Bildungsbeteiligung von Kindern in Kindertagesbetreuung {{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].map.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Einrichtungen der Kindertagesbetreuung sind häufig der erste Ort, an dem Kinder ein institutionelles Bildungsangebot in Anspruch nehmen. Damit kommt ihnen eine wichtige Funktion für die Integration, Bildung und Teilhabe an der Gesellschaft von allen Kindern zu (vgl. Peter/Spieß 2015). In den vergangenen Jahren hat sich die institutionelle Kindertagesbetreuung enorm gewandelt. Dies zeigt sich insbesondere anhand der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz in Kindertageseinrichtungen oder in Kindertagespflege für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres ab dem 01.08.2013 und dem damit verbundenen quantitativen Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder im Alter von unter drei Jahren. Dementsprechend wird ein deutlicher Zuwachs bei der Teilhabe an Bildungsangeboten von Kindern in diesem Alter deutlich. Wie viele Kinder im Alter von unter drei Jahren sowie von drei bis unter sechs Jahren in einer KiTa oder der Kindertagespflege in den Kreisen bzw. kreisfreien Städten sowie in den Jugendamtsbezirken in Deutschland aktuell betreut werden, lässt sich anhand des vorliegenden Indikators auf Basis der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik erkennen (s. methodische Hinweise).

Bundesweit sind zum 01.03.2018, viereineinhalb Jahre nach Inkrafttreten des Rechtsanspruchs, 33,6 % der unter Dreijährigen in einer KiTa oder in der Kindertagespflege. Diese Teilhabequote variiert nicht nur zwischen den Bundesländern, sondern auch innerhalb der Bundesländer gibt es diesbezüglich große Unterschiede: Während in dem bayerischen Landkreis Berchtesgadener Land 13,6 % der unter Dreijährigen in Kindertagesbetreuung sind, so liegt dieser Anteil im Salzlandkreis in Sachsen-Anhalt bei 62,2 %. Die größte Spannweite zwischen den Teilhabequoten der Kreise unter allen Flächenländern besteht in Bayern: Hier schwanken die Anteile betreuter unter Dreijähriger zwischen dem bereits genannten Landkreis Berchtesgadener Land (13,6 %) und dem Landkreis München (42,7 %). Demgegenüber besteht die geringste Spannweite zwischen den Kreisen in Mecklenburg-Vorpommern: So werden in der kreisfreien Stadt Schwerin 52 % der unter Dreijährigen in KiTas oder in Kindertagespflege betreut, während es in der kreisfreien Stadt Rostock 59,1 % sind.

Ausschließlich für die älteren Kinder, also für diejenigen, die das dritte Lebensjahr vollendet haben, bis zur Einschulung bestand von 1996 bis zum Zeitpunkt des erneuten KiTa-Platz-Ausbaus Mitte 2013 ein Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung und zwar unabhängig von der Ausbildungs- und Erwerbssituation der Eltern. Seit dem 01.08.2013 gilt der Rechtsanspruch bereits ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Entsprechend ist die Teilhabequote der älteren Kinder an Angeboten der Kindertagesbetreuung höher bzw. ist die Teilhabe an institutioneller Kindertagesbetreuung in diesem Alter mittlerweile ein selbstverständlicher Bestandteil ihrer Lebens- und Bildungsbiographie geworden. Dennoch gibt es auch bei den älteren Kindern noch ersichtliche Differenzen auf Kreisebene: Während in der kreisfreien Stadt Delmenhorst die geringste Teilhabequote bundesweit erreicht wird (80,3 %), so sind es in vielen Kreisen bis zu 100 % der Kinder, die eine KiTa oder Kindertagespflege besuchen. Unter allen Flächenländern ergibt sich die größte Spannweite in Brandenburg (Landkreis Teltow-Fläming mit 81,5 % sowie die kreisfreie Stadt Brandenburg an der Havel mit 100 %). Kaum Unterschiede zwischen den Teilhabequoten in den Kreisen sind in Sachsen zu finden (kreisfreie Stadt Leipzig mit 92,7 % sowie kreisfreie Stadt Dresden mit 97,1 %).

Die Teilhabequote weist aus, wie viele Kinder eines bestimmten Alters ein Angebot der Kindertagesbetreuung, also KiTa oder Kindertagespflege, in Anspruch nehmen bezogen auf die altersgleichen Kinder in der Bevölkerung. Die dafür benötigten Daten sind zum einen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik entnommen, die jährlich zum 01.03. durchgeführt wird, sowie zum anderen der amtlichen Bevölkerungsstatistik zum 31.12. eines Jahres (Fortschreibung der amtlichen Daten des Zensus 2011).

Kinder, die sowohl Tageseinrichtungen als auch Kindertagespflege nutzen, werden nicht doppelt gezählt.

Bei der vorliegenden Auswertung werden drei- bis unter sechsjährige Kinder bis zum Schulbesuch in Kindertagesbetreuung analysiert. Nicht berücksichtigt werden drei- und vierjährige Kinder in (vor-)schulischen Einrichtungen. Dies kann zu geringfügigen Abweichungen zu anderen Tabellen im Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme führen, in denen diese Kinder berücksichtigt werden. 

Insbesondere in Hamburg besucht ein großer Anteil der Kinder im Jahr vor ihrer Einschulung eine Vorschulklasse. Diese Kinder werden in der vorliegenden Auswertung auf regionaler Ebene nicht berücksichtigt, so dass die Teilhabequote der drei- bis unter sechsjährigen Kinder in der Freien und Hansestadt Hamburg zu der im Ländermonitor ausgewiesenen Teilhabequoten auf Bundesländerebene  abweicht.

In einigen Kreisen bzw. kreisfreien Städten sowie in einigen Jugendamtsbezirken kann es zu Inanspruchnahmequoten von über 100 % kommen, da einige Eltern ihre Kinder in der KiTa oder Kindertagespflege nicht an ihrem Wohnort betreuen lassen, an dem auch der Stand der Bevölkerung erfasst wird.

Quelle

Daten ab 2018:
FDZ der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder sowie statistisches Bundesamt, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege 2018; Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Berichtsjahr ab 2011: Ergebnisse auf Grundlage des Zensus; Bildung und Kultur: Allgemeinbildende Schulen 2017/2018; Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration der Freien und Hansestadt Hamburg; zusammengestellt und berechnet vom LG Empirische Bildungsforschung der FernUniversität in Hagen, 2019.

Daten bis 2017:
Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Statistik der Kinder- und Jugendhilfe, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Berichtsjahr ab 2011: Ergebnisse auf Grundlage des Zensus; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2018.

Literatur
Peter, Frauke/Spieß, C. Katharina (2015): Kinder mit Migrationshintergrund in Kindertageseinrichtungen und Horten: Unterschiede zwischen den Gruppen nicht vernachlässigen! in: DIW-Wochenbericht, ISSN 1860-8787, Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung (DIW), Berlin, Vol. 82, Iss. 1/2, S. 12-21.