Pädagogisches Personal in KiTas – Qualifikation {{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].map.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Nach den vorliegenden Studien der Qualitätsforschung gelten die Personalressourcen in KiTas als zentrale strukturelle Rahmenbedingung, die die Qualität der pädagogischen Arbeit neben anderen Faktoren beeinflusst (vgl. Viernickel u. a. 2013: 20). Das Ausbildungsniveau der Fachkräfte wird dabei als ein Merkmal zur Bewertung der Personalressourcen eingestuft. Die Daten der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik liefern Informationen über die Berufsausbildungsabschlüsse des pädagogischen Personals in Deutschland. Diese Daten werden unterschiedlichen Qualifikationsniveaus zugeordnet (s. methodische Hinweise).

Zum 01.03.2017 verfügen bundesweit 70,3 % der pädagogisch Tätigen in KiTas (mit Horte) über einen fachlich einschlägigen Fachschulabschluss, wie beispielsweise zur Erzieherin. Weitere 13,4 % besitzen den formal niedrigeren, fachlich einschlägigen Berufsfachschulabschluss, wie beispielsweise zur Kinderpflegerin. Der Anteil der Hochschulausgebildeten in KiTas liegt 2017 bei 5,4 %. 

Im Folgenden wird der Fokus auf die an Fachschulen und an Hochschulen ausgebildeten KiTa-Fachkräfte gerichtet. Diese Anteile schwanken nicht nur enorm zwischen den Bundesländern , sondern auch innerhalb der Bundesländer gibt es auffällige Differenzen zwischen den Kreisen bzw. kreisfreien Städten sowie zwischen den Jugendamtsbezirken. Während im bayerischen Landkreis Fürstenfeldbrück der Anteil der KiTa-Fachkräfte mit Fachschulabschluss bundesweit am geringsten ist (45 %), so sind es im Landkreis Elbe-Elster in Brandenburg (93,6 %) deutlich mehr. Diesbezüglich gibt es zwischen den Kreisen unter den Flächenländern in Hessen die größte Spannweite: Während in der kreisfreien Stadt Frankfurt am Main fast die Hälfte der KiTa-Fachkräfte über einen Fachschulabschluss verfügen (49,7 %), sind es im Landkreis Kassel 86,3 %. Demgegenüber liegt im Saarland kaum eine Differenz zwischen den Kreisen vor: Hier hat sowohl im Regionalverband Saarbrücken (66,6 %) als auch im Landkreis Merzig-Wadern (71,5 %) ein hoher Anteil an pädagogisch Tätigen einen Fachschulabschluss. Häufig gibt es jedoch in den Kreisen, in denen ein geringer Anteil an Fachschulausgebildeten in KiTas arbeitet, einen höheren Anteil an KiTa-Fachkräften mit Hochschulabschluss. So ist zwar beispielsweise der Anteil des KiTa-Personals mit Fachschulabschluss in Frankfurt am Main unter allen hessischen Kreisen am geringsten (49,9 %), jedoch ist hier auch der höchste Anteil an KiTa-Personal mit Hochschulabschluss beschäftigt (17,7 %). Nur in der kreisfreien Stadt Jena (Thüringen) wird ein diesbezüglich noch höherer Anteil erreicht (19,1 %). Dies gilt es bei der regionalen Analyse zu berücksichtigen.

Regionale Unterschiede zeigen sich somit auch bei dem Anteil an KiTa-Fachkräften mit Hochschulabschluss: Während dies im Landkreis Südwestpfalz (Rheinland-Pfalz) sowie im Landkreis Wunsiedel im Fichtengebirge (Bayern) auf 0,7 % der Beschäftigten zu trifft, so sind es in der kreisfreien Stadt Jena (Thüringen) wie bereits erwähnt 19,1 %. Die diesbezüglich größte Spannweite zwischen den Kreisen ist in Thüringen zu finden (Landkreis Altenburger Land mit 1,9 % bis hin zu der genannten Stadt Jena mit 19,1 %). Die geringste Differenz zeigt sich im Saarland (Landkreis Neunkirchen mit 1,2 % bis hin zu 3,7 % im Regionalverband Saarbrücken). Bundesweit konnten aus Datenschutzgründen die Angaben zum Hochschulabschluss für 13 von 401 Kreisen bzw. kreisfreien Städten nicht ausgewiesen werden.  

Im Rahmen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik werden die Berufsausbildungsabschlüsse der pädagogisch Tätigen in KiTas erfasst. Diese wurden in der vorliegenden Auswertung zu den folgenden Qualifikationsniveaus zusammengefasst:

  • (Fachlich einschlägiger) Hochschulabschluss: Dipl.-Sozialpädagoge/-pädagogin oder Dipl.-Sozialarbeiter/-in oder Dipl.-Heilpädagoge/-pädagogin (FH oder vergleichbarer Abschluss), Dipl.-Pädagoge/-Pädagogin oder Dipl.-Erziehungswissenschaftler/-in oder Dipl.-Sozialpädagoge/-pädagogin (Universität oder vergleichbarer Abschluss), staatlich anerkannter Kindheitspädagoge/staatlich anerkannte Kindheitspädagogin (Bachelor- oder Masterabschluss; Erfassung erst ab 2012)
  • (Fachlich einschlägiger) Fachschulabschluss: Erzieher/-in, Heilpädagoge/-pädagogin (Fachschule), Heilerzieher/-in, Heilerziehungspfleger/-in
  • (Fachlich einschlägiger) Berufsfachschulabschluss: Kinderpfleger/-in, Familienpfleger/-in, Assistent/-in im Sozialwesen, soziale und medizinische Helferberufe
  • Sonstiges: Sonstige soziale/sozialpädagogische Kurzausbildung, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut/-in, Psychologischer Psychotherapeut/Psychologische Psychotherapeutin, Psychologe/Psychologin mit Hochschulabschluss, Beschäftigungs- und Arbeitstherapeut/-in (Ergotherapeut/-in), Bewegungspädagoge/-pädagogin, Bewegungstherapeut/-in (Motopäde/Motopädin), Arzt/Ärztin, (Fach-)Kinderkrankenschwester/-pfleger, Krankenschwester/-pfleger, Altenpfleger/-in, Krankengymnast/-in, Masseur/-in, Masseur und med. Bademeister/Masseurin und med. Bademeisterin, Logopäde/Logopädin, Sonderschullehrer/-in, und sonstige Berufsausbildungsabschlüsse, Praktikant/-in im Anerkennungsjahr, anderweitig noch in Ausbildung, ohne abgeschlossene Ausbildung

Quelle
Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Statistik der Kinder- und Jugendhilfe, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2018. 

Literatur
Viernickel, Susanne/Nentwig-Gesemann, Iris/Nicolai, Katharina/Schwarz, Stefanie/Zenker, Luise (2013): Schlüssel zu guter Bildung, Erziehung und Betreuung – Bildungsaufgaben, Zeitkontingente und strukturelle Rahmenbedingungen in Kindertageseinrichtungen. Hrsg. Der Paritätische Gesamtverband, Diakonie Deutschland – Evangelischer Bundesverband, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. Berlin.