein Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz in einer KiTa oder in Kindertagespflege für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr sowie eine objektiv-rechtliche Gewährleistungspflicht für unter einjährige Kinder. Wie viele der unter dreijährigen Kinder in Deutschland derzeit ein Angebot der Kindertagesbetreuung (KiTa oder Tagespflege) nutzen und inwiefern sich dies in den vergangenen Jahren entwickelt hat, kann anhand der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik von 2006 bis 2017 analysiert werden (s. methodische Hinweise).  

In der Gesamtschau werden zum 01.03.2017, dreieinhalb Jahre nach Inkrafttreten des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz, bundesweit 33,1 % der unter dreijährigen Kinder in einer KiTa oder in Kindertagespflege betreut. Zwischen den Bundesländern variiert dieser Anteil von 26,3 % in Nordrhein-Westfalen bis zu 56,9 % in Sachsen-Anhalt. Seit 2006, also zeitlich kurz vor dem Beschluss der Einführung des Rechtsanspruchs, haben alle Bundesländer, wenn auch unterschiedlich stark, die Betreuungsangebote für unter Dreijährige ausgebaut: Ausgehend von einer bereits damals auf einem hohen Niveau bestehenden Teilhabequote von 37,8 % in Berlin, ist der Anstieg dieser Quote von 2006 bis 2017 in diesem Bundesland am geringsten (+ 6,5 Prozentpunkte). Dies zeigt sich auch für Sachsen-Anhalt (+ 6,7 Prozentpunkte und eine Quote von 50,2 % in 2006). Demgegenüber stehen fünf westliche Bundesländer, in denen die Quote um mehr als 20 Prozentpunkte gestiegen ist: Am deutlichsten ist der Ausbau in den norddeutschen Ländern Hamburg (+ 23,7 Prozentpunkte), Niedersachsen (+ 24,5 Prozentpunkte) und Schleswig-Holstein (+ 24,4 Prozentpunkte). Aber auch in Hessen (+ 21,2 Prozentpunkte) sowie in Rheinland-Pfalz (+ 21,3 Prozentpunkte) liegt die Steigerung ebenfalls noch vergleichsweise hoch. Nach wie vor gilt jedoch: In den westdeutschen Bundesländern nutzen anteilig weniger Kleinkinder frühkindliche Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungsangebote als in den ostdeutschen Bundesländern. 

Die Teilhabequote weist aus, wie viele Kinder eines bestimmten Alters ein Angebot der Kindertagesbetreuung, also KiTa oder Kindertagespflege, in Anspruch nehmen bezogen auf die altersgleichen Kinder in der Bevölkerung. Die dafür benötigten Daten sind zum einen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik entnommen, die jährlich zum 01.03. (bis 2008 zum 15.03.) durchgeführt wird, sowie zum anderen der amtlichen Bevölkerungsstatistik zum 31.12. eines Jahres. Bis zu den Daten zum 31.12.2013 (Referenzzahl zur Bildung der Teilhabequote zum 01.03.2014) beruhten die Bevölkerungszahlen auf der Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis der Volkszählung von 1987. Ab den Daten zum 31.12.2014 (Referenzzahl zur Bildung der Teilhabequote zum 01.03.2015) basieren die Bevölkerungszahlen auf einer Fortschreibung der amtlichen Daten des Zensus 2011. Eine Analyse der methodischen Auswirkungen dieser Umstellung der Referenzzahl, konkret einer geringfügigen rein rechnerischen Veränderung der Teilhabequoten, ist Mühlmann und Meiner-Teubner (2015) zu entnehmen.

Quelle

Daten ab 2017:

Statistisches Bundesamt: Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2017; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund und der Bertelsmann Stiftung, 2018.

Daten bis 2016:

Statistisches Bundesamt: Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund. 

Literatur
Meiner-Teubner, Christiane/Schilling, Matthias (2015): Erneut leichter Anstieg beim U3-Ausbau. Erste Analysen zur Kindertagesbetreuung 2015, in: KomDat Jugendhilfe, Heft 2/2015, S. 1-4.

Mühlmann, Thomas/Meiner-Teubner, Christiane (2015): Welche Folgen hat die Umstellung der Bevölkerungsstatistik für die Kinder- und Jugendhilfestatistik?, in: KomDat Jugendhilfe, Heft 3/2015, S. 14-17.

[SVR] Sachverständigenrat deutscher Stiftungen für Integration und Migration (Hrsg.) (2015): Junge Flüchtlinge. Aufgaben und Potenziale für das Aufnahmeland. Kurzinformation des SVR-Forschungsbereichs 2015-2. Berlin.