Öffnungszeiten von KiTas {{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].map.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Veränderungen in der Arbeitswelt, wie zum Beispiel die zunehmende Flexibilisierung von Arbeitszeiten sowie die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen, insbesondere von Müttern, führen unter anderem zu einer höheren Nachfrage nach öffentlichen Betreuungsangeboten und nach flexibleren Betreuungszeiten. Flexible Betreuungszeiten können individuelle am Bedarf der Familien orientierte Betreuungsverträge bedeuten, Kooperationen und Vernetzungen mit externen Fachdiensten, eine Ausweitung der Öffnungszeiten auf atypische Wochentage, die Buchung von Betreuungsbausteinen und Kernzeitmodellen, die partielle und unregelmäßige Nutzung der Öffnungszeiten einer Einrichtung oder Platz-Sharing (vgl. z.B. Klinkhammer 2008/2007; Schäfer 2015). Dabei sind bedarfsgerechte zeitliche Betreuungsumfänge jedoch stets vor dem Hintergrund der Sicherstellung des Wohls des Kindes und der Befriedigung seiner Bedürfnisse, insbesondere im Sinne einer Sicherstellung an Kontinuität und Stabilität in den Erzieher-Kind-Beziehungen, zu gewährleisten (zur Debatte „flexible bedarfsorientierte Betreuungszeiten“ vgl. z.B. DGfZP; Esch/Klaudy/Stöbe-Blossey 2005; Fuchs-Rechlin 2011; Klinkhammer 2008/2007; Schäfer 2015; Zimmer/Rüttgers 2014).

Zu welchen Zeiten Kindertageseinrichtungen in Deutschland öffnen und schließen wird bei dem vorliegenden Indikator sowohl auf Kreis- als auch auf Jugendamtsbezirksebene ausgewertet (s. methodische Hinweise). 

Zum 01.03.2017 öffnen bundesweit 86,2 % der KiTas 7:30 Uhr oder früher. Dieser Anteil schwankt nicht nur enorm zwischen den Bundesländern, sondern auch innerhalb der Bundesländer gibt es auffällige Differenzen zwischen den Kreisen bzw. kreisfreien Städten sowie zwischen den Jugendamtsbezirken. Während in der kreisfreien Stadt Trier in Rheinland-Pfalz nur fast die Hälfte aller KiTas (49,3 %) 7:30 Uhr oder früher öffnet, so sind es in der Mehrzahl aller Kreise in Thüringen häufig alle KiTas auf die dieses zutrifft. Die größte diesbezügliche Spannweite zwischen den Kreisen ergibt sich unter allen Flächenländern in Rheinland-Pfalz: Dort öffnen wie bereits erwähnt in Trier 49,3 % der KiTas um 7:30 Uhr oder früher, während im Landkreis Vulkaneifel alle KiTas um diese Uhrzeit öffnen. Am geringsten schwankt dieser Anteil in Mecklenburg-Vorpommern. In diesem Flächenland erreichen alle KiTas einen diesbezüglich hohen Anteil (95,8 % in der kreisfreien Stadt Schwerin bis hin zu 97,7 % im Landkreis Vorpommern-Greifswald).

Auch bei den Schließungszeiten ergeben sich enorme regionale Unterschiede. Bundesweit schließen fast zwei Drittel aller KiTas (65 %) um 16:30 Uhr oder später. Auf Ebene der Kreise variiert dieser Anteil von 7,1 % im Landkreis Freyung-Grafenau (Bayern) bis hin zu 100 % in einem Großteil der thüringischen Kreisen sowie in der kreisfreien Stadt Frankfurt an der Oder (Brandenburg) und in der kreisfreien Stadt Rostock (Mecklenburg-Vorpommern). Bei den Schließungszeiten gibt es die größte Spannweite zwischen den Kreisen unter allen Flächenländern in Bayern: Im Landkreis Freyung-Grafenau schließen wie bereits erwähnt 7,1 % der KiTas um 16:30 Uhr oder später, während dieser Anteil in der kreisfreien Stadt Schweinfurt bei 96,7 % liegt. Demgegenüber besteht in Mecklenburg-Vorpommern die geringste Differenz zwischen den Kreisen (96,9 % im Landkreis Rostock und 100 % in der kreisfreien Stadt Rostock). 

Seit dem Erhebungsjahr 2012 werden im Rahmen der amtlichen Statistik zu Kindern und tätigen Personen in Tageseinrichtungen die Öffnungs- und Schließungszeiten von Kindertageseinrichtungen erfasst. Mit Hilfe einer „Ja/Nein“-Abfrage wird erhoben, ob die Einrichtung an den meisten Wochentagen genau um 7.30 Uhr oder früher öffnet. Nur falls dies zutrifft, müssen die KiTas ihre exakte Öffnungszeit angeben. Ebenso wird anhand einer „Ja/Nein“-Abfrage erfasst, ob die KiTa an den meisten Wochentagen genau um 16.30 Uhr oder später schließt. Auch hier müssen nur die KiTas, auf die dieses zutrifft, angeben, zu wann sie genau schließen. Auf diese Weise kann mit Hilfe der amtlichen Statistik nur von den KiTas die genaue Zeitangabe der Öffnungsdauer erfasst werden, die 7.30 Uhr oder früher öffnen und 16.30 Uhr oder später schließen.

Quelle

Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Statistik der Kinder- und Jugendhilfe, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2018. 

Literatur

[DGfZP] Deutsche Gesellschaft für Zeitpolitik (2013): Kinderbetreuung rund um die Uhr. Zeitpolitisches Magazin, Dezember 2013, Jahrgang 10, Ausgabe 23.

Esch, Karin/Klaudy, Elke Katharina/Stöbe-Blossey, Sybille (2005): Bedarfsorientierte Kinderbetreuung. Gestaltungsfelder für die Kinder- und Jugendpolitik. VS Verlag für Sozialwissenschaften. Wiesbaden.

Fuchs-Rechlin, Kirsten (2011): Die flexible KiTa – Pluralisierte Elternwünsche, institutionelle Erfordernisse und pädagogische Grenzziehungen, in: KomDat Jugendhilfe, H. 1&2/2011, S. 16-18.

Klinkhammer, Nicole (2008): Flexible und erweiterte Angebote in der Kinderbetreuung. Entwicklungstrends – Ansätze – Kontroversen. Zusammenfassung einer Recherche. Deutsches Jugendinstitut. München. 

Klinkhammer, Nicole (2007): Flexibilität ermöglichen, Qualität sichern: Herausforderungen für die Veränderungen in der zeitlichen Angebotsstruktur von Kindertageseinrichtungen, in: Altgeld, Karin/Klaudy, Elke Katharina/Stöbe-Blossey, Sybille (Hrsg.): Flexible Kinderbetreuung – online Handbuch.

Schäfer, Britta (2015): Flexible Betreuungsangebote und das Wohlbefinden von Kindern: Ein Spannungsverhältnis? Erfahrungen und Erkenntnisse aus der internationalen Forschung. Arbeitspapier. Deutsches Jugendinstitut. München. (WWW-Dokument: http://www.fruehe-chancen.de/fileadmin/PDF/Archiv/Arbeitspapier_Flexible_Betreuungsangebote_und_das_Wohlbefinden_von_Kindern.pdf).

Zimmer, Marco/Rüttgers, Christian (2014): Betreuungszeit als Hauptproblem – Ergebnisse einer Elternbefragung zur frühkindlichen Betreuung seit dem 1. August 2013, in: Zimmer, Marco/Rüttgers, Christian (Hrsg.): Der Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz – ein Jahr danach. Münster/New York. Waxmann, S. 11-47.