Bildungsbeteiligung von Kindern in Kindertagesbetreuung {{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].map.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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In den vergangenen Jahren hat sich die institutionelle Kindertagesbetreuung enorm gewandelt. Dies zeigt sich insbesondere anhand der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz in Kindertageseinrichtungen oder in Kindertagespflege für Kinder ab Vollendung des ersten Lebensjahres ab dem 01.08.2013 und dem damit verbundenen quantitativen Ausbau der Betreuungsplätze für Kinder im Alter von unter drei Jahren. Dementsprechend wird ein enormer Zuwachs bei der Teilhabe an Bildungsangeboten von Kindern in diesem Alter deutlich. Wie viele Kinder im Alter von unter drei Jahren sowie von drei bis unter sechs Jahren in einer KiTa oder der Kindertagespflege in den Kreisen bzw. kreisfreien Städten sowie in den Jugendamtsbezirken in Deutschland aktuell betreut werden, lässt sich anhand des vorliegenden Indikators auf Basis der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik erkennen (s. methodische Hinweise).

Bundesweit sind zum 01.03.2016, zweieineinhalb Jahre nach Inkrafttreten des Rechtsanspruchs, 32,7 % der unter Dreijährigen in einer KiTa oder in der Kindertagespflege. Diese Teilhabequote variiert nicht nur zwischen den Bundesländern, sondern auch innerhalb der Bundesländer gibt es diesbezüglich große Unterschiede: Während in dem bayerischen Landkreis Berchtesgadener Land 14,3 % der unter Dreijährigen in Kindertagesbetreuung sind, so liegt dieser Anteil in dem Landkreis Spree-Neiße in Brandenburg bei 61,8 %. Die größte Spannweite zwischen den Teilhabequoten der Kreise unter allen Flächenländern besteht in Bayern: Hier schwanken die Anteile betreuter unter Dreijähriger zwischen dem bereits genannten Landkreis Berchtesgadener Land (14,3 %) und der kreisfreien Stadt Erlangen (43,5 %). Demgegenüber besteht die geringste Spannweite zwischen den Kreisen in Brandenburg: So werden im Landkreis Ostprignitz-Ruppin 53,9 % der unter Dreijährigen in KiTas oder in Kindertagespflege betreut, während es in dem bereits genannten Landkreis Spree-Neiße 61,8 % sind. 81 von 402 Kreisen bzw. kreisfreien Städten konnten aus Datenschutzgründen bei dieser Analyse nicht berücksichtigt werden.

Ausschließlich für die älteren Kinder, also für diejenigen, die das dritte Lebensjahr vollendet haben, bis zur Einschulung bestand von 1996 bis zum Zeitpunkt des erneuten KiTa-Platz-Ausbaus Mitte 2013 ein Rechtsanspruch auf einen Platz in einer Kindertageseinrichtung und zwar unabhängig von der Ausbildungs- und Erwerbssituation der Eltern. Seit dem 01.08.2013 gilt der Rechtsanspruch bereits ab dem vollendeten ersten Lebensjahr. Entsprechend ist die Teilhabequote der älteren Kinder an Angeboten der Kindertagesbetreuung höher bzw. ist die Teilhabe an institutioneller Kindertagesbetreuung in diesem Alter mittlerweile ein selbstverständlicher Bestandteil ihrer Lebens- und Bildungsbiographie geworden. Dennoch gibt es auch bei den älteren Kindern noch ersichtliche Differenzen auf Kreisebene: Während in der Stadt Bremerhaven die geringste Teilhabequote bundesweit erreicht wird (77,8 %), so sind es in vielen Kreisen bis zu 100 % der Kinder, die eine KiTa oder Kindertagespflege besuchen. Unter allen Flächenländern ergibt sich die größte Spannweite wie bereits bei den jüngeren Kindern in Bayern (Landkreis Berchtesgadener Land mit 83 % sowie kreisfreie Stadt Passau mit bis zu 100 %). Kaum Unterschiede zwischen den Teilhabequoten in den Kreisen sind in Sachsen-Anhalt zu finden (Landkreis Stendal mit 90,4 % sowie Landkreis Wittenberg mit 97,0 %). Aus Datenschutzgründen konnten jedoch die Teilhabequoten von 93 von 402 Kreisen bzw. kreisfreien Städten nicht berücksichtigt werden.

Die Teilhabequote weist aus, wie viele Kinder eines bestimmten Alters ein Angebot der Kindertagesbetreuung, also KiTa oder Kindertagespflege, in Anspruch nehmen bezogen auf die altersgleichen Kinder in der Bevölkerung. Die dafür benötigten Daten sind zum einen der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik entnommen, die jährlich zum 01.03. durchgeführt wird, sowie zum anderen der amtlichen Bevölkerungsstatistik zum 31.12. eines Jahres (Fortschreibung der amtlichen Daten des Zensus 2011).

Kinder, die sowohl Tageseinrichtungen als auch Kindertagespflege nutzen, werden nicht doppelt gezählt.

Bei der vorliegenden Auswertung werden drei- bis unter sechsjährige Kinder bis zum Schulbesuch in KiTas analysiert. Nicht berücksichtigt werden drei- und vierjährige Kinder in (vor-)schulischen Einrichtungen. Dies kann zu geringfügigen Abweichungen zu anderen Tabellen im Ländermonitor Frühkindliche Bildungssysteme führen, in denen diese Kinder berücksichtigt werden. 2016 betrifft dies bundesweit 29 Kinder. Für die Kindertagespflege werden in der vorliegenden Auswertung drei- bis unter sechsjährige Kinder, inklusive der Kinder, die bereits eine Schule besuchen, betrachtet. Dies kann ebenfalls zu geringfügigen Abweichungen zu anderen Tabellen führen, in denen Schulkinder in Kindertagespflege nicht berücksichtigt werden. Bundesweit gibt es 85 Kinder im Alter von drei bis unter sechs Jahren, die neben der Schule noch eine Kindertagespflege besuchen.

Insbesondere in Hamburg besucht ein großer Anteil der Kinder im Jahr vor ihrer Einschulung eine Vorschulklasse. Diese Kinder werden in der vorliegenden Auswertung auf regionaler Ebene nicht berücksichtigt, so dass die Teilhabequote der drei- bis unter sechsjährigen Kinder in der Freien und Hansestadt Hamburg zu der im Ländermonitor ausgewiesenen Teilhabequote auf Bundesländerebene abweicht.

In einigen Kreisen bzw. kreisfreien Städten sowie in einigen Jugendamtsbezirken kann es zu Inanspruchnahmequoten von über 100 % kommen, da einige Eltern ihre Kinder in der KiTa oder Kindertagespflege nicht an ihrem Wohnort betreuen lassen, an dem auch der Stand der Bevölkerung erfasst wird.

Quelle
Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Statistik der Kinder- und Jugendhilfe, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2016; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2017.