Bildungsbeteiligung in KiTas und Kindertagespflege (Gesamt) {{layer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || layer.year}}
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Anteil der Kinder in Kindertagesbetreuung (KiTas und Kindertagespflege) an allen Kindern dieses Alters

Ab 2012 werden Kinder in Tagespflege, die zusätzlich noch eine Kindertageseinrichtung oder Ganztagsschule besuchen, nicht doppelt gezählt. Inkl. Kinder in (vor-)schulischen Einrichtungen.

In den vergangenen Jahren hat sich die institutionelle Kindertagesbetreuung enorm gewandelt. Dies zeigt sich insbesondere anhand der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz in Kindertageseinrichtungen oder in Kindertagespflege für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres ab dem 01.08.2013 und dem damit verbundenen quantitativen Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder im Alter von unter drei Jahren. Dementsprechend wird ein deutlicher Zuwachs bei der Teilhabe an Bildungsangeboten von Kindern in diesem Alter deutlich. Dies lässt sich anhand des vorliegenden Indikators erkennen, der auf Basis der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik abbildet, wie viele Kinder der Altersjahrgänge von unter einem Jahr bis fünf Jahren in einer KiTa oder der Kindertagespflege betreut werden (s. methodische Hinweise). Ebenso werden die Teilhabequoten der Altersgruppen der unter Dreijährigen sowie der Kinder ab drei Jahren bis zum Schuleintritt dargestellt. Ausgewiesen werden jeweils die Daten für die Jahre 2009 bis 2017. Anhand dieser Daten kann auch die Entwicklungsdynamik der Teilhabequoten in den einzelnen Bundesländern abgelesen werden. 

Insgesamt sind zum 01.03.2017, dreieineinhalb Jahre nach Inkrafttreten des Rechtsanspruchs, bundesweit 33,1 % der unter Dreijährigen in einer KiTa oder in der Kindertagespflege. Im Jahr 2009 waren es erst 20,4 %. Somit ist die Bildungsbeteiligung der unter Dreijährigen stark angestiegen. Während 2009 noch 20,4 % der Einjährigen eine Kindertageseinrichtung oder Kindertagespflege besucht haben, sind es 2017 bereits mehr als ein Drittel (36,6 %). Ein ebenso großer Anstieg ist in dem Altersjahrgang der Zweijährigen zu sehen: 2009 haben mehr als ein Drittel (38,6 %) ein Angebot der Kindertagesbetreuung genutzt, 2017 sind es bereits deutlich über die Hälfte der Kinder (61,9 %). Nach wie vor bestehen ausgeprägte Differenzen zwischen der Situation in den ost- und westdeutschen Bundesländern. Während in Rheinland-Pfalz (21 %) und Nordrhein-Westfalen (23,6 %) jeweils etwas mehr als ein Fünftel der Einjährigen in einer KiTa oder Kindertagespflege betreut werden, sind es in Sachsen-Anhalt mehr als drei Viertel (75,8 %). Auch die Zweijährigen besuchen in den einzelnen Bundesländern in unterschiedlichem Ausmaß ein FBBE-Angebot: Ist es beispielsweise im Saarland (50,4 %) die Hälfte der Kinder, so nehmen in Thüringen (89,4 %) fast alle Kinder in diesem Alter ein entsprechendes Angebot wahr.

Von 1996 bis zum Zeitpunkt des erneuten KiTa-Platz-Ausbaus Mitte 2013 bestand ausschließlich für Kinder, die das dritte Lebensjahr vollendet haben, bis zur Einschulung ein Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung und zwar unabhängig von der Ausbildungs- und Erwerbssituation der Eltern. Seit dem 01.08.2013 gilt der Rechtsanspruch bereits ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Entsprechend ist die Teilhabequote der älteren Kinder an Angeboten der Kindertagesbetreuung höher bzw. ist die Teilhabe an institutioneller Kindertagesbetreuung in diesem Alter mittlerweile ein selbstverständlicher Bestandteil ihrer Lebens- und Bildungsbiographie geworden. So wird 2017 ein Großteil der drei- bis unter sechsjährigen Kinder (93,8 %), die noch nicht zur Schule gehen, in einer KiTa, einer Kindertagespflege oder einer (vor-)schulischen Einrichtung betreut. Zwar sind die Unterschiede der Teilhabequoten zwischen den Bundesländern in diesem Alter wesentlich geringer, dennoch sind sie sichtbar: So besucht in Bremen ein geringerer Anteil dieser Altersgruppe (87,5 %) ein entsprechendes Angebot als etwa in Rheinland-Pfalz (96,4 %) oder in Thüringen (96,5 %). Da inzwischen in allen Bundesländern mehr als 90 % der vier- und fünfjährigen Kinder ein Angebot der Kindertagesbetreuung nutzen, erklären sich die deutlichen Unterschiede in der Höhe der Bildungsbeteiligung der Altersgruppe der Drei- bis unter Sechsjährigen im Wesentlichen durch Differenzen bei den Dreijährigen: So nutzen beispielsweise 2017 in Thüringen knapp 95,7 % der Dreijährigen ein Angebot der Kindertagesbetreuung, in Bremen dagegen sind es lediglich 78,1 %. Kurz vor Eintritt in die Schule sind solche Unterschiede zwischen den Bundesländern nicht mehr zu beobachten. Es gibt zwar leichte Bundesländerunterschiede, jedoch kann in der Summe davon ausgegangen werden, dass – mit wenigen Ausnahmen – jedes fünfjährige Kind ein Angebot der Kindertagesbetreuung nutzt. 

Die Teilhabequote weist aus, wie viele Kinder eines bestimmten Alters ein Angebot der Kindertagesbetreuung, also KiTa oder Kindertagespflege, in Anspruch nehmen bezogen auf die altersgleichen Kinder in der Bevölkerung. Die dafür benötigten Daten sind zum einen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik entnommen, die jährlich zum 01.03. (bis 2008 zum 15.03.) durchgeführt wird, sowie zum anderen der amtlichen Bevölkerungsstatistik zum 31.12. eines Jahres. Bis zu den Daten zum 31.12.2013 (Referenzzahl zur Bildung der Teilhabequote zum 01.03.2014) beruhten die Bevölkerungszahlen auf der Fortschreibung des Bevölkerungsstandes auf Basis der Volkszählung von 1987. Ab den Daten zum 31.12.2014 (Referenzzahl zur Bildung der Teilhabequote zum 01.03.2015) basieren die Bevölkerungszahlen auf der Fortschreibung der amtlichen Daten des Zensus 2011. Eine Analyse der methodischen Auswirkungen dieser Umstellung der Referenzzahl, konkret einer geringfügigen rein rechnerischen Veränderung der Teilhabequoten, ist Mühlmann und Meiner-Teubner (2015) zu entnehmen.

Kinder, die sowohl Tageseinrichtungen als auch Kindertagespflege nutzen, werden ab 2012 nicht mehr doppelt gezählt. In den Jahren zuvor wurden sie noch doppelt gezählt. Bis einschließlich 2008 wurden ebenfalls diejenigen Kinder doppelt gezählt, die neben der Kindertagespflege eine (vor)schulische Einrichtung genutzt haben.

Bei der Altersgruppe der Drei- bis unter Sechsjährigen sind auch die Kinder berücksichtigt, die in (vor-)schulischen Einrichtungen sind, da ihr Anteil in einzelnen Bundesländern durchaus erheblich ist. Insgesamt ist davon auszugehen, dass diese Kinder zu einem ganz überwiegenden Teil fünf Jahre und nicht jünger sind. Diese Aussage trifft in besonderem Maße auf Hamburg zu, wo ein großer Anteil der Kinder im Jahr vor ihrer Einschulung eine Vorschulklasse besucht. Einzig in Ländern, in denen es in nennenswertem Umfang Schulkindergärten gibt, ist auch ein erwähnenswerter Anteil jüngerer Kinder in einer (vor-)schulischen Einrichtung. Für Baden-Württemberg können die Kinder in Schulkindergärten sowie Grundschulförderklassen altersjahrgenau ausgewiesen werden. In den Teilhabequoten der einzelnen Altersjahrgänge wird jedoch lediglich die quantitativ bedeutsame Anzahl der Fünfjährigen in (vor-)schulischen Einrichtungen ausgewiesen. In den anderen Altersjahrgängen spielen Kinder in Schulkindergärten quantitativ nur eine untergeordnete Rolle.

Für Hamburg sind die Daten zu den Fünfjährigen und der Altersgruppe der Drei- bis unter Sechsjährigen ab 01.03.2012 nicht mit den Vorjahresergebnissen vergleichbar. In den Daten ab dem 01.03.2012 werden die Kinder in Vorschulen stichtagsgenau (01.03. des Jahres) ausgewiesen, die Daten stammen dazu aus einer Meldung der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Hansestadt Hamburg. Für die Jahre zuvor liegen diese Daten nicht vor.

Quelle

Daten ab 2017:

Statistisches Bundesamt: Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2017; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund und der Bertelsmann Stiftung, 2018.

Daten bis 2016:

Statistisches Bundesamt: Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund. 

Literatur
Mühlmann, Thomas/Meiner-Teubner, Christiane (2015): Welche Folgen hat die Umstellung der Bevölkerungsstatistik für die Kinder- und Jugendhilfestatistik, in: KomDat Jugendhilfe, Heft 3/2015, S. 14-17.