Betreuungsumfang in Kindertagespflege {{selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].chart.yearLabelOverride || selectedDataLayer.legend[selectedIndicator.uid].map.yearLabelOverride || selectedDataLayer.year}}
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Ein zentrales, mit der Einführung des Rechtsanspruchs auf einen Betreuungsplatz für Kinder ab dem ersten vollendeten Lebensjahr verfolgtes Ziel ist die Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So führen unter anderem Veränderungen in der Arbeitswelt, wie zum Beispiel die zunehmende Flexibilisierung von Arbeitszeiten sowie die steigende Erwerbsbeteiligung von Frauen, insbesondere von Müttern, zu einer höheren Nachfrage nach öffentlichen Betreuungsangeboten und nach flexibleren Betreuungszeiten. Bedarfsgerechte zeitliche Betreuungsumfänge sind jedoch stets vor dem Hintergrund der Sicherstellung des Wohls des Kindes und der Befriedigung seiner Bedürfnisse zu gewährleisten. In welchem zeitlichen Umfang Kinder derzeit Angebote der Kindertagesbetreuung nutzen, kann anhand der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik beantwortet werden. In dieser Statistik werden jährlich die wöchentlichen Betreuungszeiten, die für jedes Kind vertraglich vereinbart worden sind, stundengenau differenziert nach genutzter Betreuungsform (KiTa oder Kindertagespflege) und Altersjahren erfasst. Im vorliegenden Indikator liegt der Fokus auf den Betreuungsumfang in Kindertagespflege.

Im Folgenden wird der Blick auf den Betreuungsumfang von unter dreijährigen Kindern in Kindertagespflege gerichtet (regionale Daten zum Betreuungsumfang in KiTas finden Sie hier). Die vertraglich vereinbarten Betreuungszeiten für Kinder dieses Alters in Kindertagespflege zeigen sowohl zwischen den Bundesländern als auch innerhalb der Bundesländer auf Ebene der Kreise bzw. kreisfreien Städte und auf Ebene der Jugendamtsbezirke erhebliche Unterschiede auf: Bundesweit werden zum 01.03.2017 insgesamt 36,8 % der unter Dreijährigen in Kindertagespflege bis zu 25 Wochenstunden betreut. Weitere 29,4 % nehmen einen Betreuungsumfang von mehr als 25 bis zu 35 Wochenstunden in Anspruch, wohingegen 33,8 % der Kinder in Kindertagespflege mehr als 35 Wochenstunden betreut werden. In dem Landkreis Mecklenburgische Seenplatte nehmen nur 0,5 % aller betreuten unter Dreijährigen in Kindertagespflege einen Betreuungsumfang von bis zu 25 Wochenstunden in Anspruch. Dieser Anteil liegt im Landkreis Grafschaft Bentheim (Niedersachsen) deutlich höher, und zwar bei 89,4 %. Die größte diesbezügliche Spannweite zwischen den Kreisen unter allen Flächenländern befindet sich in Nordrhein-Westfalen: Dort werden in der kreisfreien Stadt Remscheid 3,4 % der unter Dreijährigen bis zu 25 Wochenstunden betreut, während es im Hochsauerlandkreis 75,6 % sind. Demgegenüber gibt es in Mecklenburg-Vorpommern kaum regionale Unterschiede. Allerdings können für dieses Bundesland aus Datenschutzgründen nur wenige Daten für diesen Indikator ausgewiesen werden. Dies gilt auch für andere ostdeutsche Bundesländer, wie z.B. Sachsen-Anhalt oder Thüringen.

Wird der Fokus auf die längeren vertraglich vereinbarten Betreuungszeiten gerichtet, also auf mehr als 35 Wochenstunden, dann werden folgende regionale Unterschiede deutlich: Im Landkreis Grafschaft Bentheim (Niedersachsen) wird dieser Buchungsumfang sehr selten vertraglich vereinbart (1,7 %), während er in der kreisfreien Stadt Erfurt (Thüringen) von fast allen Kindern in Kindertagespflege im Alter von unter drei Jahren genutzt wird (97,5 %). Auch bei diesem Betreuungsumfang ergibt sich die größte Spannweite zwischen den Kreisen in Nordrhein-Westfalen (6,8 % im Hochsauerlandkreis bis hin zu 76,3 % in der kreisfreien Stadt Remscheid), wohingegen die geringste Differenz in Mecklenburg-Vorpommern vorzufinden ist (70,2 % im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte bis hin zu 74,9 % im Landkreis Ludwiglust-Parchim). Die Angaben von 94 von 401 Kreisen bzw. kreisfreien Städten können aus Datenschutzgründen nicht berücksichtigt werden. 

Inwiefern diese vertraglich vereinbarten Betreuungszeiten aktuell den von Eltern für ihr Kind gewünschten Betreuungszeiten entsprechen, kann dem Indikator „Gewünschter Betreuungsumfang“ entnommen werden. Diese Daten liegen allerdings nur auf Bundeslandebene vor.

In der amtlichen Kinder- und Jugendhilfestatistik werden seit 2012 die wöchentlich vertraglich vereinbarten Betreuungszeiten erfasst. Anhand der amtlichen Statistik kann darüber hinaus grundsätzlich nichts über die tatsächliche Nutzungsdauer der Betreuungsangebote ausgesagt werden. Ausgewiesen wird der vertraglich vereinbarte Betreuungsumfang. Beim vorliegenden Indikator kann aus Datenschutzgründen der Betreuungsumfang nur für die unter dreijährigen Kinder ausgewiesen werden.

Quelle
Forschungsdatenzentrum der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder, Statistik der Kinder- und Jugendhilfe, Kinder und tätige Personen in Tageseinrichtungen und in öffentlich geförderter Kindertagespflege, verschiedene Jahre; Berechnungen der Bertelsmann Stiftung, 2018.