Pädagogisches Personals in KiTas – Qualifikation {{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].map.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Nach den vorliegenden Studien der Qualitätsforschung gelten die Personalressourcen in KiTas als zentrale strukturelle Rahmenbedingung, die die Qualität der pädagogischen Arbeit neben anderen Faktoren beeinflusst (vgl. Viernickel u. a. 2013: 20). Das Ausbildungsniveau der Fachkräfte wird dabei als ein Merkmal zur Bewertung der Personalressourcen eingestuft. Die Daten der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik liefern Informationen über die Berufsausbildungsabschlüsse des pädagogischen Personals in Deutschland. Diese Daten werden unterschiedlichen Qualifikationsniveaus zugeordnet (s. methodische Hinweise).

Zum 01.03.2016 verfügen bundesweit 70,2 % der pädagogisch Tätigen in KiTas (mit Horte) über einen fachlich einschlägigen Fachschulabschluss, wie beispielsweise zur Erzieherin. Weitere 13 % besitzen den formal niedrigeren, fachlich einschlägigen Berufsfachschulabschluss, wie beispielsweise zur Kinderpflegerin. Der Anteil der Hochschulausgebildeten in KiTas liegt 2016 bei 5,3 %. 

Im Folgenden wird der Fokus auf die an Fachschulen und an Hochschulen ausgebildeten KiTa-Fachkräfte gerichtet. Diese Anteile schwanken nicht nur enorm zwischen den Bundesländern, sondern auch innerhalb der Bundesländer gibt es auffällige Differenzen zwischen den Kreisen bzw. kreisfreien Städten sowie zwischen den Jugendamtsbezirken. Während im bayerischen Landkreis Weilheim-Schongau der Anteil der KiTa-Fachkräfte mit Fachschulabschluss bundesweit am geringsten ist (43,6 %), so sind es im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg (95,2 %) deutlich mehr. Diesbezüglich gibt es zwischen den Kreisen unter den Flächenländern in Hessen die größte Spannweite: Während in der kreisfreien Stadt Frankfurt am Main fast die Hälfte der KiTa-Fachkräfte über einen Fachschulabschluss verfügen (49,9 %), sind es im Landkreis Kassel 85,2 %. Demgegenüber liegt in Mecklenburg-Vorpommern kaum eine Differenz zwischen den Kreisen vor: Hier hat sowohl in der kreisfreien Stadt Rostock (89,7 %) als auch im Landkreis Ludwigslust-Parchim (94,3 %) ein hoher Anteil an pädagogisch Tätigen einen Fachschulabschluss. Häufig gibt es jedoch in den Kreisen, in denen ein geringer Anteil an Fachschulausgebildeten in KiTas arbeitet, einen höheren Anteil an KiTa-Fachkräften mit Hochschulabschluss. So ist zwar beispielsweise der Anteil des KiTa-Personals mit Fachschulabschluss in Frankfurt am Main unter allen hessischen Kreisen am geringsten (49,9 %), jedoch ist hier auch der höchste Anteil an KiTa-Personal mit Hochschulabschluss beschäftigt (17,9 %). Dies gilt es bei der regionalen Analyse zu berücksichtigen.

Regionale Unterschiede zeigen sich somit auch bei dem Anteil an KiTa-Fachkräften mit Hochschulabschluss: Während dies im Landkreis Zollernalbkreis (Baden-Württemberg) sowie im Landkreis Ansbach (Bayern) auf 0,9 % der Beschäftigten zu trifft, so sind es in der kreisfreien Stadt Jena (Thüringen) 19,2 %. Die diesbezüglich größte Spannweite zwischen den Kreisen ist in Thüringen zu finden (Landkreis Eichsfeld mit 2,5 % bis hin zu der genannten Stadt Jena mit 19,2 %). Die geringste Differenz zeigt sich in Brandenburg (Landkreis Uckermark mit 1,5 % bis hin zu 2,7 % im Landkreis Oder-Spree). Bundesweit konnten allerdings aus Datenschutzgründen die Angaben zum Hochschulabschluss für 69 von 402 Kreisen bzw. kreisfreien Städten nicht ausgewiesen werden. 

Im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik werden die Berufsausbildungsabschlüsse der pädagogisch Tätigen in KiTas erfasst. Diese wurden in der vorliegenden Auswertung zu den folgenden Qualifikationsniveaus zusammengefasst:

  • (Fachlich einschlägiger) Hochschulabschluss: Dipl.-Sozialpädagoge/-pädagogin oder Dipl.-Sozialarbeiter/-in oder Dipl.-Heilpädagoge/-pädagogin (FH oder vergleichbarer Abschluss), Dipl.-Pädagoge/-Pädagogin oder Dipl.-Erziehungswissenschaftler/-in oder Dipl.-Sozialpädagoge/-pädagogin (Universität oder vergleichbarer Abschluss), staatlich anerkannter Kindheitspädagoge/staatlich anerkannte Kindheitspädagogin (Bachelor- oder Masterabschluss; Erfassung erst ab 2012)
  • (Fachlich einschlägiger) Fachschulabschluss: Erzieher/-in, Heilpädagoge/-pädagogin (Fachschule), Heilerzieher/-in, Heilerziehungspfleger/-in
  • (Fachlich einschlägiger) Berufsfachschulabschluss: Kinderpfleger/-in, Familienpfleger/-in, Assistent/-in im Sozialwesen, soziale und medizinische Helferberufe
  • Sonstiges: Sonstige soziale/sozialpädagogische Kurzausbildung, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/-in, Psychologischer Psychotherapeut/Psychologische Psychotherapeutin, Psychologe/Psychologin mit Hochschulabschluss, Beschäftigungs- und Arbeitstherapeut/-in (Ergotherapeut/-in), Bewegungspädagoge/-pädagogin, Bewegungstherapeut/-in (Motopäde/Motopädin), Arzt/Ärztin, (Fach-)Kinderkrankenschwester/-pfleger, Krankenschwester/-pfleger, Altenpfleger/-in, Krankengymnast/-in, Masseur/-in, Masseur und med. Bademeister/Masseurin und med. Bademeisterin, Logopäde/Logopädin, Sonderschullehrer/-in, und sonstige Berufsausbildungsabschlüsse, Praktikant/-in im Anerkennungsjahr, anderweitig noch in Ausbildung, ohne abgeschlossene Ausbildung

Quelle
Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Statistik der Kinder- und Jugendhilfe, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2016; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2017.

Literatur
Viernickel, Susanne/Nentwig-Gesemann, Iris/Nicolai, Katharina/Schwarz, Stefanie/Zenker, Luise (2013): Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung – Bildungsaufgaben, Zeitkontingente und strukturelle Rahmenbedingungen in Kindertageseinrichtungen. Hrsg. Der Paritätische Gesamtverband, Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Berlin.