Betreuungsumfang in KiTas {{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].map.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
{{selectedIndicator.name}}

Ein zentrales, mit der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem vollendeten ersten Lebensjahr verfolgtes Ziel ist die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So führen unter anderem Veränderungen in der Arbeitswelt, wie zum Beispiel die zunehmende Flexibilisierung von Arbeitszeiten sowie die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen, insbesondere von Müttern, zu einer höheren Nachfrage nach öffentlichen Betreuungsangeboten und nach flexibleren Betreuungszeiten. Bedarfsgerechte zeitliche Betreuungsumfänge sind jedoch stets vor dem Hintergrund der Sicherstellung des Wohls des Kindes und der Befriedigung seiner Bedürfnisse zu gewährleisten. In welchem zeitlichen Umfang Kinder derzeit Angebote der Kindertagesbetreuung nutzen, kann anhand der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik beantwortet werden. In dieser Statistik werden jährlich die wöchentlichen Betreuungszeiten, die für jedes Kind vertraglich vereinbart worden sind, stundengenau differenziert nach genutzter Betreuungsform (KiTa oder Kindertagespflege) und Altersjahren erfasst. Im vorliegenden Indikator liegt der Fokus auf den Betreuungsumfang in KiTas.

Im Folgenden wird der Blick auf den Betreuungsumfang von unter dreijährigen Kindern in KiTas gerichtet (regionale Daten zum Betreuungsumfang in Kindertagespflege finden Sie hier). Die vertraglich vereinbarten Betreuungszeiten für Kinder dieses Alters in KiTas zeigen sowohl zwischen den Bundesländern als auch innerhalb der Bundesländer auf Ebene der Kreise bzw. kreisfreien Städte und auf Ebene der Jugendamtsbezirke erhebliche Unterschiede auf: Bundesweit werden zum 01.03.2016 insgesamt 14 % der unter Dreijährigen in KiTas bis zu 25 Wochenstunden betreut. Weitere 28,4 % nehmen einen Betreuungsumfang von mehr als 25 bis zu 35 Wochenstunden in Anspruch, wohingegen mehr als die Hälfte der KiTa-Kinder (57,6 %) mehr als 35 Wochenstunden betreut werden. Im Landkreis Potsdam Mittelmark (Brandenburg) sowie im Landkreis Rostock (Mecklenburg-Vorpommern) nehmen nur jeweils 0,5 % aller betreuten unter Dreijährigen in KiTas einen Betreuungsumfang von bis zu 25 Wochenstunden in Anspruch. Dieser Anteil liegt im bayerischen Landkreis Freyung-Grafenau deutlich höher, und zwar bei 78,5 %. Die größte diesbezügliche Spannweite zwischen den Kreisen unter allen Flächenländern befindet sich in Niedersachsen: Dort werden in der kreisfreien Stadt Wolfsburg nur 1 % der unter Dreijährigen bis zu 25 Wochenstunden betreut, während es im Landkreis Leer 72,9 % sind. Demgegenüber gibt es in Mecklenburg-Vorpommern kaum regionale Unterschiede: Hier nutzen wie bereits genannt im Landkreis Rostock nur 0,5 % der unter Dreijährigen diesen Betreuungsumfang, während es im Landkreis Vorpommern-Rügen anteilig nur geringfügig mehr sind (1,9 %).

Wird der Fokus auf die längeren vertraglich vereinbarten Betreuungszeiten gerichtet, also auf mehr als 35 Wochenstunden, dann werden folgende regionale Unterschiede deutlich: Im bayerischen Landkreis Freyung-Grafenau wird dieser Buchungsumfang sehr selten vertraglich vereinbart (4,3 %), während er im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt (Thüringen) von fast allen KiTa-Kindern im Alter von unter drei Jahren genutzt wird (97,5 %). Auch bei diesem Betreuungsumfang ergibt sich die größte Spannweite zwischen den Kreisen in Niedersachsen (7 % im Landkreis Vechta bis hin zu 92 % in der kreisfreien Stadt Osnabrück), wohingegen die geringste Differenz auch hier in Mecklenburg-Vorpommern vorzufinden ist (67,3 % im Landkreis Vorpommern-Greifswald bis hin zu 75,4 % im Landkreis Rostock). Die Angaben von 18 von 402 Kreisen bzw. kreisfreien Städten können aus Datenschutzgründen nicht berücksichtigt werden.

Inwiefern diese vertraglich vereinbarten Betreuungszeiten aktuell den von Eltern für ihr Kind gewünschten Betreuungszeiten entsprechen, kann dem Indikator „Gewünschter Betreuungsumfang“ entnommen werden. Diese Daten liegen allerdings nur auf Bundeslandebene vor.

In der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik werden seit 2012 die wöchentlich vertraglich vereinbarten Betreuungszeiten erfasst. Anhand der amtlichen Statistik kann darüber hinaus grundsätzlich nichts über die tatsächliche Nutzungsdauer der Betreuungsangebote ausgesagt werden. Ausgewiesen wird der vertraglich vereinbarte Betreuungsumfang.

Quelle
Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Statistik der Kinder- und Jugendhilfe, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, 2016; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2017.