Bildungsbeteiligung in KiTas {{layer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || layer.year}}
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Anteil der Kinder in KiTas an allen Kindern dieses Alters

Inkl. Kinder in (vor-)schulischen Einrichtungen.

In den vergangenen Jahren hat sich die außerfamiliale Kinderbetreuung enorm gewandelt. Dies zeigt sich insbesondere anhand der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz in Kindertageseinrichtungen oder in Kindertagespflege für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres ab dem 01.08.2013 und dem damit verbundenen quantitativen Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder im Alter von unter drei Jahren. Dementsprechend wird ein deutlicher Zuwachs bei der Teilhabe an Bildungsangeboten von Kindern in diesem Alter deutlich. Dies lässt sich anhand des vorliegenden Indikators erkennen. Dieser bildet auf Basis der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik ab, wie viele Kinder der Altersjahrgänge von unter einem Jahr bis fünf Jahren in einer KiTa betreut werden (s. methodische Hinweise). Ebenso werden die Teilhabequoten der Altersgruppen der unter Dreijährigen sowie der Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt dargestellt. Ausgewiesen werden jeweils die Daten für die Jahre 2009 bis 2017, jeweils zum Stichtag 1. März. Anhand dieser Daten kann auch die Entwicklungsdynamik der KiTa-Teilhabe in den einzelnen Bundesländern abgelesen werden. Die Teilhabequote für die Tagespflege nach Altersjahren ist hier zu finden, die Gesamtteilhabequote (KiTa und Tagespflege) nach Altersjahren wiederum hier.  

Insgesamt sind zum 01.03.2017, dreieinhalb Jahre nach Inkrafttreten des Rechtsanspruchs, bundesweit 28 % der unter Dreijährigen in einer KiTa. Die Bildungsbeteiligung der unter Dreijährigen ist stark angestiegen, im Jahr 2009 waren es erst 17,4 %. Dieses Wachstum begründet sich fast ausschließlich durch steigende Teilhabequoten bei den Ein- und Zweijährigen, also den beiden Altersjahrgängen auf die sich der eingeführte Rechtsanspruch bezieht: Während 2009 noch 16,1 % der Einjährigen eine Kindertageseinrichtung besucht haben, sind es 2017 bereits 29 %. Ebenso groß ist der Anstieg bei den Zweijährigen: 2009 haben mehr als ein Drittel (34,8 %) ein KiTa-Angebot genutzt, 2017 sind es bereits über die Hälfte der Kinder (54,7 %). 

Nach wie vor bestehen ausgeprägte Differenzen zwischen der Situation in den ost- und westdeutschen Bundesländern. In Westdeutschland (ohne Berlin) nutzen am 1. März 2017 in der Summe 21,7 % der Einjährigen ein KiTa-Angebot, in den ostdeutschen Ländern (mit Berlin) sind es 58,5 % der Kinder. Noch deutlicher werden die Differenzen mit Blick auf einzelne Länder: Während in Nordrhein-Westfalen 11,1 % und in Rheinland-Pfalz 16,6 % der Einjährigen in einer KiTa betreut werden, sind es in Sachsen-Anhalt fast drei Viertel (73,8 %). Auch die Zweijährigen besuchen in den einzelnen Bundesländern in unterschiedlichem Ausmaß ein FBBE-Angebot: In den Ländern Baden-Württemberg, Bayern, Bremen, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Saarland und Schleswig-Holstein sind es jeweils knapp weniger als die Hälfte der Kinder dieses Alters. In Thüringen sind es mit 87,8 % hingegen fast alle Kinder in diesem Alter.

Von 1996 bis Mitte 2013 bestand ein Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung ausschließlich für Kinder, die das dritte Lebensjahr vollendet haben bis zur Einschulung und zwar unabhängig von der Ausbildungs- und Erwerbssituation der Eltern. Entsprechend ist die Teilhabe dieser älteren Kinder an institutioneller Kindertagesbetreuung ein selbstverständlicher Bestandteil ihrer Lebens- und Bildungsbiographie. So wird 2017 ein Großteil der drei- bis unter sechsjährigen Kinder (93,2 %), die noch nicht zur Schule gehen, in einer KiTa oder einer (vor-)schulischen Einrichtung betreut. Zwar sind die Unterschiede der Teilhabequoten zwischen den Bundesländern in diesem Alter wesentlich geringer, dennoch sind sie sichtbar: So besucht in Bremen ein kleinerer Anteil dieser Altersgruppe (86,7 %) ein entsprechendes Angebot als etwa in Rheinland-Pfalz oder Thüringen (96,3 % und 96,5 %). 

Da inzwischen in allen Bundesländern deutlich mehr als 90 % der vier- und fünfjährigen Kinder ein KiTa-Angebot nutzen, erklären sich die deutlichen Unterschiede der Höhe der Bildungsbeteiligung der Altersgruppe der Drei- bis unter Sechsjährigen im Wesentlichen durch Differenzen bei den Dreijährigen: So nutzen beispielsweise 2017 in Thüringen 95,7 % der Dreijährigen ein KiTa-Angebot, in Bremen dagegen sind es lediglich 76,2 %. Kurz vor Eintritt in die Schule sind solche Unterschiede zwischen den Bundesländern nicht mehr zu beobachten. Es gibt zwar leichte Bundesländerunterschiede, jedoch kann in der Summe davon ausgegangen werden, dass – mit wenigen Ausnahmen – jedes fünfjährige Kind ein KiTa-Angebot nutzt. 

Die Teilhabequote weist aus, wie viele Kinder eines bestimmten Alters ein KiTa-Angebot in Anspruch nehmen bezogen auf die altersgleichen Kinder in der Bevölkerung. Die dafür benötigten Daten sind zum einen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik entnommen, die jährlich zum 01.03. (bis 2008 zum 15.03.) durchgeführt wird, sowie zum anderen der amtlichen Bevölkerungsstatistik zum 31.12. eines Jahres. Bis zu den Daten zum 31.12.2013 (Referenzzahl zur Bildung der Teilhabequote zum 01.03.2014) beruhten die Bevölkerungszahlen auf der Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis der Volkszählung von 1987. Ab den Daten zum 31.12.2014 (Referenzzahl zur Bildung der Teilhabequote zum 01.03.2015) basieren die Bevölkerungszahlen auf der Fortschreibung der amtlichen Daten des Zensus 2011. Eine Analyse der methodischen Auswirkungen dieser Umstellung der Referenzzahl, konkret einer geringfügigen rein rechnerischen Veränderung der Teilhabequoten, ist Mühlmann und Meiner-Teubner (2015) zu entnehmen. 

Bei der Altersgruppe der Drei- bis unter Sechsjährigen sind auch die Kinder berücksichtigt, die in (vor-)schulischen Einrichtungen sind, da ihr Anteil in einzelnen Bundesländern durchaus erheblich ist. Insgesamt ist davon auszugehen, dass diese Kinder zu einem überwiegenden Teil fünf Jahre und nicht jünger sind. Diese Aussage trifft in besonderem Maße auf Hamburg zu, wo ein großer Anteil der Kinder im Jahr vor ihrer Einschulung eine Vorschulklasse besucht. Einzig in Ländern, in denen es in nennenswertem Umfang Schulkindergärten gibt, ist auch ein erwähnenswerter Anteil jüngerer Kinder in einer (vor-)schulischen Einrichtung. Für Baden-Württemberg können die Kinder in Schulkindergärten sowie Grundschulförderklassen altersjahrgenau ausgewiesen werden. In den Teilhabequoten der einzelnen Altersjahrgänge wird jedoch lediglich die quantitativ bedeutsame Anzahl der Fünfjährigen in (vor-)schulischen Einrichtungen ausgewiesen. In den anderen Altersjahrgängen spielen Kinder in Schulkindergärten quantitativ nur eine untergeordnete Rolle.

Für Hamburg sind die Daten zu den Fünfjährigen und der Altersgruppe der Drei- bis unter Sechsjährigen ab 01.03.2012 nicht mit den Vorjahresergebnissen vergleichbar. In den Daten ab dem 01.03.2012 werden die Kinder in Vorschulen stichtagsgenau (01.03. des Jahres) ausgewiesen, die Daten stammen dazu aus einer Meldung der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Hansestadt Hamburg. Für die Jahre zuvor liegen diese Daten nicht vor.

Quelle

Daten ab 2017:

Statistisches Bundesamt: Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2017 Jahre; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund und der Bertelsmann Stiftung, 2018.

Daten bis 2016:

Statistisches Bundesamt: Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund. 

Literatur
Mühlmann, Thomas/Meiner-Teubner, Christiane (2015): Welche Folgen hat die Umstellung der Bevölkerungsstatistik für die Kinder- und Jugendhilfestatistik, in: KomDat Jugendhilfe, Heft 3/2015, S. 14-17.