Betreuungsumfang in Kindertagesbetreuung{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Ein zentrales, mit der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten vollendeten Lebensjahr verfolgtes Ziel ist die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So führen unter anderem Veränderungen in der Arbeitswelt, wie zum Beispiel die zunehmende Flexibilisierung von Arbeitszeiten sowie die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen, insbesondere von Müttern, zu einer höheren Nachfrage nach öffentlichen Betreuungsangeboten und nach flexibleren Betreuungszeiten. Bedarfsgerechte zeitliche Betreuungsumfänge sind jedoch stets vor dem Hintergrund der Sicherstellung des Wohls des Kindes und der Befriedigung seiner Bedürfnisse zu gewährleisten. In welchem zeitlichen Umfang Kinder derzeit Angebote der Kindertagesbetreuung nutzen, kann anhand der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik beantwortet werden. In dieser Statistik werden jährlich die wöchentlichen Betreuungszeiten, die für jedes Kind vertraglich vereinbart worden sind, stundengenau differenziert nach genutzter Betreuungsform (KiTa oder Kindertagespflege) und Altersjahren erfasst.

Die vertraglich vereinbarten Betreuungszeiten für Kinder in KiTas zeigen im Bundesländervergleich erhebliche Unterschiede auf: Während zum 01.03.2017 in Bayern 35,2 % der unter dreijährigen Kinder wöchentlich mehr als 35 Stunden betreut werden, sind es in Thüringen 93,4 %. Sehr lange Betreuungszeiten (45 Stunden und mehr) werden im Saarland (75,8 %), in Mecklenburg-Vorpommern (74,6 %) und Sachsen (70,1 %) vereinbart. Bei Kindern im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt liegt die Spannbreite der wöchentlich mehr als 35 Stunden betreuten Kinder sogar zwischen 26,5 % in Baden-Württemberg und 95 % in Thüringen. Einen Betreuungsumfang von wöchentlich bis zu 25 Stunden in einer KiTa nimmt nur ein geringer Anteil der betreuten Kinder ab drei Jahren in den Ländern Baden-Württemberg (1,4 %), Berlin (2,4 %), Brandenburg (1,1 %), Mecklenburg-Vorpommern (1,3 %), Saarland (1,4 %) und Thüringen (1,8 %) in Anspruch, während in Niedersachsen 38,3 % der Kinder dieser Altersgruppe lediglich halbtags in einer KiTa sind. Unter dreijährige Kinder weisen im Durchschnitt längere Betreuungszeiten in KiTas auf als Kinder im Alter ab drei Jahren bis zum Schuleintritt.

Ähnliche landesspezifische Unterschiede zeigen sich auch im Bereich der Kindertagespflege, wobei hier die Betreuungszeiten sowohl bei den jüngeren als auch bei den älteren Kindern im Vergleich zu den Zeiten in KiTas im Trend kürzer sind. Zwischen Baden-Württemberg und Sachsen ergeben sich am 01.03.2017 die niedrigsten und die höchsten Anteile der unter dreijährigen Kinder (13,9 % bzw. 93,9 %) die wöchentlich mehr als 35 Stunden betreut werden. Bei den älteren Kindern sind es ebenfalls die Länder Baden-Württemberg und Sachsen (4,3 % bzw. 89,9 %). In Baden-Württemberg werden die höchsten Anteile halbtags betreuter Kinder (bis zu 25 Stunden) erreicht (62,1 % bei den jüngeren und 89,1 % bei den älteren Kindern), wohingegen die diesbezüglichen Anteile in Mecklenburg-Vorpommern für die Jüngeren mit 0,3 % und für die Älteren mit 0,2 % am niedrigsten ausfallen. 

Inwiefern diese vertraglich vereinbarten Betreuungszeiten aktuell den von Eltern für ihr Kind gewünschten Betreuungszeiten entsprechen, kann dem Indikator „Gewünschter Betreuungsumfang“ entnommen werden.

In der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik wurden vor 2012 die täglichen und nicht wie derzeit die wöchentlich vertraglich vereinbarten Betreuungszeiten erfasst. Anhand der amtlichen Statistik kann darüber hinaus grundsätzlich nichts über die tatsächliche Nutzungsdauer der Betreuungsangebote ausgesagt werden. Ausgewiesen wird der vertraglich vereinbarte Betreuungsumfang.

Im Ländermonitor werden in Ergänzung zu den gebuchten wöchentlichen Betreuungszeiten im Datenblatt (s. rechte Seite und im Indikator „Mittagsverpflegung in KiTas und Kindertagespflege“) noch Informationen zu den Kindern zur Verfügung gestellt, deren Betreuung über Mittag unterbrochen wird sowie zu Kindern, die in der Betreuung eine Mittagsverpflegung erhalten.

Im nationalen Bildungsbericht (www.bildungsbericht.de) werden die Betreuungszeiten anders gruppiert: Kinder die mehr als 35 Stunden betreut werden, deren Betreuung über Mittag aber unterbrochen wird, werden bei den Betreuungszeiten „mehr als 25 bis zu 35 Stunden" ressortiert. Damit wird im Bildungsbericht in der Kategorie „mehr als 35 Stunden" Betreuungszeit der Anteil der Kinder ausgewiesen, deren Betreuungsumfang der Definition von ganztägiger Betreuung der Kultusministerkonferenz (KMK) entspricht. Die KMK geht davon aus, dass eine ganztägige Betreuung gegeben ist, wenn ein Kind an mindestens drei Tagen mehr als sieben Stunden betreut wird und eine Mittagsverpflegung erhält. Im Ländermonitor werden die Daten zu Betreuungszeiten und Mittagsverpflegung, bzw. unterbrochenen Betreuung getrennt ausgewiesen. Sofern der Begriff einer „ganztägigen Betreuung" Verwendung finden soll, wären perspektivisch Untersuchungen dazu notwendig, anhand welcher Kategorien eine ganztägige Betreuung definiert werden kann.

Quelle
Statistisches Bundesamt: Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund, 2017.