Finanzierungsgemeinschaft für FBBE{{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Die Finanzierung der institutionellen Angebote der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung wird immer wieder kontrovers diskutiert im Hinblick auf die Frage, welche staatlichen und nicht-staatlichen Ebenen sich an den Gesamtkosten beteiligen (sollen). Aufgrund der Datenlage ist diese Themenstellung nur eingeschränkt transparent zu machen, weitere Anstrengungen seitens der Politik und der Verwaltungen sollten hier unternommen werden. Bislang wird nur ein Blick auf die gemeinsamen Ausgaben von Ländern und Kommunen in den einzelnen Bundesländern geworfen. Dies sind aber nicht die einzigen Akteure, die sich finanziell an der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung beteiligen. Hinzu kommen mindestens noch

  • der Bund, der beispielsweise Mittel im Rahmen des Ausbaus der Angebote für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung stellt,
  • die freien Träger und nicht zuletzt
  • die Eltern, die sich über ihre Beiträge zu einem erheblichen Anteil an der Finanzierung der FBBE beteiligen.

Leider liegen hinsichtlich der finanziellen Beteiligung des Bundes keine mit den hier verwendeten Daten vergleichbaren Zahlen vor. Für 2010 hat das Statistische Bundesamt Ergebnisse aus einer gesonderten Befragung zu den Eigenanteilen der freien Träger veröffentlicht (vgl. Statistisches Bundesamt 2012). Allerdings können daraus keine bundeslandspezifischen Daten gewonnen werden. Im vorliegenden Indikator „Finanzierungsgemeinschaft für FBBE“ werden vor dem Hintergrund dieser unzureichenden Datengrundlage die Finanzierungsanteile von Kommunen, Land sowie Eltern ausgewiesen. Nicht berücksichtigt werden aus den oben erwähnten Gründen die Eigenanteile der freien Träger sowie die Bundesausgaben, wie sie insbesondere im Rahmen des Investitionsprogramms „Kinderbetreuungsfinanzierung“ getätigt werden. Der Elternanteil musste, was die Elternbeiträge bei freien Trägern anbelangt, abgeschätzt werden (mehr Informationen unter „Methodik“).

Mit Blick auf die Finanzierungsanteile von Ländern, Kommunen und Eltern an den Gesamtausgaben für FBBE zeigt sich 2015 in den Flächenländern eine unterschiedliche Beteiligung der Landesebene – die Spannbreite liegt dabei zwischen 20 % in Hessen und 46,7 % in Bayern. Auch der Anteil, den die Eltern zur Finanzierung der FBBE-Angebote beitragen, ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich. So müssen die Eltern in Hamburg mit 6,5 % bzw. in Berlin mit 7 % den niedrigsten Anteil leisten, die in Sachsen-Anhalt mit 22,7 % den höchsten. Auch die kommunalen Anteile bei den Flächenstaaten weichen voneinander ab, sie bewegen sich zwischen 38,7 % in Bayern und 66,5 % in Hessen.  

Aus methodischen Gründen können im Indikator nicht die Ausgaben sämtlicher an der Finanzierung der Kindertagesbetreuung beteiligten Akteure berücksichtigt werden. Dadurch werden die Anteile von Kommune, Land und Eltern tendenziell überhöht; insbesondere fehlen der Eigenanteil der freien Träger und der Anteil des Bundes, wie er insbesondere im Rahmen des Investitionsprogramms „Kinderbetreuungsfinanzierung" geleistet wird. Hierfür stehen keine länderspezifischen und/oder mit dem hier verwendeten Ausgabenkonzept vergleichbaren Daten zur Verfügung.

Unter „Methodik“ ist jedoch eine Abschätzung zu finden, in welchem Umfang sich Bund und freie Träger an den Ausgaben für Kindertagesbetreuung beteiligen. Dort sind auch die Berechnungsgrundlage und -methodik ausführlich erläutert.

Quelle

Daten ab 2015:

Statistisches Bundesamt: Bildungsfinanzbericht 2017, Wiesbaden 2017; Statistisches Bundesamt: Finanzen und Steuern. Rechnungsergebnisse der kommunalen Kern- und Extrahaushalte. Sonderauswertung der Dreisteller der Produktgruppen 361 und 365 durch das Statistische Bundesamt nach dem Schema der Tabelle 4 der Fachserie 14, Reihe 3.3; Angaben Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg; Senatsverwaltung für Finanzen, Berlin; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund, 2017/2018

Daten bis 2014:

Statistisches Bundesamt: Bildungsfinanzbericht 2016; Statistisches Bundesamt: Finanzen und Steuern. Rechnungsergebnisse der kommunalen Kern- und Extrahaushalte. Sonderauswertung der Dreisteller der Produktgruppen 361 und 365 durch das Statistische Bundesamt nach dem Schema der Tabelle 4 der Fachserie 14, Reihe 3.3; Angaben Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg; Senatsverwaltung für Finanzen, Berlin; zusammengestellt und berechnet vom Forschungsverbund DJI/TU Dortmund, 2017. 

Literatur
Statistisches Bundesamt (2012): Finanzen der Kindertageseinrichtungen in freier Trägerschaft 2010. Wiesbaden. [Download von: https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/BildungForschungKultur/BildungKulturFinanzen/FinanzenKitaTraegerschaft5217111109004.pdf?__blob=publicationFile (19.06.2017)]